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Pornosucht meines Mannes
 Moderiert von: pipo  
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Lisa
Guest
 

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 Geschrieben: 27 Feb 2008 19:08
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Gerne würde ich mit einer ebenfalls betroffenen Ehefrau austauschen - gibt es hier eine wie ich betroffene Pastorenehefrau?

Kathi
Guest
 

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 Geschrieben: 17 Aug 2008 19:42
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Hallo Lisa,

ich wollte gerade genau den gleichen Text tippen, als ich auf deinen Text stieß.
Ich suche eine "Betroffene", dessen Mann auch Pastor ist. Ich hoffe dich erreicht diese Nachricht, obwohl es schon so lange her ist...Ich würde mich wirklich freuen, mit jemanden in der gleichen Situation zu sprechen.

Lisa
Guest
 

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 Geschrieben: 17 Aug 2008 21:13
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Hallo Kathi

Es freut mich sehr, dass du geschrieben hast. Seit langer Zeit habe ich wieder mal in das Forum geschaut und siehe da, deine Nachricht ist noch gar nicht so lange her. Wie es dir wohl geht? Bei mir geht es auf und ab. Ich bin seit 2 Jahren verheiratet und mein Mann hat mir 2 Wochen nach der Hochzeit "gebeichtet". Seit ca. 15 Jahre konsumiert er Pornographie. Es war ein Schock für mich. Wir sind beide in christlichen Elternhäuser aufgewachsen und ich hätte nicht gedacht, dass ich mich mal in der Situation wiederfinde, dass mich mein Mann betrügt. Tja, seit 2 Jahren sind wir jetzt dran, unsere Ehe irgendwie hinzukriegen. Es ist eine grosse Herausforderung. Für mein Mann war klar, dass er Hilfe von Aussen annehmen möchte. So gehen wir seit ca. 1 1/2 Jahre in Beratung. Nach wie vor kann er die Finger nicht vom Internet lassen. Manchmal breche ich unter der Last fast zusammen. Doch irgendwie, dass muss wohl von Gott kommen, konnte ich bis jetzt die Last tragen d.h. mich für mich selber aber auch für mein Mann und unsere Ehe einsetzen. Gerade heute Nachmittag hat mein Mann sich wieder mal geäussert und den Wunsch geäussert, dass wir neue Abmachungen treffen, es könne ja nicht ewig so weitergehen, er möchte, dass sich wirklich etwas ändere. Ich mag fast nicht merh hoffe, dass sich was ändert, weil ich die Entäuschungen so satt habe...

Dies sind mal einfach die ersten Gedanken von mir an dich - wie erlebst du deine Ehe? Sei lieb gegrüsst, Lisa

Kathi
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 Geschrieben: 17 Aug 2008 22:55
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Hallo Lisa,
wie froh ich bin, dass du dich meldest! Seit Wochen geht mir der Gedanke im Kopf herum mich mal auf diese Art und Weise  mit jemandem auszutauschen und siehe da, lacht mich dein Post hier an, obwohl dies mein erster Versuch war. Ein Geschenk Gottes? Es wird sich heraustellen;) .

Das klingt echt traurig was du schreibst und ich fühle deinen Schmerz, während ich hier schreibe.Auch ich  bin kurz nach der Hochzeit  all meiner Illusionen beraubt worden , als ich meinen Mann erwischt hab. Er war selbst erschüttert und erzählte mir alles. Wenn man so will kann er auch auf  etwa fünfzehn Jahre Pornosucht zurückblicken. Sicher ist es für ihn auch nicht leicht, ständig zu kämpfen, aber er erdrückt mich mit dieser Last. Ich bin ein fröhlicher Mensch voller Ideale, die Realität reisst mir den Boden unter den Füßen weg.

