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Selbstbefriedigung bei 12-jährigem Jungen
 Moderiert von: pipo  
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VerfasserBericht
Matti
Member
 

Eingegeben am: 27 Nov 2007
Herkunft:  
Berichte: 7
Status:  Offline
Mana: 
 Geschrieben: 28 Nov 2007 21:59
 Nennen  Antworten 
Man kann ja lange im Web nach Seiten suchen, auf denen nicht immer wieder der selbe abgedroschene Müll über Sexualerziehung zu lesen ist ... das hier scheint mir eine zu sein, wo man mit seinen Sorgen hoffentlich einigermaÃen ernst genommen wird. Danke dafür.

Es handelt sich um ein recht sensibles Problem bei einem inzwischen knapp 13-jährigen, dem Sohn einer sehr guten, lieben Bekannten. Da ich (m) ebenso wie sie Christ bin, noch dazu aber über eine pädagogische Ausbildung verfüge, hat sie sich in dieser Angelegenheit an mich gewandt.

Kurz: sie hat herausgefunden, dass der Junge wiederholt Selbstbefriedigung getrieben hat und ist natürlich alles andere als begeistert davon. Um gleich mal klarzustellen: wir gehen beide davon aus, dass dieses Verhalten auch bei einem Jungen seines Alters nicht akzeptabel ist. Er ist sich durchaus dessen bewusst, dass er etwas tut, was einfach nicht ok ist. Wir wissen nicht ganz genau, wie lange das schon so geht, aber aus seinen Angaben lässt sich ableiten, dass es ihm bereits schwer fällt, davon Abstand zu nehmen. Falls er sich also tatsächlich schon in eine Sucht verwickelt hat, dürfte es schwierig werden, etwas dagegen zu unternehmen. Natürlich schämt sich der Junge für die Unart, obwohl er andererseits auch ein bisschen erleichtert ist, dass er sich mit dem Geheimnis nicht mehr alleine herumschlagen muss.

Ich kenne ihn seit seinem 8. Lebensjahr recht gut, somit besteht ein gewisses Vertrauen. Nach einer ersten Bestandsaufnahme (mit seiner Mutter und mir) scheinen seine gesunden Hemmungen durch unerwünschte "Aufklärung" in der Schule brüchig geworden zu sein. Zumindest bezog sich der Junge unter anderem auf Schriften, die an sich gerade an dieser Schule nichts verloren hätten, von seinen Mitschülern damals aber eingeschleust worden waren. Das war kurz vor Ferienbeginn, etwa Juni. Inzwischen sind diese sogenannten "Aufklärungsbücher" dort natürlich seitens der Lehrer längst aus dem Verkehr gezogen, aber das Gewissen des Jungen hat offenbar darunter gelitten. Er sucht die Schuld jedenfalls bei diesen Büchern.

Um es gleich vorweg klarzustellen: Sein Erziehungsmilieu lässt keine andere Option offen, als von Selbstbefriedigung und anderen auÃerehelichen Sexualpraktiken bedingungslos Abstand zu nehmen. Eine nachgiebige Haltung oder gar ein "Freibrief" würde ihn letzlich nur noch tiefer verunsichern und in weitere Gewissenskonflikte treiben. Somit bleibt als Ausweg nur, ihm bei einer Entwöhnung von der Unart zu beizustehen. Aber wie????

Wie kann man dem Jungen helfen? Immerhin handelt es sich um eine sehr persönliche, sensible Sache, von der wir Kenntnis erlangten. Einerseits kann die Angelegenheit nicht so ohne weiteres stehen bleiben, wie sie jetzt ist. Andererseits aber kann und soll ihm seine Mutter ja auch nicht auf Schritt und Tritt nachspionieren, oder ihn gar tagtäglich "verhören" ... Er muss einfach selbständig, aus eigener Kraft heraus damit fertig werden.

Hat jemand Erfahrung mit solchen Fällen??? Ist es möglich, das Verhalten bei einem Jungen dieses Alters binnen kürzerer Zeit vollständig zum Verschwinden zu bringen???

Lone Ranger
Member


Eingegeben am: 28 Jun 2007
Herkunft: Nördliches Münsterland, Germany
Berichte: 98
Status:  Offline
Mana: 
 Geschrieben: 29 Nov 2007 09:13
 Nennen  Antworten 
Hallo, Matti !

Vielen Dank, das Du hier im Forum gepostet hast und das Du sehr ausführlich über das "Problem" des Jungen gesprochen hast. Ich gebe Dir hier meine Sicht der Situation wieder, so wie ich es lese - bitte korrigiere das für Dich, wenn der Sachverhalt anders ist, als ich es empfinde. Meine Antwort stellt nicht notwendigerweise die Meinung von "Blazing Grace" dar, in diesem Fall möchte ich das gerne vorweg schicken und da meine Antwort sogenannte geistliche "Eindrücke" enthält gilt dafür natürlich auch, das wir alles prüfen sollen und nur das (für uns?) Gute behalten brauchen. Ich bin übrigens 46 Jahre alt und Vater von 3 Kindern, 20 /18/7 Jahre, die Ãltesten sind Jungs.

"Der arme Junge" war mein erster Gedanke, als ich Deinen Text gelesen habe und dieser erste Eindruck hat sich in meinem Geist während ich schreibe weiter verstärkt. Ich möchte bei aller Gefahr einer menschlichen Einschätzung deshalb meinen Eindruck weitergeben, das Jesus sagt: "Passt auf, was ihr mit diesem Kind macht!"

Zunächst einmal scheinst Du mir die ganze Angelegenheit zu sehr wie einen Fall zu behandeln. Wenn die Eltern und Du als Pädagoge in der Lage sind, das Kind in Gebet und Flehen vor Gott zu bringen, ihm Gott als einen liebenden Vater und Jesus als Freund und Erlöser vorzuleben (!) und ihn ohne Abstriche und auch mit dieser Sünde anzunehmen und zu lieben schafft Ihr Freiraum für Jesus, der diesem Jungen begegnen will und ihn zu seiner Zeit auch befreit.

Gott weià über die Pubertät, er hat sie erfunden. Er weià um die Probleme in unserer Zeit und die Kinder haben wirklich eine Menge seelischen Stress damit, einfach nur am Leben zu bleiben und durchzukommen. Ich persönlich behaupte, das es kaum ein Junge schafft, ohne Schrammen durch diese Zeit zu kommen.

Glauben wir an einen Gott, der all das für uns getragen hat und der uns versteht? Jetzt zitiere ich Dich: "Sein Erziehungsmilieu lässt keine andere Option offen, als von Selbstbefriedigung und anderen auÃerehelichen Sexualpraktiken bedingungslos Abstand zu nehmen." Das scheint mir eine wahrlich gruselige Formulierung. Dann haben wir ein Problem mit dem Erziehungsmilieu und nicht mit SB bei einem kleinen Jungen.

