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Was hat sich Gott da bloß gedacht?
 Moderiert von: pipo  
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VerfasserBericht
uraimon
Member
 

Eingegeben am: 14 Nov 2009
Herkunft:  
Berichte: 2
Status:  Offline
Mana: 
 Geschrieben: 15 Nov 2009 01:12
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Hallo Welt,

nachdem ich kürzlich eine Weile vorm Rechner gehockt und einige Eurer Stories und Forenbeiträge durchgesehen habe, kristallisieren sich so langsam einige Fragen heraus..

Offensichtlich will doch das, was Gott im Eigentlichen vorgesehen hat, nicht so recht funktionieren:

- da finden Eheleute in ihrer Beziehung keine Erfüllung
- viele ziehen sexuelle Erfahrungen mit zweidimensionalen Bildern auf Papier oder Bildschirm der dreidimensionalen Körperlichkeit mir dem eigenen Partner vor
- gerade unter Christen scheint ein Dialog über die eigenen sexuellen Phantasien wahnsinnig zähflüssig zu verlaufen oder ist in Gänze tabuisiert...

So verwundert es auch nicht, dass dann andere Ventile vonnöten sind - schließlich wird man 'da draußen' ziemlich permanent sexuell angemacht, und zwar auf den verschiedensten Ebenen.
Der typische christliche Ehepartner hingegen neigt offenbar aus Prinzip zur Schockreaktion, sobald der andere solche Dinge zu thematisieren wagt. Irgendwie kann das so nicht funktionieren...
Ist auch ganz klar: wenn einem der Sinn nach Rouladen oder Schnitzel steht, weil überall Bilder davon hängen, wird man nie so ganz damit zufrieden sein, wenns zu hause nur immer Nudelsuppe gibt.

Meines Wissens schreibt die Bibel nicht viel zum Thema Erotik, und wo sie dieser ablehnend gegenübersteht, gehts vor allem um Unzucht und Ehebruch.
Aber wenn vor allem ein Mann Tag für Tag so völlig unbeeindruckt bleiben soll, während ständig Girls in Minirock an ihm vorbeiflanieren, dann sollte ihm seine Frau schon ein wenig dabei helfen:
entweder sperrt sie ihn weg, oder sie spielt innerhalb der Ehe halt mal mit der eigegen Erotik. Und da gehört sie schließlich hin!
Oder wie soll es sonst gehen? Den Partygirls da draußen in ihren High-Heels trotzig die eigenen Birkenstocks entgegenhalten?? Wenn denn die Erotik in die Ehe gehört, dann sollte da schon auch die Post abgehen, damit der Partner auch gern wieder zum Essen zu hause einkehrt, nachdem er sich (mehr oder weniger freiwillig) woanders Appetit geholt hat! (Ihr kennt das Sprichwort.)
Mit der üblichen protestantischen Verklemmtheit kommt man da gewiss nicht weiter. In seinen besseren Zeiten hatte schließlich auch Salomo einen ganzen Bilderbogen an latent sexuellen Phantasien, und die sind schließlich selbst in der Bibel gelandet! Lest mal das Hohelied!

Problematisch wirds natürlich, wenn es ums eigene Äußere nicht so zum besten bestellt ist, während die unbefugte Konkurrenz häufig blendend aufgemacht ist.
Warum das so sein muss, würde mich natürlich mal interessieren: wieso macht Gott die einen häßlich, die anderen hübsch, und am Ende sind alle unglücklich damit?
Warum werden Menschen permanent zermürbt, weil an jeder Ecke die perfekte Versucheung lockt, während der eigene Partner nur leidlich schal anmutet? Das sollte doch eigentlich keiner von beiden verdient haben..!
Sofern hier also jemand einen besonders guten Draht zu Gott hat, so möge der sich mal eine Antwort auf diese Frage geben lassen und sie tunlichst an dieser Stelle posten.

Und vergesst bitte nicht zu fragen, warum gerade auf sexuellem Gebiet zunächst einmal praktisch alles verboten ist, bis man endlich einen Partner hat, und wie mans auch dann hinkriegen soll, den Rest des Lebens ständig reflexhaft wegzugucken, sobald eine der tausend Versuchungen am Horizont auftaucht.

Und schließlich: kann eine in allen Aspekten gesunde Beziehung außerhalb des Paradieses überhaupt funktionieren, oder hat Gott nicht quasi allen (bisauf den ersten beiden) mit dem Geschenk der Sexualität eher einen Bärendienst erwiesen?

War ne Menge Stoff auf einmal. Vielleicht fällt Euch ja was dazu ein.