Ihr seid allerdings weiter als wir, wir haben uns noch nicht gewagt eine Paartherapie zu machen. Davor ziehe ich meinen Hut, es gehört viel dazu. Mein Mann hat nun endlich einen Seelsorger gefunden, dem er vertraut und wo die CHemie stimmt. Das ist schon ein großer Erfolg.

Ich freue mich über deine Nachricht, alles Liebe Gute Nacht, Kathi

Lisa
Guest
 

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 Geschrieben: 19 Aug 2008 09:45
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Hallo Kathi

Ich habe mal gelesen, dass nachdem man herausgefunden hat, dass ein Partner Pornosüchtig ist, ein monatelangea auf und ab und Chaos der Gefühle beginnt. Dies ist leider wahr und es macht mich oft wütend, dass ein Man nicht mehr Würde besitzt, als sich solche Bilder reinzuziehen. Es macht mich traurig, dass du den Boden unter den Füssen verlierst obwohl das in deiner Situation nichts als normal ist. Ich kann Gemeinden und Kirchen nicht verstehen, warum Pornographie solch ein Tabuthema ist. Sprich wieso die Sexualerziehung so ein Tabuthema ist. Denn wenn darüber offen gesprochen würde - ohne Beigabe des schlechten Gewissens, könnte auch viel verhindert werden. Manchmal kann ich nur heulen über die Demütigung die ich erleben muss und es macht mich sehr betroffen, wenn es auch andere Fraue - Du, erleben musst. Oft kann ich auch nicht nachvollziehen, wieso der Ausstieg aus PornoSucht so ein leidensweg ist - wieso greift Gott nicht schneller ein? Wieso kann ich als Ehefrau nicht viel bis wenig dazu beitragen, was mein Mann will?

Ganz oft bin ich in meinem Gedankenchaos auf diesen Bibelvers gestossen. Ich möchte ihn dir schreiben. Oft hat er mich auch wütend gemacht, doch er hat in mir immer auch ein wenig Hoffnung geweckt.

Jesaja 59:1 Siehe, des Herrn Arm ist nicht zu kurz, dass er nicht helfen könnte, und seine Ohren sind nicht hart geworden, sodass er nicht hören könnte.

Wieso hilft Gott nicht sofort? Ich weiss es nicht. Doch in den letzten Wochen habe ich manchmal erlebt, dass Gott mir geholfen hat, die Last zu tragen nachdem ich darum gebeten habe. Er hat mir ein Gespräch ermöglicht, er hat mir einen guten Nachmittag ermöglicht oder letzten Sonntag als ich ihn um Hilfe aus der Not gebeten habe, hast du 5min später ins Forum hier geschrieben.

Wie kannst du deine Gottesbeziehung leben? Hat sie sich verändert nachdem du deinen Mann erwischt hast?

Wie geht es dir in deiner Ehe - kannst du mit deinem Mann noch eine Beziehung leben d.h. den Alltag teilen, mit ihm über alltägliches reden, andere Sorgen und Freuden austauschen?

Ich möchte dir noch Mut machen, für dich selber auch einen Seelsorger/in zu suchen. Es ist am Anfang egal, ob ihr zusammen eine Therapie macht oder nicht. Klar wäre es nach Lehrbuch besser, doch in unserer Situation läuft es nicht mehr nach Theorie. Such dir jemand professionelles zum reden. Dies ist so wichtig. Wir hatten am Anfang auch jeder einen anderen Seelsorger, das war zwar nicht ideal, doch es war ein Anfang. Als wir dann umgezogen sind, haben wir einen gemeinsam gesucht, da es reifen konnte und wir gemeinsam hingehen wollten. Doch alleine brichst du unter der Last zusammen. Das habe ich schon richtig verstanden, dass du bis jetzt mit niemandem darüber geredet hast oder?

Wie geht es dir als Pastoren Frau? Wie lebt ihr eure Beziehung in der Gemeinde? Ist das für dich jedesmal Schauspiel oder habt ihr noch eine gemeinsame Ebene?

