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Mit der Sünde endgültig brechen. Nur wie???
 Moderiert von: pipo  
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VerfasserBericht
Dani
Member
 

Eingegeben am: 1 Sep 2009
Herkunft:  
Berichte: 25
Status:  Offline
Mana: 
 Geschrieben: 2 Okt 2009 12:03
 Nennen  Antworten 
Hallo,
seit einiger Zeit ist es so, dass ich längere Zeit abstinent bin, was Internetpornographie (oder jeglicher Pornographie) betrifft, dann aber wieder falle im Internet.

Beispiel:

Ich habe mir seit Juli im Internet nichts mehr angeschaut (Auch keine Zeitschriften. Tue ich generell nicht). Vorgestern bin ich wieder gefallen.

Dabei ist immer der Gedanke dabei: Du hast doch solange nicht mehr…
Seit längeren frage ich mich, warum das so ist. Ich habe einfach das Verlangen mir nackte Frauen anzuschauen.

Während ich falle merke ich irgendwann (nach 10-30 min), dass irgendwie doch nicht mehr so der Reiz mehr da ist und ich verlasse diese Seiten wieder ohne SB zu betreiben. Auch schäme ich mich dann und empfinde auch eine Art Ekel vor den perversionen die dort gezeigt werden. Trotzdem passiert es dann wieder.

Ist das der Reiz des verbotenen? Bin ich immer noch abhängig, wie bei einem trockenen Alkoholiker? Was für ein Grad der Abhängigkeit ist das?
Wieso schaffe ich es nicht mit der Sünde zu brechen?

Ich ertappe mich auch dabei, wie ich merke, wie die Sünde (anschauen von Pornographie) mir irgendwie Freude bereitet.

Konsequenz: Habe mir jetzt wieder ein Internetsicherungsprogramm auf dem Computer installiert (WinTimer3). Nur meine Frau kennt das Kennwort. Zudem habe ich meine Internetzeit auf 15 Min. begrenzt, so dass ich nur noch das nötigste machen kann (email, Bankgeschäfte)

Meine Befürchtung ist, dass es jetzt immer so weitergeht mit sperren und Beschränkungen, fallen und wieder aufstehen...

Gibt es Erfahrungen oder Ratschläge, wie man mit dieser Sünde ein für allemal brechen kann?

Letzte Änderung am 2 Okt 2009 12:07 von Dani

nasiräer
Member


Eingegeben am: 14 Aug 2008
Herkunft: Berlin, Germany
Berichte: 259
Status:  Offline
Mana: 
 Geschrieben: 2 Okt 2009 17:42
 Nennen  Antworten 
Hey, Dani,

du hast eine Frau?! Wenn ich da mal doof fragen darf: wieso reicht die dir nicht?
Sorry, ich will dich nu nich anmachen damit.
Sicherlich würde deine Frau sich auch freuen, wenn Du ganz ihr 'gehören' würdest, dein Herz nicht geteilt ist und sie nicht dein Aufpasser sein muss.
Ich schreib das deswegen, weil ich glaub, daß eine herzliche und ganz offene und ehrliche Beziehung, in der man alles miteinander teilt und sich alles sagt, wirklich herausführt aus der eigenen Isolation und Abgrenzung, die man da mit dem Pornozeugs betreibt.
Ich glaube nicht, daß es der Reiz des Verbotenen ist, sondern der Reiz, Du zu sein und das in einer Weise, daß Du dich für dich behältst in einem Gefühl, daß man denkt, man könne alles machen, was man will - ein Pseudo Freiheitsgefühl, bei dem man sich selbst hochleben läßt und in dem ein reales Gegenüber eigentlich gar keinen Platz hat, weil jeder, der da wäre, eine Einschränkung dieser vermeintlichen Freiheit wäre.
Ich glaube, diese Haltung ist sehr oft dadurch begründet, daß man nicht verletzt werden will wenn man sich einmal so öffnet wie man ist - und dabei wäre genau das die Lösung: zulassen, daß man verletzlich ist, ohne daß man sich gleich immer wehren oder abschotten muss.

Keine Grenze in Bezug auf Nähe und immer weiter und mehr aufeinander zugehen und sich voll aufeinander einlassen mit allen Sensibilitäten, die man so in sich hat, das wäre meiner Meinung nach die Lösung gegen das Absondern in die einsame Suchtstruktur.
Dagegen ist die ewige Wiederholung des Auslebens immer wieder nur die Flucht in die vermeintlich einfachere Variante, in der man sich seiner Empfindsamkeit nicht stellen muss.
Und warum nicht? Weil man dann feststellen würde, daß man auch nur ein Mensch ist??
Wahre Liebe geht tiefer und darum auch höher!