"Er muss einfach selbständig, aus eigener Kraft heraus damit fertig werden...." ist der nächste Hammer für das Kind.

Das wird so nicht funktionieren. Jesus ist allein unser Helfer und Heil. Wird das Kind zu einer Religion mit Regeln und Sündenlisten oder zu einem liebenden Vater im Himmel und einem "Welch ein Freund ist unser Jesus"- Jesus erzogen? "Kann" Jesus, oder kann er nicht?

Du hast eine pädagogische Ausbildung? Wo ordnest Du dann Formulierungen wie "...das Verhalten bei einem Jungen dieses Alters binnen kürzerer Zeit vollständig zum Verschwinden zu bringen" in Deinem pädagogischen Spektrum ein? Wir sind doch nicht CHristen geworden, um "Verhalten" zum Verschwinden zu bringen, sondern Sünder und Sünde zu Jesus - an das Kreuz -und dazu braucht es damals wie heute die übernatürliche Kraft Gottes und seine Gegenwart. Sonst hätte es nicht Gott selbst gebraucht, der für uns diesen Weg gegangen ist. Das Gesetz war darauf angelegt, Sünde als Sünde zu markieren und BuÃe und Opfer waren dafür da, es zum "Verschwinden" zu bringen. Dafür ist Jesus gekommen, um ein entgültiges Opfer zu bringen, für den Fall das wir sündigen und um weiter in Gottes Nähe bleiben zu können. Aus dieser Beziehung zu Jesus erwächst dann unsere ständige Distanz zur Sünde... nicht durch "verschwinden".

Weist Du, das niemand, der seine Sünden allein und aus eigener Kraft verschwinden lässt, oder es versucht, in der Ewigkeit bei Gott sein wird? (Römerbrief/Galatherbrief) Wollt ihr den Jungen dazu erziehen religiös zu werden oder ein fröhlicher Nachfolger des Herrn.

Ich betrachte SB als Sünde, damit hier keine MiÃverständnisse auftreten und ich glaube, das bei diesem Jungen jetzt viel mehr Liebe und Verstehen hinein muà als eine schnelle Problemlösung. Mit "das Ding muà schnell vom Tisch" wird aus dem kleinen Mann ein Heimlichtuer und Heuchler, der später groÃe Probleme haben wird, mit seinen Sorgen, Problemen und Sünden zum Pappa im Himmel zu kommen.

Wir sind gehalten, solchen "Kleinen" auch wenn sie Stress mit dem groÃwerden haben, kein Hinderniss auf ihrem Weg zu Jesus zu legen. In diesem Sinn bitte ich meine Worte zu verstehen. Jesus ist sehr an dem Kind interessiert, ich hoffe das Du und die Eltern von Gott die Kraft bekommen, von jedem fallbezogenen Denken Abstand zu nehmen und auch einmal das eigene Gottesbild einer biblischen Prüfung zu unterziehen.

Aus meiner Sicht kann ich aus Deiner Fragestellung keine andere befriedigende und Gott gerecht werdende Antwort ableiten.

Ich habe mich innerlich mit dem Jungen identifiziert, nicht mit Deiner Aufgabenstellung. Das hat eine gewisse "Distanz" aufgebaut, die Du empfindest, wenn Du meine Zeilen liest. Ich verstehe uns Beide im Dienst an diesem Jungen und vor Gott und deshalb bist Du als Mensch in meiner Antwort zu kurz gekommen. Ich möchte betonen, das ich keine persönliche Distanz zu Dir habe und Dir wünsche, das Du über diese Aufgabenstellung eine neue Tiefe im Zugang zu Gott und anderen Menschen findest und für Dich diese Herausforderung zu einem echten Segen wird.

Alles Liebe, Lone Ranger

Meine Bitte an die anderen "Member" hier:  Ich habe es mir mit dieser Antwort nicht leicht gemacht und bin stark vom Blickwinkel des Kindes ausgegangen und habe versucht, das Herz Gottes in dieser Angelegenheit zu spüren. Ich bitte Euch, hier ggf. mit weiteren Aspekten zu ergänzen, damit der "Matti" von der Vielfalt profitieren kann, die es bei Gott immer gibt.

 

Mario
Moderator


Eingegeben am: 7 Jun 2007
Herkunft: Regensburg, Germany
Berichte: 427
Status:  Offline
Mana: 
 Geschrieben: 29 Nov 2007 14:54
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Lieber Matti,

ich war ziemlich geschockt, als ich dein Posting gelesen habe.

Schuld daran war allerdings weniger die Tatsache, dass der Sohn deiner Bekannten masturbiert, so traurig es auch ist, wenn er hier in einer Sucht feststeckt, sondern vielmehr der eiskalte Wind, der einem beim Lesen deiner Mitteilung ins Gesicht schlägt.

Vieles, was du schreibst klingt so brutal lieblos, dass es mir kalte Schauer über den Rücken treibt. Ich hoffe von ganzem Herzen, dass dies nicht das familiere Millieu ist, von dem du gesprochen hast und in dem der Junge lebt.

Ich glaube es ist völlig belanglos unter welchem Einfluss der Sohn deiner Bekannten in der Schule steht. Die Eltern sollten auch nicht dort nach Schuldigen suchen, sondern zu allererst im Licht Gottes bei sich selbst. Was könnte falsch gelaufen sein, wo könnten Fehler gemacht worden sein, anstatt die Schuld bei Anderen ausmachen zu wollen.

Niemand von uns steht auch nur einen Deut besser, oder gerechter da, als dieser Junge. Keiner hat das Recht mit dem Finger auf ihn zu zeigen, oder sich anzumaÃen ihm vermeintliche Unarten wegerziehen zu wollen.

Die Eltern sollten offen sich einmal vor Gott stellen und Fehler er- und bekennen. Und dann die Not ihres Jungen ganz bewuÃt im aufrichtigem Gebet in Seine Hände geben. Gebt den Jungen frei, sprecht die möglichen Folgen und Probleme einer Sucht auf Augenhöhe und in Demut an. Macht ihm bitte, bitte niemals Vorwürfe, oder droht gar mit Strafe und etwaigen MaÃnahmen. Gott liebt diesen Menschen, wie es sich niemand auf dieser Welt vorstellen kann. Lasst diese Liebe Gottes in euren Herzen erwachen und dann gebt sie an den Jungen weiter. Vertraut Jesus Christus, dass Er und nur Er Menschen aus aller Gebundenheit befreien kann. Schaut auf Ihn und nicht auf die Umstände. Habt Geduld und erwartet keine Heilung von jetzt auf gleich. Aber ihr dürft dann erwarten, dass sie unweigerlich kommen wird, davon bin ich überzeugt.