Phuu, ich stell fragen :-) du musst nicht antworten wenn du nicht willst. Doch dies sind Dinge welche ich mir überlege oder mich frage. Für mich war es von Anfang eine sehr grosse Herausforderung, wie leben wir unsere Ehe. Wie können wir trotz allem eine gemeinsame Basis aufbauen. Denn irgendwie können wir ja nicht schweigend nebeneinander leben, das würde über kurz oder lang eh zum Ende führen.

Hhmm, dies mal meine Gedanken. Nein, ich habe noch eine Frage:-) Wie lange ist es her, seit du deinen Mann erwischt hast und habt ihr Kinder?

Jetzt wünsche ich dir einen guten Tag, einen Tag wo dir Gott hilft deine fröhliche Art hervorzulocken und wo du dich an etwas kleinem oder grösserem freuen kannst! Sei lieb gegrüsst, Lisa

Kathi
Guest
 

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 Geschrieben: 22 Aug 2008 20:43
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Danke für deinen "Brief", ich habe ihn schon vor einigen Tagen gelesen, wollte mir aber Zeit nehmen um dir zu antworten. Ich muss durch unseren Kontakt mehr als zuvor an die PornoSucht denken und ich versuche Zusammenhänge zu verstehen. Bei mir ist im Gespräch mit meinem Mann verg. Woche der Groschen gefallen. Ich bin an einem Punkt, an dem ich mir eingestehen muss, dass dieses Verhalten meines Mannes und die Verletzungen die damit verbunden sind, mir mehr Schaden zugefügt haben, als ich mir vorher eingestanden habe. Ich gehöre nicht zu den Frauen die sich mit den Darstellerinnen vergleichen und sich fragen, was haben diese Frauen, was ich nicht habe? Oder die sich selbst für Unzulänglich halten und glauben ihre Männer schauen sich Pornos an, weil die Frauen optisch mehr zu bieten hätten als sie selbst. Diese Gedanken haben sich nie eingeschlichen, oder zumindest waren sie nicht sehr stark. Aber verg. Woche fiel mir auf dass ich  seit  Jahren glaubte, dass sexuell etwas mit mir nicht stimmt, ich bin nicht interresiert genug, habe zu selten das Verlangen mit meinem Mann zusammen zu sein, etc. Vielleicht wunderst du dich, aber es ist tatsächlich so, dass ich nicht im geringsten seine Pornosucht damit in Zusammenhang gebracht habe. Ich kam nie auf die Idee, zu sagen ich habe hier die gesunde Sexualität, Du die kranke! Ich dachte immer, er sei "normal".
Jedes Mal, wenn ich ihn erwischt habe, oder er mir etwas gebeichtet hat, haben sich neue Selbstvorwürfe in mir manifestiert. Ich wundere mich über mich selbst. Ich hielt mich immer für seel. gesund und ausgeglichen, aber auf die Frage wie ich mein pers. geistl. Leben kann ich nur antworten, dass es immer weiter gebröckelt ist. Natürlich ich liebe meien Vater, ich verbringe gerne Zeiten im Gebet, aber dieses Feuer ist erloschen. Gott und ich, diese Beziehung ist so eintönig wie die eines greisen Ehepaares. Und trotzdem erwischt er mich immer wieder und überrascht mich. Z.B. mit Hagar, die in die Wüste flieht, schwanger mir Abrahams Sohn, von Sarah gedemütigt, verzweifelt und ohne Hoffnung verlässt sie ihre sichere Burg, Abraham, vielleicht ihre Freundinnen, ihre sichere Zukunft- lässt alles zurück-so schlecht musste es ihr gehen. Und ER ist schon dort, Gott begegnet ihr, wartet in der Wüste auf sie. Das tröstet mich, trifft mich aber auch, denn dann muss ich mir eingestehn, dass ich so oft glaube ich stehe allein da. Er geht diesen Weg mit uns-mit Dir. Er wartet in unserem tiefen Abgrund, er fragt uns: "Wo kommst du her? Wo gehst du hin?"
Er spricht zu mir, will mir  begegnen und mich bin so dankbar.