Ich bin der felsenfesten Überzeugungen (weil ich´s auch so erfahren habe und erfahre): Wer sich seinen Unzulänglichkeiten endgültig stellt, wird von ihnen auch nicht mehr gelebt, sondern man wird frei, selber zu leben.


So stimmt auch das Wort "Die Wahrheit macht frei!
Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.
Da antworteten sie ihm: Wir sind Abrahams Kinder und sind niemals jemandes Knecht gewesen. Wie sprichst du dann: Ihr sollt frei werden?
Jesus antwortete ihnen und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer Sünde tut, der ist der Sünde Knecht.
Der Knecht bleibt nicht ewig im Haus; der Sohn bleibt ewig.
Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei.
(Joh 8,31-36)



lG
nasiräer

Letzte Änderung am 2 Okt 2009 18:02 von nasiräer

Yumiyoshi
Member
 

Eingegeben am: 24 Jun 2007
Herkunft:  
Berichte: 129
Status:  Offline
Mana: 
 Geschrieben: 8 Okt 2009 23:13
 Nennen  Antworten 
meine erfahrung ist:

hinter meiner sucht ist ein tiefer seelischer schmerz gestanden. es waren tiefe verletzungen aus meiner kindheit, die dazu geführt haben, dass ich in der pornografie trost und linderung gesucht habe, und sich daraus eine schwere sucht entwickeln konnte.

frei wurde ich, weil ich es erleben durfte, dass gott diesen tiefen schmerz geheilt hat, und mir in meiner ganz konkreten persönlichen not, die dahinter stand, begegnet ist. dazu hat es intensive seelsorge gebraucht, und einen schweren zusammenbruch, der mich - nachdem ich frei geworden war - dazu gezwungen hat, mich mit all diesen dingen intensiv auseinanderzusetzen.

ich muss nasiräer in bezug auf die sucht und die ehe widersprechen.

einerseits kann eine ehe die sucht nicht heilen, weil das, was eine partnerin geben kann, nicht das ist, was man an innerer heilung braucht, um frei zu werden. diese tiefe not kann nur gott heilen. den wir am ende ja auch mehr brauchen als einen ehepartner, auch wenn die ehe noch so gut ist.

und auf der anderen seite ist es sehr wohl wichtig, die partnerin mit einzubinden, sie als mitkämpferin an der seite zu haben, und die einen im gebet aber auch praktisch unterstützt. wobei man sehr wohl aufpassen muss, was man der partnerin erzählt. ich habe meiner frau nie irgendwelche details über phantasien, bilder, .... erzählt, und sie will das auch nicht wissen. es wäre sehr verletzend für sie, von mir zu hören, welche gedanken oder fantasien mir durch den kopf gehen. es reicht völlig, wenn ich sage, ich hatte wieder unangenehme gedanken oder fantasien in die richtung.

richte dich darauf ein, dass das frei werden von der sucht ein längerer prozess ist. das geht nicht von heute auf morgen. ich denke, dass zwei dinge sehr wichtig sind:

erstens eine kompetente seelsorge, die dir hilft, die not und die verletzungen zu entdecken, die hinter der sucht stecken, und von gott heilung dafür zu empfangen. such dir konkrete hilfe, und bleib dran.

und zweitens konsequente offenheit gegenüber deiner frau, und auch die bereitschaft, ohne murren die konsequenzen zu tragen, wenn du fällst. und wenn deine frau sehen kann, dass du tatsächlich etwas unternimmst, um wirklich heil zu werden, wird es ihr auch viel leichter fallen, dich auf deinem weg zu unterstützen.

ob du diese geschichte ganz los wirst, weiß ich nicht. ich kenne menschen, die - nachdem sie frei wurden - wieder zu dem natürlichen ekel vor solchen bildern zurückgefunden haben. bei mir ist das nicht so. bei mir sind gedanken in diese richtung immer wieder wie eine art "hintergrundrauschen" da. zwar nicht so, dass es mich wirklich bedrängen oder belasten würde. aber ich weiß, dass ich in diesem bereich sehr achtsam mit mir umgehen muss, und immer wieder auf meine augen und meine gedanken aufpassen muss.

ich glaube aber auch, dass das persönliche gründe hat, dass gott mir diese schwäche nicht ganz nimmt. ich brauche dinge in meinem leben, die mich daran erinnern, dass ich nicht der unfehlbare superheld bin, weil ich ansonsten die tendenz hätte, gegenüber meinen mitmenschen ziemlich hart, unbarmherzig und lieblos zu sein. aber das ist meine ganz persönliche geschichte, und nicht zu verallgemeinern...

lieben gruß
yumiyoshi

Dani
Member
 

Eingegeben am: 1 Sep 2009
Herkunft:  
Berichte: 25
Status:  Offline
Mana: 
 Geschrieben: 9 Okt 2009 10:18
 Nennen  Antworten 
Hallo Yumiyoshi,

eins vorweg, deine Antwort empfand ich als sehr realisctisch.

