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SB
 Moderiert von: pipo  
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VerfasserBericht
Yumiyoshi
Member
 

Eingegeben am: 24 Jun 2007
Herkunft:  
Berichte: 129
Status:  Offline
Mana: 
 Geschrieben: 22 Aug 2011 22:05
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@boh:

es tut mir leid, das sagen zu müssen, aber ein leben ohne ausgelebte sexualtät ist sehr wohl möglich. und wenns gelingt sogar ein riesen schritt in die freiheit. es fühlt sich toll an, nimmer genitalgesteuert durchs leben laufen zu müssen. so jedenfalls hab ich es empfunden.

klar ist es nicht einfach. aber es ist mit gottes hilfe selbstverständlich möglich. in dem sinn mag ich solche polemiken nicht, wenn dann immer wieder unterstellt wird, dass "es" doch bitteschön "jeder" macht. woher willst du das wissen? ich habe priester kennengelernt, die offen über den zölibat gesprochen haben, und die offen zugegeben haben, dass es ohne gnade gottes nicht möglich wäre, den zölibat zu leben. auf der anderen seite ist es ohne gnade gottes auch nicht möglich, eine ehe gut zu führen, weil es die ständige bereitschaft braucht, an sich selbst und an der beziehung zu arbeiten, die bereitschaft die bedürfnisse des anderen wichtiger zu nehmen als die eigenen, das gemeinsame immer über das trennende und die eigenen bedürfnisse zu stellen, den eigenen egoismus zu zügeln, ..... ehe ist doch bitteschön viel mehr als dass man jetzt endlich "darf"!!!

und in dem sinne gehts - wenn man menschen helfen möcthe, aus der sexfixiertheit rauszufinden - doch bitteschön nicht darum, menschen niederzumachen, weil sie so grausliche oder verwerfliche dinge tun, sondern darum, ihnen zu einem riesigen "mehr"  an innerer freiheit und lebensqualität zu verhelfen.

das ist meine ehrliche meinung dazu. ich kenne beides, und ich weiß, wo ich sicher nicht mehr hin will...

 

Urlauber
Member
 

Eingegeben am: 10 Aug 2011
Herkunft:  
Berichte: 22
Status:  Offline
Mana: 
 Geschrieben: 23 Aug 2011 10:28
 Nennen  Antworten 
hallo yumiyoshi,

danke für Deine Mail.
Ich habe auch nichts gegen den "christlichen" Weg.
Wie aber schon oft in diesem Forum erörtert wurde, gibt die Bibel natürlich nicht direkt Hinweise, wie mit SB umzugehen ist. (wie bei anderen Themen übrigens auch nicht)

Klar ist auch, dass eine Sucht für etwas steht, etwas kompensiert.
Übergänge von Sucht , Genuss, usw. gibt es aber auch.

Bin mir bei meiner Selbstdiagnose noch nicht so ganz sicher, wie "schwer" mein Fall ist;
.......da das Ganze eine starke Genusskomponente auch mal haben kann, auch ohne Vorwürfe danach, ...hat es alles schon gegeben.
Dosissteigerungen ? , bei mir,.....eigentlich auch nicht.

Das ist das Eine, trotzdem möchte ich was ändern, da mir die "Sexbestimmtheit" (noch) zu gross ist.
(will auch diese Freiheit erreichen, von der Du im 2. Teil Deiner Mail geschrieben hast !)
Das im Alltag "nach etwas stieren, gieren, etc." habe ich bereits abgestellt.

Mein Problem mit dem Glauben ist eher das, dass ich in allen Dingen Gottes Werk sehe, also auch im Teufel und den bösen Dingen und auch dem Sexualtrieb.

Will sagen, wenn es mir gelingt Dinge, die die SB bisher "belegt" hat durch andere Dinge(sinnvollerere) zu ersetzen, dann sehe ich darin auch Gottes Werk.

Ich muss mich also gar nicht immer direkt auf die Bibelauslegung beziehen.
Die innere Stimme sagt einem auch schon vieles (wieder Gottes Werk)

Insofern, weiss ich auch nicht so genau, wenn ich darüber nachdenke, ob ich einen "unchristlichen" Weg suche, nur dass das :

"Es steht so in der Bibel" Punkt Basta,

deshalb mache ich was so oder so , Punkt Basta,


funktioniert bei mir nicht.