Alles Liebe und Gottes Segen

Mario

Letzte Änderung am 29 Nov 2007 17:14 von Mario

leo050986
Guest
 

Eingegeben am: 
Herkunft:  
Berichte: 
Status:  Offline
Mana: 
 Geschrieben: 29 Nov 2007 16:54
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Lieber Matti,

liebt den Jungen von ganzem Herzen, aber predigt ihn nicht an. Sagt ihm das SB sünde ist, Jesus ihn aber trotzdem von ganzem Herzen liebt und genau für solche Sünden bereits bezahlt hat. Zeigt Ihm auf, was ihm die Selbstbefriedigung kostet: Zeit, Kraft, Sündig fühlen usw. Erklärt Ihm den weiteren Weg, den er gehen wird, wenn er sich beherrschen Läst, nämlich rein in den Pornokonsum oder Härteres.

Ich schreibe dies, weil ich auch mit 12 oder 13 Jahren mit der Selbstbefriedigung angefangen habe und mit 16 den Pornokonsum begann und bis Heute (Ich bin jetzt 21 und habe mit 19 Jesus kennengelernt) mit Jesus an meiner Seite dagegen kämpfe. Wie es Lone Ranger schon gesagt hat: "Bringt diese Angelegenheit vor Gott und lasst Ihn machen" Aus euch selbst heraus könnt ihr da nichts tun. Es ist so wichtig, das er sich in jedem Fall von euch geliebt und angenommen fühlt und nicht blos als "Fall in irgendeiner Akte." Betet für ihn und erzählt Ihm von Jesus und bringt Ihm keine stumpfe, angstmachende, ritualstrotzende RELIGION bei. Vielleicht benutzt Jesus seine SB genau dazu ihn zu der Erkenntnis zu führen, das er ein Sünder ist, und dadurch sein Herz besonders weit für den Lebendigen Gott wird und er Jesus als seinen Retter und Heiland annimmt. Leider weià ich mittlerweile nicht mehr was die Ursache war, warum ich mit der SB Anfing, aber eines weià ich. Ich wurde vor vielem Gewarnt: Rauche nicht, nimm keine Drogen etc. Aber vor der macht der Sexualität warnte mich keiner. Da hat der Junge in meinen Augen schon mal einen Vorteil. Ich denke was wichtig ist speziell bei euch und besonders uns Christen: "Dass wir Vorbilder sind." Wir können Ihm nicht sagen, das es nicht gut ist, aber wir selber tun es Täglich und unternehmen keinen Deut um Umzukehren.

Gott segne den Jungen und euch mit viel Einfühlungsvermögen und Liebe! 

Matti
Member
 

Eingegeben am: 27 Nov 2007
Herkunft:  
Berichte: 7
Status:  Offline
Mana: 
 Geschrieben: 30 Nov 2007 13:57
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Vielen Dank für die bisherigen Reaktionen. Nun fühlte ich mich beinahe ein bisschen persönlich angegriffen, denn "gerade ich als Pädagoge und dann sowas" (so kommt es ja in den Antworten rüber). Natürlich verstehe ich aber nur allzu gut, was Ihr meint. Ich sitze zwischen den Stühlen, denn einerseits erwartet sich seine Mutter vollste Loyalität meinerseits. Vater gibt es keinen, also erhofft sich sich nun von mir die Rolle der "Autorität", die sich als Mann da noch besser auskennt und ihrem Sohn gleich mal gründlich die Leviten liest. Ich lasse mich aber nicht in der Weise vereinnahmen, wie es vielleicht im ersten Posting rüber kam. Denn andererseits ist mir ebenso wie den anderen hier völlig klar, dass man den Jungen nicht einfach so unter Druck setzen darf. Nicht obwohl, sondern WEIL ich Christ, aber auch Erzieher bin, lässt es mich nicht kalt, wenn ich zusehen muss, wenn eine Mutter solchen Druck ausübt, dass ein Mensch von kaum 13 Jahren wegen einer keineswegs seltenen Jugendsünde kaum das Heulen unterdrücken kann und sich wie der letzte Abschaum vorkommt. Ich kann nur beten, dass a) seine Mutter bald versteht, dass es in dem Alter nicht so mirnixdirnix klappen kann, wie sie sich das vorstellt und b) dass der Junge sowohl von allzu häufigen Fehltritten als auch von der Gesetzlichkeit seiner Mutter Abstand gewinnt.

Das "Erziehungsmilieu" dieses Jungen ist somit leider tatsächlich repressiv, sobald es um derartige Dinge geht ... Wir HABEN also ein Problem damit. So gesehen ist dies tatsächlich ein "Fall". Ich sehe das Verhalten des Jungen zwar auch als problematisch und sündhaft an, aber kopflos bin deswegen nicht ich, sondern seine Mutter. So liebevoll sie ansonsten auch mit ihrem Sohn umgehen mag, gerade da klinkt sie aus und kann nicht mehr. Das, was dann läuft, IST nicht mehr liebevoll. Sie verhält sich so, als hätte er sich etwa ins Drogenmilieu verwickelt oder ähnliches. Ihr Sohn macht ihr damit scheinbar richtige Angst. Woran das liegt, weià ich (noch) nicht genau und ich lasse es mal dahingestellt. Deshalb auch meine etwas spitze Formulierung von wegen "Verhalten zum Verschwinden bringen". Das meine ich voll und ganz so! Unter den gegenwärtigen Bedingungen wäre es wahrlich einfacher für den Jungen, er wäre bald über das Verhalten drüber ... Er wäre ein quälendes Problem los. In dem Alter aber und schnell? Lone Ranger, du schreibst: "... und ich glaube, das bei diesem Jungen jetzt viel mehr Liebe und Verstehen hinein muà als eine schnelle Problemlösung." Das müsste man der Mutter aber erstmal verklickern, und da beiÃt man (vorläufig) auf Granit, leider! Es heiÃt dann, wehret den Anfängen, denn jede kleinste Nachgiebigkeit bei sowas führt ja doch nur zu vorehelichem Sex, zu Ausschweifungen wie Homosexualität usw. usf. Man muss das energisch unterbinden etc. pp. Eben so, als wären all diese Folgen bei einem Jungen dieses Alters zwingend vorprogrammiert, sobald er halt dann und wann mal ausrutscht. Jedes Gottvertrauen verlässt sie, sobald es um sowas geht. Klar überträgt sich das dann auf ihren Sohn und erzeugt damit eher Verkrampfung und Angst bei ihm, so dass die Voraussetzungen für einen umsichtigeren Einstieg in sein Leben als Geschlechtswesen eher noch schlechter werden als besser.