Eine Frau zu haben bedeutet nicht, dass Pornographiesucht gleich aufhört zu existieren. Jeder der damit Probleme hat kann das bestätigen.

Hier würde ich Nasiräer gerne fragen, ob er überhaupt ein Pornographieproblem hat?

Die Ehe ist aber auch eine große Chance im Kampf dagegen. So stehe ich mit meinen Bedürfnissen nicht mehr alleine da, und einen Verbündeten zu haben gegen PS verbessern die Grundvoraussetzungen erheblich. Das dürfte ich auch feststellen. Es sein denn man packt es richtig an (reden, offen sein, bemüht sein usw.).

Mein Trost ist, dass es nicht mehr so ist wie früher, so das ich täglich mehrere Stunden mit Internetpornographie beschäftigt bin. Jetzt seit 4 Jahren alle 1-3 Monate passiert es wieder.

Natürlich wurmt es, dass es mit der Sünde brechen noch immer nicht funktioniert.

Deine Einschätzung aber, dass man evtl. ein Leben lang damit zu kämpfen hat ist ernüchternd und wohl auch richtig. Warten wir es ab!

Wie sieht ihr es? Sollte man sich, wenn eine Internetpornosucht vorliegt, ein Leben lang  mit Schutzprogrammen eindecken? Oder kann man richtig frei werden davon?

Das wäre ja schon ein handycap:(. Aber bevor ich falle....

Natürlich ist es auch so, dass ich in einer Verantwortung vor Gott stehe. Bis hierhin habe ich es mit Gott geschafft. Sollte ich es ihm nun so danken, so dass ich wieder damit anfange???Und meine Frau??? Sollte ich ihr solchen Kummer bereiten???

Das hält mich vor gröberen Verstößen ab!



Letzte Änderung am 9 Okt 2009 10:20 von Dani

nasiräer
Member


Eingegeben am: 14 Aug 2008
Herkunft: Berlin, Germany
Berichte: 259
Status:  Offline
Mana: 
 Geschrieben: 10 Okt 2009 12:04
 Nennen  Antworten 
@euch beiden:

ich hab nich geschrieben, daß eine ehe die wurzel der sucht heilt, aber ich bin davon überzeugt, daß ein absolutes Schwergewicht der Sucht eben die menschliche Distanz ist, oder we man es so global ausdrückt: Beziehungsunfähigkeit, od. Beziehungsmangel, genauer gesagt ein Mangel an einfacher, schlichter (vielleicht auch kindlich einfacher) Menschlichkeit in sich selbst und im Umgang mit (mind. einem) Menschen, ein ganz natürliches Sich-Öffnen und zeigen und mitteilen, wer und wie man ist, ja sich selbst auch einmal (mind. vor einem Menschen) völlig bloß zu geben, wie man ist und endlich dieses in sich geschlossene Ich-System (daher ja auch: Selbst-Befriedigung) zu verlassen und auch sich angreifbar und nackt zu machen, damit man sich nicht mehr hinter seiner ach so geilen Einbildungs-Fassade verstecken kann - - und nur darauf beruht meineserachtens auch eine so distanzierte Sexualität wie Porno.
"Ich schreib das deswegen, weil ich glaub, daß eine herzliche und ganz offene und ehrliche Beziehung, in der man alles miteinander teilt und sich alles sagt, wirklich herausführt aus der eigenen Isolation und Abgrenzung, die man da mit dem Pornozeugs betreibt."
Nein, ich selbst hab mit Porno kein Problem, aber mein bisheriges Leben ist viel zu sehr von SB durchzogen, als daß es noch als für mich als 'normal' angesehen werden könnte und dazu gehört schon auch ne psychische Konstituierung für dieses innerliche menschliche Abgrenzen und Auf-Sich-Bezogen-Sein dazu, das einmal durchbrochen und geheilt werden will.

Ich finde da immer wieder einen Satz hilfreich, den Jesus gesagt hat: "Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, könnt ihr das Himmelreich nicht einmal sehen." (sinngemäß?)