Ich möchte dir auch ein paar Fragen stellen. Wie hat es bei deinem Mann angefangen, wie ist er in diese Strudel geraten? Wieviele Jahre seid ihr schon verheiratet und wie lange macht ihr bereits diese Paartherapie?


Wir haben auch schon ein Paar in Aussicht, das uns betreuen soll. Es ist zetlich im Moment nur nicht möglich. Und du fragtest mich ob ich noch mit niemanden darüber gesprochen habe. Ich hatte eine Zweierschaft in der es immer wieder Thema wurde, aber diese Frau mit der ich mich traf, hatte selbst sehr viel zu bewältigen. Und jetzt im Nachhinein kann ich sagen, ich war zu dem Zeitpunkt noch nicht so weit vieles in Worte formulieren zu können. Ausserdem hatte ich das Gefühl ich müsste meinen Mann eher in Schutz nehmen.

Ich kann dir keine genaue Antwort dazu geben, wie wir es in der Gemeinde leben, es weiß dort niemand und wenn man so will, kann man sagen, wir machen den Leuten etwas vor. Andererseits kämpfen wir füreinder und leben eine "gute Ehe", die eine große Herausforderung hat. Natürlich es würde vieles einfacher machen, wenn man ohne vorgehaltener Hand über diese Problematik in der Gemeinde und den Hauskreisen sprechen könnte. Es wäre das Richtigste und es würde vielen, vielen anderen Männer zugute kommen. Aber, ich hätte Schwierigkeiten offen darüber zu sprechen und "darüber" zu stehen. Wie macht ihr es?  Ich wäre froh,  es erfahren zu können.

Sei gegrüßt und ermutigt: Ich bete für Dich und Deinen Mann

Alles Liebe, Kathi

Ach, ja: Wir haben zwei kleine Kinder, was ist mit Euch?

Lisa
Guest
 

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 Geschrieben: 23 Aug 2008 08:43
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Liebe Kathi,

Danke für deine Worte. Ich werde dir in ein paar Tage zurückschreiben. Heute bin ich einfach nur traurig und kann meine Gedanken und Gefühle zu wenig fassen um sie aufzuschreiben.

Sei lieb gegrüsst, Lisa

Kathi
Guest
 

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Mana: 
 Geschrieben: 25 Aug 2008 18:52
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Liebe Lisa,
ich hoffe, dass Gott Dir neue Freude schenkt und Dein Tröster ist. Lass Dir Zeit mit dem antworten. Wenn ich Dir meine Gedanken aufschreibe, muss ich es neu durchdenken und es tut mir weh, aber es hilft. Wunder Dich nicht, wenn ich nicht gleich antworte, wir fahren für ein paar Tage "ins Grüne" und ich weiß nicht ob wir dort Internet_Anschluss haben. Ich nehme Dich im Gebet mit, vielleicht erholst Du Dich ja auch ein wenig...?

Im reelen Leben, würde ich Dich an dieser Stelle gern in den Arm nehmen
-Alles Liebe, Kathi

asaph
Member
 

Eingegeben am: 13 Jun 2007
Herkunft: Düsseldorf, Germany
Berichte: 93
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Mana: 
 Geschrieben: 26 Aug 2008 14:29
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Entschuldigt, daß ich mich einmische.

Du fragst:

Wieso hilft Gott nicht sofort?

-> Was würde denn passieren, wenn Gott in meinem Fall und eurer Männer sofort helfen würde???

-> Wir müssen gebrochen werden. Bill Macdonald berichtete einmal über einen Mann, der betete:

"Break me - Lord!"