Ich habe ihm das alles in eine andere Sprache übersetzt und ihm sinngemäà deutlich gemacht, dass wir mit unserer Sexualität recht behutsam und vorsichtig umgehen sollten, weil sie schlieÃlich sehr viel mit Liebe zwischen zwei Menschen, aber auch mit Schöpferkraft zu tun hat und die damit verbundene Lust deshalb von diesen Eigenschaften nicht so ohne weiteres entkoppelt werden sollte. Anderes könnte zu unvorhersehbaren Problemen wie Sucht, Abstumpfung usw.  führen. Das alles hat er auch recht gut verstanden oder vielmehr: dass war ihm zumindest mental sowieso schon zuvor klar.  Die Rede war dann aber davon, dass er sich deswegen schon vor der Entdeckung seiner Mutter öfter vorgenommen hätte, es nicht mehr zu tun, aber es sei ihm jedes Mal wieder passiert. Druckausübung ist also mindestens schon deswegen unangebracht, weil er sowieso spürt, dass da irgendwas noch falsch läuft. Würde ihm das erstmal zu einer gewissen Aufmerksamkeit, Nachdenklichkeit Anlass geben, und könnte er sich in ruhigem, freien Gottvertrauen angenommen fühlen, dann wäre das wohl der einzig richtige Weg, wie auch ich meine. Der Junge ist prinzipiell gutwillig und ohnehin recht sensibel für solche Zusammenhänge, er hat das alles einfach nicht verdient. So, wie es jetzt ist, hält er sich deswegen aber für das Allerletzte und ist total verzweifelt.

Allerdings bin ich auch deswegen für die bisherigen Postings dankbar, weil ich mich ja erneut seiner Mutter gegenüber auf so manches beziehen kann, was Ihr geschrieben habt, z. B. Lone Ranger: "Verhalten zum Verschwinden bringen" <-> "Sünder zu Jesus" usw. Ich denke, der Junge sollte so weit kommen, dass er begreift, dass Gott auch in dieser Sache auf ihn aufpasst und früher oder später eine Lösung zeigen wird (und nicht seine Mutter oder ich). Nach allem, was ihr geschrieben habt, neige ich nun eher zur Auffassung, dass es das beste wäre, dem Jungen zu einer gewissen inneren Unabhängigkeit von dem zu verhelfen, was seiner Mutter vorschwebt. Keinesfalls würde ich seine Gewohnheit damit gutheiÃen, aber er soll sich vielleicht mehr auf Jesus verlassen als auf seine Mutter oder auf mich. Ich sehe die beiden nun eine Woche lang nicht. Vielleicht macht sich die Mutter inzwischen ja auch ein paar Gedanken ...

 

Lone Ranger
Member


Eingegeben am: 28 Jun 2007
Herkunft: Nördliches Münsterland, Germany
Berichte: 98
Status:  Offline
Mana: 
 Geschrieben: 30 Nov 2007 14:27
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Hi Matti,

da fällt mir ja zunächst der fast zitierte Mühlstein vom Herzen - was Dich betrifft. Werde an diesem Wochenende nicht viel hier sein... Nur ein Gedanke, wie Du die Mutter (evtl.) kriegst...

Der Junge hat kein echtes Problem mit SB - sondern da stimmt irgendwas nicht mit der Mutter - Vater | Mutter - Sohn Rolle. Wo ist der Mann? Kommt der Junge nach dem Vater? Was war mit dem? Hat er die Mutter betrogen? Betrügt der Junge jetzt durch SB die Mutter, wie derater damals.

Mir gruselts immer noch, wir sind - historisch gesehen - an einer ziemlichen Weichenstellung für den Jungen und Du brauchst hier unser ALLER (Hey Leute!)Gebet, Matti.

In der Pubertät wird das Frauenbild und Männerbild inkl. sexuellen Tendenzen geprägt. Aha! Abwesender Vater + verdrehte Frau Mutter + sensibeles Kind = hohe Chance für Verklemmung oder Homosexualität... Klassische Kombination. Die Mutter schafft dann, was dem Teufel allein nicht gelingen kann.

Versuche, indem Du wegen dem Jungen fragst, also nicht direkt, da rauszuhören, was die Frau wohl für ein Männerproblem hat. Es liegt da wohl an, das der Junge sonst während seiner ganzen Jugend die Last des nicht vorhandenen Vaters trägt, und so... kennst Du sicher, die Sache mit Projektion.

Mach mal Recherche und ich freue mich, das der Junge Dich als Verbündeten hat!! Echt Matti, den Job möchte ich nicht haben - aber ich denke Jesus hat mit Dir da den richtigen Mann am Start.

Kann es sein, das Du in Deiner Anfrage (oben) vom Schreibstil her die Mutter gespiegelt hast? Der 2te Text von Dir war eine ganz andere Person. Oder haben wir da noch ein Problem mit eine dualen Persönlichkeit bei Dir.. :D 

Blessings und viel Erfolg :)  Lone Ranger!

 

Matti
Member
 

Eingegeben am: 27 Nov 2007
Herkunft:  
Berichte: 7
Status:  Offline
Mana: 
 Geschrieben: 1 Dez 2007 18:51
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Lone Ranger, du hast offenbar den Bogen raus, wenn ich deine Stellungnahmen so lese ... Nicht zuletzt aus Gründen der Diskretion habe ich es bisher zwar vermieden, die Mutter irgendwie auf die Ãberdrüberpsychologische auszuquetschen. Das Thema "Ex" ist für die Frau ein Reizthema, das ich von mir aus lieber nicht so ohne weiteres anspreche. Aber eines ist klar: Der Vater des Jungen ist schon längst wieder verheiratet, lebt weit weg und besucht seinen Sohn + seine Ex maximal alle 3 bis 4 Monate einmal. Also praktisch nicht vorhanden. Persönlich kenne ich ihn nur von zwei sehr kurzen, wenig aussagereichen Begegnungen. Die Scheidung erfolgte, noch bevor ich die Frau kennengelernt hatte, somit kann ich die ganze Sache nur aus ihrer Sicht beurteilen. Angeblich sei der Vater immer schon ein notorischer Playboy gewesen, der sich einen Dreck um die Familie geschert hätte. Irgendwann war es so weit, dass sie seine ganzen Entschuldigungen und Beteuerungen satt hatte. So kam es dann eben zur Scheidung. Das Alkoholproblem der Mutter hatte so richtig erst zur Zeit der Scheidung begonnen, ist aber seit Ã¼ber 3 Jahren kein Thema mehr. Sie ist 100% clean und hat nach dem Klinikaufenthalt Jesus in ihr Leben gelassen. Zwischendurch war der Junge auf Anordnung des Jugendamtes vorübergehend in Heimen und Wohngruppen untergebracht, das Sorgerecht lag damals bei der Behörde. Das war auch die Zeit, in der ich die beiden kennengelernt hatte. Aber wie gesagt, ich beziehe mich vorwiegend auf das, was die Frau mir erzählt hat. Sobald das Gespräch auf ihren Ex kommt, ist nichts als Ablehnung, Verbitterung und Hass zu spüren.