Viele Grüße

uraimon

Mario
Moderator


Eingegeben am: 7 Jun 2007
Herkunft: Regensburg, Germany
Berichte: 427
Status:  Offline
Mana: 
 Geschrieben: 15 Nov 2009 13:48
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Hi ureimon,

viele interessante Fragen ueber die man Tage reden. Leider hab ich gerade nicht die Zeit darauf einzugehen. Was ich dann aber doch sagen moechte ist, dass sich der Mensch mit seinem ueberragenden Geist den groessten Baerendienst wohl selbst getan hat als er eben mal ausprobieren wollte, wies so ohne Gott laeuft. Die ganze Suppe gilts jetzt auszuloeffeln.

LG

Mario

uraimon
Member
 

Eingegeben am: 14 Nov 2009
Herkunft:  
Berichte: 2
Status:  Offline
Mana: 
 Geschrieben: 15 Nov 2009 23:25
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Hmmm..
Klingt so, als ob ich im Paradies was falsch gemacht habe..!

Aber mal im Ernst: dass die Spanier seinerzeit die Azteken beinahe ausgerottet haben, war auch ein Verbrechen 'des Menschen', ohne dass jeder von uns persönlich dafür verantwortlich gemacht wird. Warum sollte das bei jener weit länger zurückliegenden Geschichte im Paradies anders sein?
Warum sollten wir für Adam und Eva noch heute büßen müssen?

Viele Grüße

uraimon

ITs ME!
Moderator


Eingegeben am: 25 Jan 2008
Herkunft: Berlin, Germany
Berichte: 165
Status:  Offline
Mana: 
 Geschrieben: 16 Nov 2009 22:15
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Hallo uraimon,

erstmal willkommen im Forum. :)

Zu deinen Anmerkungen:

Nee, wir büßen nicht immer noch für "Adam und Eva", es steht ja auch vielmehr dafür dass "der Mensch" sich nun mal von Gott abgewand hat und meinte, er kann es selber besser und brauch Gott nicht. Das ist nix was vor laaanger Zeit mal passiert ist sondern ist allgegenwärtig. Das ist einfach die Realität. Und wenn man sich mal umschaut dann ist es ja nicht zu übersehen. (Wie oft denkt selbst der frommste Christ nicht an Gott und meint, es selber zu können?)

Dass es daraus resultierend natürlich viele Dinge gibt, die sich Gott mal anders gedacht hat und die uns nicht unbedingt gut tun erklärt sich ja von selbst.

Es geht doch auch nicht darum dass Gott uns verbieten will was wir doch so gern hätten, statt dessen müssen wir uns mit dem "hausbackenen" Partner begnügen ... Dann bräuchte man ja nicht heiraten oder feste Beziehungen eingehen. Warum tut man das denn aber? Wenn alles andere so viel spannender ist? Weil sich jeder Mensch doch im Grunde nach nem Zuhause sehnt, nach angenommen sein, nach Vertrauen, nach geliebt werden. Natürlich auch nach Sex. Aber das sollte doch in diesem Vertrauen und Zuhause stattfinden. Dazu gehört für mich auch total offen reden in ner Partnerschaft. Und ich denke nicht, dass alle Ehefrauen die hier von Suchtproblemen ihrer Partner reden das nicht wollen oder können. Oftmals ist es ja eher der Schüchtige der sich zurückzieht und Gespräche meidet.

Dass unsere Gesellschaft, die Sex auf etwas zu Konsumierendes reduziert, als etwas, was nur ausschließlich zur eigenenen Befriedigung da ist, es recht schwer machen kann ist verständlich.

Sex sollte aber doch was sein was Nähe gibt und womit man seinen Partner beschenkt. Etwas Vertrauensvolles, Liebevolles, was man mit sonst keinem teilt. Und in der Partnerschaft aber nichts schamhaftes oder schmutziges, ich glaube auch nicht dass das in christlichen Ehen, wie du sagstest, so ist.

Dass schon auch dazugehört sich für seinen Partner mal schön zu machen, seine Wünsche auch mal anzuhören und darauf einzugehen usw. ist schon auch wichtig.

Trotzdem gehts doch bei nem Partner nich nur um irgendwas Optisches an dem man sich aufgeilt, sondern um den gesamten Menschen, sein Wesen, usw. dem man nahe sein will, auch im Sex.

Und ein "Nicht extra hinschauen" sollte kein Zwang sein, sondern vielmehr erwas was man tut, um sich zu schützen.

Denn, bei allem "Schönen und Geilen" was damit zusammenhängt, ist es etwas was glücklich macht, was einen erfüllt und letzten Endes wirklich befriedigt?