Denn also spricht der Hohe und Erhabene, der ewig wohnt und dessen Name heilig ist: In der Höhe und im Heiligtum wohne ich und bei dem, welcher eines zerschlagenen und gedemütigten Geistes ist, auf daß ich belebe den Geist der Gedemütigten und das Herz der Zerschlagenen erquicke

 

Ich grüße euch mit Jes 61:

Der Geist Gottes, des HERRN, ist auf mir, weil der HERR mich gesalbt hat, um den Elenden gute Botschaft zu verkündigen; er hat mich gesandt, zerbrochene Herzen zu verbinden, den Gefangenen Befreiung zu predigen, den Gebundenen Öffnung der Kerkertüren; 2zu predigen ein Gnadenjahr des HERRN und einen Tag der Rache unsres Gottes, zu trösten alle Traurigen

Lisa
Guest
 

Eingegeben am: 
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Status:  Offline
Mana: 
 Geschrieben: 4 Sep 2008 19:45
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Hallo liebe Kathi

Vielen Dank für deine lieben Zeilen. Ich habe einfach immer wieder mal Tage, da bin ich einfach so erschlagen von unserer Situation, dass ich gar nicht mehr klar denken oder fühlen kann. Im Moment geht es mir wieder besser J . Ich hoffe, du konntest deine Tage im Grünen geniessen und ihr hattet es gut.

 

Ich habe mich für dich gefreut, dass du ein „Aha-Erlebniss“ hattest. Obwohl es für dich vielleicht eine ernüchternde Erkenntnis war, ist es doch so, dass uns solche Erlebnisse weiterbringen in unserem Prozess. Ich fand es sehr interessant, dass du dich nie mit den Darstellerinnen verglichen hast und dich ihnen unterlegen gefühlt hast – ich nämlich auch nicht. D.h. es gab vielleicht schon mal solche Gedanken aber sie waren bei mir auch nie tief im Herz verwurzelt. Unsere Situation was Sexualität betrifft ist aber auch ziemlich anders als eure. Ich möchte dir ein wenig erzählen.

Mein Mann und ich hatten eine gute Freundschaft, wir haben über alles gesprochen – Wünsche, Vorstellungen, Prägungen, Erwartungen… wir haben auch über unsere Sexualität gesprochen und wie wir damit umgehen möchten (z. T. auf Initiative von meinem Mann!) Es war ein gemeinsames planen unserer Ehe. Wir hatten auch eine Ehevorbereitungskurs besucht – und ich habe nichts von seinem Pornokonsum bemerkt. Das Einzige was mich in Bezug der Partnerwahl unsicher machte war, dass mein Mann oft in seiner Welt lebte und etwas von einem Einzelgänger hat. Wir konnten aber darüber sprechen und mein Mann sprach immer davon, dass dies ein Seite sei, die ihn selber störe und dass er hoffe, dass sich dies ändere. Er lebte berufsbedingt lange alleine und auf grosser Distanz zu seinen Freunden. Als unsere Hochzeit näher rückte sprich ca. 2 Wochen davor, ging mein Mann körperlich auf Distanz zu mir. D.h. meistens ergriff ich die Initiative zum kuscheln oder schmusen, mein Mann war nicht mehr wirklich initiativ. Ich sprach ihn mal darauf an, er konnte es aber nicht wirklich erklären. In der Ehevorbereitung sprachen wir dann mal über die Hochzeitsnacht etc. Sie gaben uns den Tipp, dass wir darüber sprechen solle ob wir wirklich in der Hochzeitsnacht miteinander schlafen wollen oder ob es vielleicht auch der nächste morgen sein kann. Für mein Mann war dann sehr wichtig, dass es auch der nächste Morgen sein kann. Irgendwie schien in das Ganze sehr nervös zu machen. Ich freute mich sehr darauf endlich Sexualität zu leben und war richtig hungrig. Leider war es dann so, dass sich mein Mann sehr zurückgezogen hat. Bis heute haben wir nie miteinander geschlafen (da erklärt es sich auch von selbst, dass wir keine Kinder haben). Die ersten 2 Wochen unserer Ehe waren sehr komisch, da ich immer wieder mal die Initiative ergriff, mein Mann mitmachte jedoch immer einen Rückzieher machte. Nach 2 Wochen hat er mir dann gebeichtet und erklärt, dass er nicht mit mir schlafen kann. Er sehe Sexualität mit mir als was positives und Schönes, doch da er ein Problem mit Pornos habe, sei seine Art wie er bis jetzt Sexualität lebte was negatives für ihn. Es sei etwas, dass nonstop mit einem schlechten Gewissen und Gebet um Sündenvergebung, wieder falsch gehandelt und versagt zu haben, verbunden ist. Dies blockieren ihn so fest, dass er nicht mit mir schlafen könne.