Nun liegt es natürlich nahe, hier gewisse Zusammenhänge zu unterstellen. Möglicherweise will sie über ihren Sohn irgendwas "reparieren", gewissermaÃen. Derweil bin ich noch vorsichtig und möchte auch nicht allzu viel rein interpretieren. Die Rolle des "Familientherapeuten" liegt mir ehrlich gesagt auch eher weniger, um es mal so auszudrücken. Mir geht es nur darum, dass der Junge einen Weg aus der derzeitigen Misere findet. Der hat eh schon so viel hinter sich und ist trotzdem noch irre gut drauf, lernt gut, zeigt sogar erstaunlich hohe soziale Kompetenz usw. Was seinen Glauben, sein Wissen über Jesus angeht, so kann man sich nur wundern. Alles spricht für ihn, denn andere Kinder mit ähnlichem Lebenslauf sind mitunter ja total fertig, zeigen massenhaft Verhaltensauffälligkeiten usw.

Lone Ranger, du schreibst, dich gruselt es immer noch ... ja und was denkst du, wie es mir geht, wenn ich an die kommende Woche denke. Wir sehen uns nicht, und ich muss mal davon ausgehen, dass die gute Frau ihrem Sohn weiterhin ständig nachspioniert, rumkontrolliert, ihn ggfs. zur Rede stellt, ihm womöglich mit einem neuerlichen "Verhör" in meiner Anwesenheit droht etc. Das ganze war ja nicht nur für den Jungen Ã¼berrumpelnd, sondern auch für mich. Ich wusste nicht, worum es ging. Erst als sie ihm in meiner Gegenwart sowas wie ein "Geständnis" abgenötigt hatte, konnte ich anfangen, mich überhaupt erst drauf einzustellen. Ganz offensichtlich war es ihr Ziel, den Jungen zu demütigen oder zu beschämen. Herhalten dazu musste kein anderer als ich, weil dem Jungen sehr viel an meiner Achtung liegt. Das ganze war kopflos, menschlich wie erzieherisch voll daneben und auch unchristlich. Aber nicht nur für den Jungen, denn auch ich fühlte mich sehr unangenehm berührt. Das Dumme daran ist, dass ich in dieser Situation keinen wirklich klaren Gedanken fassen konnte. Meine erste Idee dazu war nur: "Um Himmels Willen, du musst jetzt irgendwas unternehmen, damit der kleine möglichst schnell damit aufhören kann". Ich hätte ihr gegenüber von Anfang an klar stellen müssen, dass ich nicht die Rolle spielen werde, die sie mir da offenbar zugedacht hat. Nach derzeitigem Stand der Dinge würde sie sich dann aber geradezu verraten fühlen und das ganze erst recht im Alleingang durchziehen. Also wenn sozusagen "ausgerechnet jemand wie ich" sowas auf die leichte Schulter nimmt und dem Jungen einen "Freibrief" ausstellt. Dabei mache ich das ja gar nicht. Im Gegenteil, ich habe ihm nur ein wenig unaufgeregter bzw. sachlicher erklärt, was seine Mutter wohl wirklich meint.

So ist mir auch klar, dass sich in meinem ersten Posting (wenige Stunden nach dem blödsinnigen Verhör) noch einiges von den Beklemmungen bzw. Bedürfnissen der Mutter wiederspiegelt. Das Problem der "dualen Persönlichkeit" hab ich derzeit also durchaus, denn die Mutter ist sich ihrer Sache sowas von sicher und käme derzeit wohl kaum auf die Idee, das ganze von einer anderen, weniger angstbesetzten Seite zu sehen. So ganz kann ich sie einstweilen eben noch nicht "enttäuschen". Scheinbar braucht sie dringend einen, der dafür sorgt, dass ihr Sohn nicht die geringsten Anzeichen des Erwachsenwerdens zeigt ... Nichts macht ihr mehr Angst, als ihren Sohn erneut zu verlieren. Sie krallt mit buchstäblich allen Mitteln.

Ich finde es toll, dass ihr euch des ganzen so annehmt und für den Jungen sogar betet. Das braucht er aber auch, denn was die Scheidung, die Heimaufenthalte und all die neunmalklugen Jugendamtsmacker  bei ihm nicht geschafft haben - die Mutter ist drauf und dran, es hinzubekommen ...

Lone Ranger
Member


Eingegeben am: 28 Jun 2007
Herkunft: Nördliches Münsterland, Germany
Berichte: 98
Status:  Offline
Mana: 
 Geschrieben: 1 Dez 2007 20:20
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Lieber Matti,

ich kann Dir nur eine kurze Antwort geben - ich habe heute und morgen lieben Besuch und bin eine wenig konzentriert dabei. Wenn ich hier im Forum schreibe, dann passiert es manchmal, das Gott mir durch seinen Geist einen Einblick in die Situation hinter dem Posting gibt. Eben auch nur wenn er das will und dann schreibe ich auch mal Sachen, von denen ich rein menschlich denke, das die nach hinten losgehen werden, ja müssen. :-))  Ich freue mich dann selbst wie ein kleiner Schneekönig, wenn der Herr die Botschaft gebrauchen kann und keine Leichen auf dem Weg bleiben und lerne wieder ein Bisschen davon, wie anders Gott ist als wir denken und wieviel gröÃer er ist, alsich ihm zutraue.

Zu Dir und Deinem Einsatz:

Kannst Du Dich in dieser Sache bitte ganz auf Gott "werfen"? Er hat das ganze Ding zur Chefsache gemacht und Du bist in dieser Situation nicht allein, ja ER liebt die Mutter und den Sohn und Du bist die Person, die im Moment genau an der richtigen Stelle ist. Allein was hier passiert, und ich diene da nur als Werkzeug, als durchlaufender Posten, sollte Dir das zeigen und Dir Mut machen, das Du in was gröÃerem drin bist.

Bleib weiter in Deiner Haltung, die beide Personen sieht. Das hast Du richtig gemacht! Darf ich Dir prophezeien?