 

Yumiyoshi
Member
 

Eingegeben am: 24 Jun 2007
Herkunft:  
Berichte: 129
Status:  Offline
Mana: 
 Geschrieben: 17 Nov 2009 12:25
 Nennen  Antworten 
mir fällt folgendes auf in deinem beitrag:

du erscheinst mir sehr stark auf äußerliches fixiert. erotik scheint für dich primär eine optische sache zu sein. das erscheint mir dann doch etwas einseitig. denn: erotik hat aus meiner sicht viel mehr mit der ausstrahlung einer frau zu tun als mit ihren äußerlichen attributen. ich kenne frauen, die trotz völlig "durchschnittlichem" äußeren ausgesprochen attraktiv sind, und frauen, die trotz toller figur und hübschem gesicht die erotische ausstrahlung eines kühlschrankes versprühen. es kommt - aus meiner sicht zumindest - also auf mehr an, als bloß auf oberweite, größe der nicht verhüllten hautfläche, höhe des absatzes, und ähnliches. eine erotik, die sich alleine darauf bezieht, ist aus meiner sicht eine tatsächlich "oberflächliche".

was das christentum und sexualität betrifft, da hast du (noch) recht. da liegt wirklich noch vieles im argen. zumindest hierzulande. wobei sich schon auch einiges tut. ich habe überraschenderweise vor allem in katholischer literatur sehr viel darüber gefunden, welch großartiges geschenk unsere sexualität ist, und auf wie tiefe weise sich unsere ebenbildlichkeit zu gott darin wiederspiegelt - vorausgesetzt sie wird im richtigen rahmen, also innerhalb der ehe ausgelebt, natürlich. interessanterweise sagt die heutige katholische theologie (ich empfehle als literatur dazu "theologie des leibes für anfänger" von christopher west), dass sexualität deswegen den geschützen rahmen der ehe braucht, weil sie etwas unheimlich kostbares ist, das uns bis in die tiefsten tiefen unseres herzens berührt. den schmarren, der auf augustinus zurückgeht, hat man mittlerweile also offensichtlich hinter sich gelassen, auch wenn sich das noch nicht bis ins volk herumgesprochen zu haben scheint. übrigens war ich nie katholisch, sondern wurde als aufrechter protestant erzogen, damit keine missverständnisse aufkommen... ;-)

ein paar sätze noch dazu:

Und vergesst bitte nicht zu fragen, warum gerade auf sexuellem Gebiet zunächst einmal praktisch alles verboten ist, bis man endlich einen Partner hat, und wie mans auch dann hinkriegen soll, den Rest des Lebens ständig reflexhaft wegzugucken, sobald eine der tausend Versuchungen am Horizont auftaucht.
es ist ein weit verbreitetes missveständniss, dass wir unserer sexualität quasi  hilflos ausgeliefert sind, und gegen diesen "urtrieb" in wirklichkeit gar nichts "tun können" - sondern im gegenteil, es nachgerade schädlich bis gesundheitsschädlich ist, diesen "krankhaft" zu "unterdrücken" (ich formuliere das jetzt bewusst überspitzt).

die wahrheit ist: man kann es sehr wohl erleben, dass man nicht genital zwangsferngesteuert leben muss. ein guter weg dorthin führt ürigens über die enthaltsamkeit vor der ehe. nämlich dann, wenn man jemanden kennengelernt hat. auf dem weg sind meine frau und ich genau dort hingekommen. das war nicht leicht. aber die freiheit, die wir dann erlebt haben, war so fantastisch, dass das die mühe mehr als wert war! und bevor du jetzt völlig fassungslos bist, denk bitte einmal über folgendes nach: in so vielen lebensbereichen (bildung, beruf, sport, musik, ich weiß nicht was) steht es ausser diskussion, dass wir ohne ein mindestmaß an disziplin sicher nicht ans ziel kommen werden - dann versteh ich wirklich nicht, warum das ausgerechnet im bereich der sexualität anders sein sollte...!!?? das nur als kleiner, völlig "unzeitgemäßer" denkanstoß...

eins noch: sex in der ehe ist dann nicht langweilig, wenn die beziehung an sich nicht langweilig ist. wenn man permanent an der ehe arbeitet, immer wieder nachfragt, immer wieder aufeinandern zu geht. der alltag holt einen tatsächlich schneller ein als man meint. wenn man sich dessen aber bewusst ist, dann hat die langeweile keine chance. und dazu brauchts keiner ständig "prickelnder" übungen. wenn man den menschen an seiner seite an sich liebt und schätzt, und sich an ihm erfreuen kann, und zwar auch im ganz banalen nebeneinander im alltag - dann wirds im ehebett auch funktionieren.

lieben gruß
yumiyoshi



 Uhrzeit 12:42




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