(weil ich glaube, dass es nicht so einfach ist und auch nicht so gemeint sein kann)

Herzlich
Urlauber

Yumiyoshi
Member
 

Eingegeben am: 24 Jun 2007
Herkunft:  
Berichte: 129
Status:  Offline
Mana: 
 Geschrieben: 24 Aug 2011 11:45
 Nennen  Antworten 
Wie aber schon oft in diesem Forum erörtert wurde, gibt die Bibel natürlich nicht direkt Hinweise, wie mit SB umzugehen ist
das stimmt. was es allerdings gibt sind aussagen darüber, wie sexualität gemeint ist (nämlich als akt des einswerdens in liebe als ebenbild der dreieinigkeit gottes), was natürlich auch etwas über selbstbefriedigung sagt (aus meiner sicht: ist themenverfehlung). sie sagt uns etwas darüber, wie wir grundsätzlich mit unseren bedürfnissen umgehen sollen, nämlich so wie paulus es sagt: mir ist alles erlaubt, aber nicht alles ist gut für mich, und ich kann alles tun, aber es soll mich nichts gefangen nehmen. das ist lang noch nicht alles, gibt aber schon einmal eine grundsätzliche richtung vor.

mir gefällt es sehr gut, wie die sandfords, die gründer der elijah house seelsorge, mit dem thema sb umgehen: sie sehen sie nicht als etwas verwerfliches und böses, sondern viel mehr als eine schlechte angewohnheit. das nimmt finde ich viel druck aus der debatte.

Klar ist auch, dass eine Sucht für etwas steht, etwas kompensiert. Übergänge von Sucht , Genuss, usw. gibt es aber auch.
das ist ja meistens so. nehmen wir das rauchen her: das ist zwar grundsätzlich immer ungesund, aber in geringen mengen (wie es z.b. gelegenheitsraucher machen, die bei irgendwelchen festen mal einen zigarillo rauchen oder so, und dann wieder monatelang nix) wird es einen garantiert nicht umbringen. allerdings - und das ist beim rauchen wie bei selbstbefriedigung denk ich ident - gibt es nur wenige leute, die das so schaffen. das gros der raucher hat ein mehr oder weniger starkes suchtproblem. dort körperlich, hier halt auf der psychischen ebene.

Mein Problem mit dem Glauben ist eher das, dass ich in allen Dingen Gottes Werk sehe, also auch im Teufel und den bösen Dingen und auch dem Sexualtrieb.
nun, das mit dem teufel und den bösen dingen unterschreibe ich nicht, sehr wohl aber das mit dem sexualitrieb. wobei ich die reihung in diesem zusammenhang ja bemerkenswert finde, weil sie sehr viel darüber aussagt, wie wir geprägt sind. dass hier etwas, das gott uns geschenkt hat, und zu dem er sagte, dass es sehr gut sei (ich denke nicht, dass gott da ein "malheur" passierte, als er uns als sexuelle wesen schuf, sondern dass das untrennbar mit unserer ebenbildlichkeit zusammenhängt), auf eine stufe mit dem teufel und dem bösen gestellt wird. naja, aber mangels besseren wissens wir die sexualität ja teils immer noch verteufelt. auch in etlichen esoterischen kreisen übrigens, die alles körperliche - so wie fundamentalistische christen - als "niedrigstehend" ansehen, und daher überwinden wollen. die verteufelung der körperlichkeit kommt ja eigentlich nicht aus dem judentum (aus dem das christentum ursprünglich wuchs), sondern aus gewissen richtungen der griechischen philosophie. das judentum steht allem körperlichen sehr positiv gegenüber, schade dass wir diesen wertvollen teil unserer wurzeln so wenig wertschätzen.

Will sagen, wenn es mir gelingt Dinge, die die SB bisher "belegt" hat durch andere Dinge(sinnvollerere) zu ersetzen, dann sehe ich darin auch Gottes Werk.
natürlich. wobei ich nach wie vor überzeugt davon bin, dass ein echtes überwinden erst dann möglich ist, wenn die wunde, die hinter der sucht steht, einigermaßen geheilt ist.

Ich muss mich also gar nicht immer direkt auf die Bibelauslegung beziehen. Die innere Stimme sagt einem auch schon vieles (wieder Gottes Werk)
auch das unterschreib ich dir. denn natürlich spricht gott auf vielerlei weise zu uns, und das berühmte "bauchgefühl", oder die "intuition", oder wie auch immer man das jetzt nennen mag ist oft genug gottes stimme in uns. wobei ich den christlichen exklusivanspruch ablehne - ich bin überzeugt davon, dass gott zu jedem menschen spricht.