Der Herr sagt: "Matti - Du bist an der richtigen Stelle. Als Mensch kannst Du hier nur alles verkehrt machen, als mein Kind kannst Du alles tun, was Heilung bringt. Verlass Dich drauf, ich werde Dich in Situationen bringen, da wirst Du denken, 'ich kann nur alles schlimmer machen' und dann verlässt Dich Deine eigene Weisheit. Achte dann auf mein Wort, ich werde Dir ein kleines Wort geben, oft nur einen flüchtigen Gedanken. Du wirst denken: 'gewagt, gewagt' - aber setze dann auf dieses Wort, auf diesen Gedanken und ich werde das Gespräch leiten, ich werde bei Dir sein. Verzage nicht, wenn es Tränen gibt, und verzage nicht, wenn Du denkst, Du hast einen Fehler gemacht. Ich will Heilung bringen und ich will das durch Dich tun."
Okay, soweit das Wort - Matti, wow, Du wirst in dieser ganzen Angelegenheit wohl nicht das Gefühl haben, irgendwo die Kontrolle zu haben, oder wirklich zu wissen, wie es weitergeht... Aber Du wirst erleben, wie Jesus Dich in einer Art und Weise begleitet, die jenseits Deiner bisherigen Grenzen liegt, wenn Du einwilligst.

Es ist deutlich zu spüren, das Gott ein sehr grosses Interesse an der Situation hat... das kann Dich entspannen. :-)

Blessings, Lone Ranger

 

Matti
Member
 

Eingegeben am: 27 Nov 2007
Herkunft:  
Berichte: 7
Status:  Offline
Mana: 
 Geschrieben: 12 Dez 2007 21:46
 Nennen  Antworten 
Erst gestern habe ich David und seine Mutter wieder getroffen. Es gab letzte Woche einen wichtigen Test in der Schule, und dabei schnitt er diesmal leider einmal nicht ganz so gut ab wie sonst. Dass seine Mutter hier unter anderem auch Verbindungen mit seinem Verhalten herstellt, war ja kaum anders zu erwarten. Noch dazu, wo sie ihn ausgerechnet am Abend vor dem Test wieder mal dabei erwischt hat.

Die Frau ist dermaÃen übersensibel, was das angeht ... Er hätte angeblich zu viele solcher dreckigen Gedanken im Kopf, es sei kein Wunder, wenn sich das auch auf die Leistung auswirkt; es geht bergab mit ihm, bald wird ihm wohl alles egal sein, ganz wie der Vater usw. usf.

Nun war genau DAS aber ein guter Ansatzpunkt für mich, denn ich konnte ihr immerhin ganz lakonisch die Frage stellen, ob solche Zusammenhänge für sie zwingend seien ... Vielleicht gäbe es andere Möglichkeiten, das Versagen ihres Sohnes zu deuten ... vielleicht würde nicht die Selbstbefriedigung an sich, sondern eher der ständige Druck und die Big Brother-mäÃigen Kontrollen dem Jungen so zusetzen, dass er sich nicht mehr so gut auf anderes wie z. B. Lernen konzentrieren kann. Mir war schon klar, dass ich damit in ein Wespennest steche, aber was anderes konnte und wollte ich diesmal nicht mehr sagen. Es ist mir irgendwie "rausgerutscht", ohne dass ich groà überlegt hätte. Die erste Reaktion der Frau war denn auch erstmal nur Schweigen und ein ratloser Blick. Dann fiel die vorwurfsvoll untertönte Frage an mich, ob sie ihm "das" nun allen Ernstes einfach ungehindert durchgehen lassen solle. Einfach "ja" zu sagen, wäre in dieser Situation sicherlich zu viel und auch unangebracht gewesen, aber immerhin konnte ich diesmal andeuten, dass es vielleicht andere Möglichkeiten gäbe, dem Jungen zu besserem Umgang mit allfälligen Versuchungen zu verhelfen. Nur bräuchte das eben Zeit und Gottvertrauen.

Es ist nicht einfach, dieser Mutter derartiges zu vermitteln. Sie fühlt sich sehr schnell in ihren mütterlichen Kompetenzen angegriffen, sobald man nur leise Kritik daran übt. Dabei gibt es diesbezüglich eh nicht viel zu kritisieren, überhaupt wenn man ihr schwieriges Vorleben berücksichtigt. Sie und ihr Sohn haben sich ja geradezu vorbildlich aus all den früheren Problemen wieder hochgerappelt. Nur eben darf keiner ihre Rolle als Mutter allzu sehr in Frage stellen ... Trotzdem scheint es da an irgend einer Stelle "klick" gemacht zu haben. Im Verlauf des Gesprächs kam nämlich von IHR dann irgendwann mal die Frage, ob das aus meiner Sicht so eine Art "heiliges Glaubensprinzip" sei, das wirklich für alles gelte, also sogar für solche Dinge, die ihr Sohn macht. Mich hat es fast umgehauen, denn FAST GENAU DIESELBE FORMULIERUNG verwendete ich in einem anderen Thread, HIER, IN DIESEM FORUM!!! (siehe http://www.blazinggrace.de/forum/forum8/85.html Eintrag vom 10. Dez. 2007)!! Es kommt mir so vor, als könnte sie nun beginnen, ihre eigenen Befangenheiten, ihre höchstpersönlichen Motive auch hinsichtlich solcher (zugegeben etwas schwierigen) Erziehungsfragen mal unter solchen Aspekten zu hinterfragen ... Das Gute an alledem ist ja, dass sie für jede Hilfe prinzipiell empfänglich ist, die von Gott kommt. So schwierig es ansonsten für sie sein mag, Kritik unwidersprochen zu lassen, so deutlich zeigte sich diesmal, dass sie auch in diesem Punkt die Bereitschaft entwickelt, lieber Gott "machen zu lassen", anstatt selbst groà mit dem erhobenen Zeigefinger im Zimmer ihres Sohnes aufzukreuzen.

Gleich danach kam auch David wieder rein, und weil er ohnehin mitbekommen hatte, dass es wieder mal um seine Unart ging, fragte ihn seine Mutter, ob er sich auch mit so etwas "Peinlichem" Gott ganz anvertrauen wolle. Diese Frage war schon deswegen sehr gut, weil David ja bereits einiges hinter sich hat ... er weià bereits ganz genau, dass seine Mutter und er aus allem Bisherigen nur durch volles Gottvertrauen hatten herausfinden können. Und all diese Probleme waren beileibe weitaus gröÃere als bloà "Selbstbefriedigung". Wenn uns Gott da geholfen hat, dann wird er sicher auch hier helfen. So ähnlich formulierte er es jedenfalls selbst. Sie meinte daraufhin, dass sie ihm wieder vertrauen würde, wenn er das alles so sieht.