Und darum geht es: Nicht vom Kopf, noch vom Trieb oder vom 'Bauch' aus leben, sondern vom Herzen her und damit menschlich zu sein, ja so menschlich und nahbar wie ein Kind, weil alles andere führ ja eben zu dieser Isolationskrankheit Sexsucht - denn eine 'gesunde' Sexualtität hat zutiefst mit menschlicher Nähe zu tun, mit einem Sich-Begegnen, Sich-Öffnen, Sich-Zeigen, wie man ist. Alles andere ist nur Durchführung eines Aktes.

OK?
Alles klar?

lG
nasi


Yumiyoshi
Member
 

Eingegeben am: 24 Jun 2007
Herkunft:  
Berichte: 129
Status:  Offline
Mana: 
 Geschrieben: 13 Okt 2009 07:08
 Nennen  Antworten 
nasiräer schrieb: ich hab nich geschrieben, daß eine ehe die wurzel der sucht heilt, aber ich bin davon überzeugt, daß ein absolutes Schwergewicht der Sucht eben die menschliche Distanz ist, oder we man es so global ausdrückt: Beziehungsunfähigkeit, od. Beziehungsmangel, genauer gesagt ein Mangel an einfacher, schlichter (vielleicht auch kindlich einfacher) Menschlichkeit in sich selbst und im Umgang mit (mind. einem) Menschen

es ist sicher richtig, was du schreibst, denn bei den meisten menschen mit suchtproblemen wirst du diese art von beziehungsunfähigkeit finden.

ich sehe es so: die verarmten beziehungen, oder die unfähigkeit zur beziehung ist eher eine folge der sucht als deren ursache. ich habe einiges an literatur zum thema gelesen, und der gemeinsame nenner den ich gefunden habe ist, dass die wurzel der sucht normalerweise in der früheren kindheit zu finden ist in mangelnder bestätigung und wertschätzung des kindes durch die eltern.

versteh mich nicht falsch, das ist jetzt kein "kochrezept". die art, wie das geschehen sein kann, ist bei jedem menschen eine ganz individuelle geschichte. und es ist auch keine schuldzuweisung an die eltern, denn so bald ein mensch die pubertät hinter sich hat, ist er selbst dafür verantwortlich, für diese probleme lösungen zu finden. das erkennen und wahrnehmen dieser eingenverantwortung ist auch ein wichtiger teil der heilung.

kindern können sich nur dann so offen und unbefangen geben, wenn sie sich in ihrer beziehung zu ihren eltern wirklich sicher sein können, und darin die liebe, annahme, wertschätzung und geborgenheit finden, die sie brauchen. das gilt für die leiblichen eltern, aber auch für unsere beziehung zu gott. erst wenn wir gottes liebe und annahme für uns wirklich im herzen spürbar erlebt haben, werden wir fähig sein, uns gott ebenfalls so frei und unbeschwert zu nähern.

lieben gruß
yumiyoshi

nasiräer
Member


Eingegeben am: 14 Aug 2008
Herkunft: Berlin, Germany
Berichte: 259
Status:  Offline
Mana: 
 Geschrieben: 13 Okt 2009 21:24
 Nennen  Antworten 
Yumiyoshi schrieb:
 
ich sehe es so: die verarmten beziehungen, oder die unfähigkeit zur beziehung ist eher eine folge der sucht als deren ursache.

ich habe einiges an literatur zum thema gelesen, und der gemeinsame nenner den ich gefunden habe ist, dass die wurzel der sucht normalerweise in der früheren kindheit zu finden ist in mangelnder bestätigung und wertschätzung des kindes durch die eltern.


Naja, ich denke, es kann so ODER so sein. Ich kenne jedenfalls auch die Variante - nicht nur bei mir beobachtet - daß dein genanntes 'kindliches Erleben von Mangel an Annahme, Bestätigung', etc. auch zu einem Nähe-Defizit und dadurch auch zu einem Sich-Zurückziehen des Kindes führen kann und es einen gewissen Trost in diesem Zurückziehen in seine eigene, kleine geschützte Innenwelt findet.

Wie dem auch sei: ein 'Ablegen, was kindlich ist' gehört dazu, zu diesem - ich nenn es mal - gesunden 'Erwachsen-Werden' (auch in späteren Jahren als üblich).

Der für sich in jeder Hinsicht die volle Verantwortung Übernehmende wird kaum in einer blinden Suchtgefangeschaft verbleiben können/wollen.

Die Bibel spricht ebenso davon, daß der Geist die Herrschaft über das Fleisch übernehmen soll - was hierbei (Sucht) ja absolut vonnöten ist.

Die (oft gehörte) Ausrede 'geht nicht, kann nicht' bedeutet in dem Zusammenhang nichts anderes, als eine gehörige Portion an Unglauben, den es umzuprogrammieren gilt, wenn man wirklich raus will.



lG
n.


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