"Es steht so in der Bibel" Punkt Basta, deshalb mache ich was so oder so , Punkt Basta, funktioniert bei mir nicht.
das hat bei mir auch nie funktioniert. meine herangehensweise in solchen dingen war immer die, dass ich gefragt habe: "wer sagt das, und warum?". auch  genügt es mir nicht, wenn leute mich mit bibelstellen bombardieren, weil ich überzeugt davon bin, dass die bibel eine in sich geschlossene erzählung ist, durch die sich ein roter faden hindurchzieht (nämlich: wer ist gott, wer sind wir, und was will gott von uns?). viele dieser "totschlagargumente" sind eigentlich aus dem zusammenhang gerissen. und ganz schlimm ist es, wenn dann ein bibelvers gegen den anderen ausgespielt wird, obwohl doch beides in gottes wort steht, und wir uns dann halt die mühe machen müssen, herauszufinden, was das einheitliche prinzip hinter vordergründig widersprüchlichen aussagen sein könnte. nimmt man zum beispiel alle aussagen von paulus, die er über frauen gemacht hat, dann ergibt sich ein deutlich anderes bild, asl wenn man immer nur bei den "frauenfeindlichen" stecken bleibt. das nur als beispiel.

und am ende gilt immer das wort von jesus, wo er sagt: nur ein guter baum bringt gute früchte hervor. in dem sinn könnten wir uns viele diskussionen ersparen, wenn wir mehr auf unser eigenes leben und auf das der anderen achten würden (ganz besonders auf den alltag von montag bis samstag...!!!) - das sagt uns viel mehr darüber aus, ob das leben von mir oder jemand anderem auf einer tragfähigen basis steht, als diskussionen darüber, ob in einer gemeinde nun frauen predigen dürfen oder nicht.

aber zurück zum thema:

du schreibst, du bist dir nicht sicher, wo genau du stehst. ich finde, dass das nicht sooo wichtig ist. wichtig ist, dass du an den punkt gekommen bist, wo du sagst, dass du ein problem hast. und da gilt es, weiterzugehen. wie schauts denn aus, hast du in irgendeiner form auch im realen leben unterstützung? oder bist du erstmal den schritt hier ins forum reingegangen? und wie schauts aus, hast du für dich schon eine idee, wie es für dich weitergehen könnte, oder was wünschst du dir? oder was glaubst du, das dir weiterhelfen könnte?

lieben gruß
y.

Urlauber
Member
 

Eingegeben am: 10 Aug 2011
Herkunft:  
Berichte: 22
Status:  Offline
Mana: 
 Geschrieben: 29 Aug 2011 14:50
 Nennen  Antworten 
Yumiyoshi,

gerne antworte ich auf Deine Fragen, bzw. Anregungen.

wie schauts denn aus, hast du in irgendeiner form auch im realen leben unterstützung?

Ja, allerdings, als ich mich einem (guten) Freund mal geöffnet hatte, hat der nicht so richtig angebissen.
(Wirkte auf ihn nicht so bedrohlich (was ich da erzählt habe), vielleicht hat er auch so ein Problem, etc)


oder bist du erstmal den schritt hier ins forum reingegangen?

Ja, genau.
Orientiere mich noch.

hast du für dich schon eine idee, wie es für dich weitergehen könnte, oder was wünschst du dir?

Ehrlich gesagt,
1) weiss ich noch nicht, ob ich die totale Abstinenz von der SB wirklich anstrebe, oder auch anstreben soll.
Das sagt meine innere Stimme mir (noch) nicht.
2) Wünsche mir den "richtigen" Umgang mit der Sexualität für mich und damit auch mein richtiges (sexuelles) Verhalten im Umgang mit meinen Mitmenschen zu finden.



Noch ein paar Anmerkungen zum vorigen Teil Deiner Mail :

nun, das mit dem teufel und den bösen dingen unterschreibe ich nicht, sehr wohl aber das mit dem sexualitrieb. wobei ich die reihung in diesem zusammenhang ja bemerkenswert finde, weil sie sehr viel darüber aussagt, wie wir geprägt sind.

Zugegebenermassen, war das mit dem Teufel ein wenig provozierend !
Dahinter steht aber meine Auffassung, dass die Allmacht Gottes auch den Teufel miteinschliesst.
Auch er ist ein Werk Gottes, sonst wäre er nicht da. Punkt.

Nach meiner Überzeugung gibt es eben nichts, was nicht von Gott sozusagen "abgesegnet" ist.

Auch (eigenes) Fehlverhalten ist da dabei......
Natürlich kommt man da schnell in Konflikt mit der Beliebigkeit des eigenen Handelns.
Das Problem "mit dem Freien Willen", der manchmal gar nicht so frei ist, und doch....



Herzliche Grüsse
Urlauber


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