Ich denke, seiner Mutter gibt das alles nun ein gewisse Beruhigung. Immerhin kündigte sie an, sich nun nicht mehr so fertig zu machen und nie mehr ohne Anklopfen ins Zimmer oder ins Bad zu platzen. Mir ist schon klar, dass sie noch gewisse Ressentiments hat. Wahrscheinlich sitzt sie nach wie vor auf Nadeln bei dem Gedanken, was ihr Sohn nebenan wieder treiben könnte. Alleine schon die Frage an mich, wie lange es meiner Ansicht nach nun dauern könnte, bis dieses Verhalten ganz aufhört. Das ganze hat nach meinem Gefühl noch ein bisschen zu viel von einem "Versprechen", einem "wechselseitigen Abkommen" (nach dem Motto: "wenn du dich bemühst, gebe ich Ruhe") ... Nur eben scheint nun doch der allererste Schritt in eine andere Richtung, zu einer etwas gelösteren Haltung getan zu sein. Sie dürfte langsam eine Ahnung davon bekommen, ob und wie ihre Ãngste mit ihrem früheren Schicksal (und nicht mit irgendwelchen "Gewissensdefekten" seitens ihres Sohnes) zusammenhängen. Vor allem aber lässt sie David nun in Ruhe (zumindest gibt es guten Grund, davon auszugehen). Das ist schon sehr viel, verglichen mit allem, was sich noch vor 2 oder 3 Wochen abspielte. Mehr kann man vorläufig auch kaum erwarten.

Bitte betet weiter! Danke euch.

Letzte Änderung am 13 Dez 2007 07:29 von Matti

Gast
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 Geschrieben: 31 Jan 2008 19:18
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 Was ist Sünde und was nicht?

Es gibt Leute die trinken gerne mit Freunden Wein. Und es gibt Alkoholiker.
Es gibt Leute, die rauchen gerne mal mit Freunden eine Zigarre. Und es gibt Kettenraucher.
Es gibt Ehepaare die Pornographie als luststeigernd empfinden. Und es gibt Pornosüchtige.
Jeder Mensch masturbiert. Und es gibt süchtige, die davon nicht loskommen.
Es gibt christliche Gruppen, bei denen Frauen Kopftücher tragen müssen. Und solche, wo dies nicht der Fall ist.
Es gibt christliche Gruppen, die sich relativ wenig um die Hölle scheren. Und solche, deren einziges Thema Satan zu sein scheint.

Die Art, wie hier verächtlich und angewidert über das Thema Sexualität und Selbstbefriedigung gesprochen wird, empfinde ich als irritierend.
Natürlich ist SB etwas egoistisches. Genauso wie ein gutes Essen, meine Liebslings-Fernsehserie, ein Glas Wein oder alles andere, was mir Spaà macht.
Alles ist giftig - es kommt nur auf die Dosis an!

Ich weigere (!) mich, Alkohol, Zigaretten, Pornographie und erst Recht Masturbation per se zu verurteilen.
Hat Jesus nicht genau davon (!) Abstand genommen? Diesen rein moralischen Gesetzen? Gerade wir Christen sollten endlich über die Dimension der "Moral" hinauswachsen.

Warum gibt es, gerade (!) in religiösen Familien so häufig MiÃbrauchsfälle und Doppelleben? Weil da eine unendliche Differenz herrscht, zwischen dem wie man sich nach auÃen und vorm Herrn Jesus gibt und wie man selbst in der dunklen Kammer ist.
Mir tun Kinder wie der 12jährige Junge hier ooooohne Ende leid, weil er in seiner christlichen Erziehung vor allem eines lernt: Der "liebe" Gott sieht alles, hasst alles und alles was man tut, muà man heimlich tun, damit die Nachbarn, die Eltern, die Gemeinde und auch der Herr Jesus es auf keinen Fall mitbekommen.

Genau das habe ich sooooo oft erlebt und es ist jedesmal traurig.

Und ja: Ich bin ein Sünder. Ein entsetzlicher sogar. Aber Stolz und diese kalte, kranke Art unsere Gemeindemitglieder sanft auf ihre Sünden hinzuweisen sind in Gottes Augen sicher schmerzhafter, als die Selbstbefriedigung pubertierender Kinder...

*kopfschüttel*

Mario
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Eingegeben am: 7 Jun 2007
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 Geschrieben: 31 Jan 2008 21:51
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Hallo Gast,

wenn auch nicht in allen, aber in manchen Punkten und Ansätzen gebe ich dir recht. Leider weht in Christlichen Gemeinden und Familien heutzutage ein eiskalter Wind. Jede Liebe ist durch Gesetzlichkeit erstickt, weil man selbst diesen liebenden Gott noch nicht erkannt hat. Im Englischen gibt es hier einen Begriff der das hervorragend beschreibt: ''Judgmental Attitude''. Wundert es dann, dass 50% aller christlichen Männer in den USA ein Suchtproblem mit Pornographie habe. Leider ist das so (Deutschland macht da mit Sicherheit keine Ausnahme) und leider ist auch hier auf dem Board dieser Trend in den letzten Tagen aufgebrochen.

Danke für deinen Input und deine Gedanken und herzlich willkommen auf Blazing Grace!

Liebe GrüÃe

Mario

 

Klingel
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 Geschrieben: 16 Nov 2008 19:27
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Also ich bin 12 (m),bald 13, und hohl mir fast täglich einen runter. das ist in dem alter normal. ich rede da auch offen drüber weil ich denke in dem alter sagt der penis einem einfach " los fass mich an " :D des hört sich jetz en bischen blöd an aber es ist so ...

nasiräer
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Eingegeben am: 14 Aug 2008
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 Geschrieben: 16 Nov 2008 21:20
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Hi Klingel,

ich mein´ man kann auf seinen Penis hören, was der einem sagt, aber irgendwann sollte man auch auf seine Seele hören, was die einem sagt und die sagt, ok, alles gut und schön, aber mir fehlt was, das kann mir dein Penis auch nich geben.


lieben Gruss,
nasiräer

Yumiyoshi
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Eingegeben am: 24 Jun 2007
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 Geschrieben: 19 Nov 2008 14:21
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@ klingel und gast:

die bibel beschreibt sex als etwas zutiefst schönes, gutes und wünschenswertes. als ein großartiges geschenk gottes an uns, mit dem wir uns gegenseitig auf tiefstmögliche weise unsere liebe ausdrücken können, spaß miteinander haben können, gemeinsamkeit genießen können. vielleicht merkt ihr beiden schon, dass ich hier immer von etwas "gemeinsamen" rede. und genau darum geht es auch. insofern ist selbstbefriedigung eine ziemliche themenverfehlung. sex wurde nicht erfunden, um MIR lust zu verschaffen, sondern um eine lustvolle begegnung mit einem anderen menschen zu ermöglichen.

und nochwas: natürlich kann man wie ein schaf mit der herde mitblöken und sagen, bäh, so ist das halt, ich kanns bitte nicht rausschwitzen, und jeder der was anderes behauptet ist blöd. die freiheit haben wir. es steht uns allerdings auch frei zu hinterfragen, warum sex heute einen dermaßen absurd hohen stellenwert einnimmt und wir alle drum herumtanzen wie ums goldene kalb. als ob es ein naturgesetz wäre, als mann "schwanzgesteuert" durchs leben zu gehen. das muss nämlich nicht sein. es lebt sich ohne sb um ein vielfaches entspannter und freier als mit. das könnt ihr einem, der beides kennt, jetzt glauben oder auch nicht - das ist eure entscheidung.

noch ein gedanke zu dem jungen:

wenn, dann hat hier die mutter ein massives problem. ich will das mit der selbstbefriedigung jetzt nicht vom tisch wischen, natürlich sollte man dem jungen da helfen, einen besseren weg zu finden, mit seiner inneren anspannung umzugehen. aber zuerst wäre es dringend angezeigt, dass die mutter einmal sich selbst hinterfragt und nachsieht, warum sie in der sb ihres sohnes so ein ganz unglaublich fürchterliches problem sieht. denn wenn die mutter dermaßen druck deswegen macht, dann ist es ja wohl klar, dass irgendwann die schulischen leistungen zu leiden beginnen. dass ein test daneben geht, wenn man am vorabend "erwischt" wurde und die mutter deswegen terror gemacht hat, ist ja wohl kein wunder und hat mit der selbstbefriedigung selbst nur am rande zu tun.

klar kann es dem jungen eine große hilfe sein, wenn er auch einmal einen erwachsenen mann hätte, mit dem er sich austauschen könnte, und der ihm in dieser schwierigen zeit der pubertät dabei zur seite stehen könnte, wenn es darum geht, dass er auf eine gute weise in seine rolle als mann finden kann. das muss wenn, dann aber eine sache zwischen dir und dem jungen sein, in der klar ist, dass es um IHN geht, und nicht darum, irgendwelche wünsche der mutter umzusetzen. ob du diese rolle einnehmen kannst oder willst, das wirst du besser wissen. insofern ist das hier nur als vorschlag zu verstehen, ich will dich keinesfalls in irgend etwas reindrängen. es reicht, wenn die mutter von dir fordert, sie und ihren sohn zu retten...

schön, dass es der mutter langsam dämmert. versteh mich nicht falsch, ich bin mir sicher, dass auch sie ihrem sohn eine möglichst gute mutter sein will und sich für ihn nur das beste wünscht. die andere seite ist: es bleibt einem auf diesem weg halt nicht erspart, sich auch den eigenen problemen und verletzungen zu stellen, um diese rolle wirklich gut ausfüllen zu können. kinder sind oft genug ein wichtiger spiegel, um selber ein stück mehr heil und ganz werden zu können. insofern muss man die ganze sache positiv sehen: es ist für mutter wie sohn eine gute chance, mehr zu sich selbst zu finden und eine bessere beziehung zueinander. und wenn so etwas am ende solcher geschichten steht, dann war es denn ganzen stress davor auf alle fälle wert...

:)

lieben gruß
helm

costacosta
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 Geschrieben: 12 Dez 2010 03:15
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Mario schrieb: Lieber Matti,

ich war ziemlich geschockt, als ich dein Posting gelesen habe.

Schuld daran war allerdings weniger die Tatsache, dass der Sohn deiner Bekannten masturbiert, so traurig es auch ist, wenn er hier in einer Sucht feststeckt,

Das erinnert mich an einen Flyer vom "Weißen Kreuz" zum Thema Selbstbefriedigung in dem erklärt wird, dass junge Leute sich von ihrem Sexualtrieb "heilen" lassen sollen.

Das der Sexualtrieb aber etwas ganz natürliches ist und schon gar nicht "geheilt" werden kann, steht (abgesehen von wissenschaftlichen Standpunkt) allerdings sogar in der Bibel im 1.Korinther 7 Vers 5.

Das Verbot der Selbstbefriedigung wurde im Flyer dann auch versucht mit Matthäus 5 Vers 28 zu begründen. In diesem Vers geht es aber nicht um Selbstbefriedigung, sondern um eheliche untreue. Zudem ist dies ein Teil der Bergpredigt, in der Jesus die Gebote des alten Testaments überspitzt bestätigt.

Im nächsten Vers heißt es dann auch gleich "Wenn dich dein rechtes Auge zur Sünde verführt, dann reiß es aus und wirf es weg! Es ist besser für dich, du verlierst eines deiner Glieder, als dass du ganz in die Hölle geworfen wirst." Ich habe seltsamerweise bisher noch keine christliche Gemeinde gesehen, in der ausgerissene Augen auf dem Boden lagen - denn bei diesem Vers heißt es selbst bei "bibeltreuen" Christen dann natürlich gleich wieder "das darf man alles nicht so streng sehen".

Interessant ist auch, dass man in dem Flyer das Verbot der Selbstbefriedigung nicht mit der Geschichte von Onan in 1.Mose 38 zu erklären versucht hat, so wie das früher üblich war (daher kommt auch das Wort "onanieren" als Synonym für Selbstbefriedigung).

In der Geschichte von Onan geht es allerdings auch mehr um Empfängnisverhütung, da der Samenerguss außerhalb der Frau zur damaligen Zeit die einzige Möglichkeit zur Empfängnisverhütung war. Gegen Empfängnisverhütung hat man aber heute (abgesehen von der katholischen Kirche) auch in christlichen Kreisen nichts mehr einzuwenden. Vermutlich weil die Mitglieder des Weißen Kreuzes selbst erwachsen und verheiratet sind und sich nicht von anderen Menschen ihre Sexualität verbieten lassen wollen, wobei sie selbst genau das kleinen Jungs und Mädchen einreden wollen, die entdecken, dass der Mensch einen natürlichen Trieb hat und sie sich daher "behandeln" lassen sollten.

So etwas regt mich wirklich maßlos auf! Erinnert mich an die viel geäußerte Kritik an der katholischen Kirche jahrhundertelang den Sexualtrieb des Menschen zu problematisieren, um die Leute dadurch in einer Schuldspirale gefangen zu halten (der Satz der Threaderstellerin "Eine nachgiebige Haltung oder gar ein "Freibrief" würde ihn letzlich nur noch tiefer verunsichern und in weitere Gewissenskonflikte treiben." entbehrt daher nicht einer gewissen Ironie) und dann damit Kasse zu machen (davon das gleichzeitig die Kirchenherren mit Prostituierten feierten oder Nonnen schwängerten mal ganz abgesehen - so ganz "geheilt" waren die wohl auch nicht).

Letzte Änderung am 12 Dez 2010 03:21 von


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