Für mich war dies sehr schlimm, doch einerseits war und ist es für mich auch positiv, dass die zwei Seiten von Sexualität nicht zusammengelebt werden. Anderseits ist dies auch schlimm für mich, den ich bin zwar seit 2 Jahren verheiratet aber hatte noch nie im Leben Sex. Komischerweise hatte ich am Anfang unserer Ehe trotz der Sucht meines Mannes grosse Lust mit ihm zu schlafen, doch in Zwischenzeit ist dieses Verlangen wieder erloschen. Ich mag keinen Sex haben nur damit ich ihn habe. Ich mag Sex nur erleben, wenn sich die Herzensebene in unserer Ehe auch gestärkt hat. Durch die ganze Situation ist nämlich die Verbindung zwischen unseren Herzen sehr gehemmt. Mein Mann hat sich durch jahrelanges Ansehen von Pornos und seinem ganzen Leidensweg, sein Herz so eingemauert, dass er selber nicht wirklich Zugang dazu hat. Da er sich selber nur wenig lieben kann, kann er auch mir nur wenig Offenheit und Liebe entgegen bringen. Das heisst, er gibt sich sehr Mühe, doch er ist im Moment mit seiner Situation so überfordert, dass er sich mir gegenüber nicht öffnen kann.

Manchmal schäme ich mich sehr, dass ich vor der Hochzeit nichts gemerkt habe oder meine Augen verschlossen habe. Ich bin mich gewohnt, mit Menschen zu Arbeiten, ich arbeite im sozialen Bereich, ich kenne andere Menschen mit ähnlichen Problemen, ich habe eine Seelsorgeausbildung…und ich habe nichts geahnt.

 

 

Für mich ist es sehr wichtig, dass ich ehrlich und glaubwürdig leben kann. Daher ist es für mich eine Herausforderung in der Gemeinde. Du hast gefragt, wie wir das Leben. In der Gemeinde weiss niemand etwas. Ich denke, dass es auch sehr schwierig wäre, wenn jemand etwas erfahren würde – wir leben in einer eher konservativen Gemeinde. Ich denke, dass mein Mann die Kündigung erhalten würde. Einerseits kann ich das nachvollziehen und sehe und erlebe, wie schwierig es ist andere zu leiten und zu führen, wenn man selber Probleme hat – anderseits denke ich, dass ich hinter dem Schweigen stehen kann, da mein Mann seine Problem angehen will und mal besser mal schlechter sie auch angeht und auch schon Fortschritte gemacht hat. Ich bin überzeugt davon, dass er für die Aufgabe des Pastors berufen und begabt ist. Gleichzeitig zerreisst mich aber auch die Situation auch fast – denn ich denke, Gott hat es sich anders gedacht mit dem Eheleben, als wir es leben. Es macht mir aber auch Hoffnung und lässt mich träumen, was wir für ein Zeugnis sein können, wenn wir unsere Eheprobleme gut lösen können. Denn wie wir beide wissen, gibt es auch unter Christen schwierige Ehen und durch unser Leid, wissen wir, wie sich andere fühlen könnten. Ich freue mich von Herzen auf den Tag, wo wir unsere Ehe im Sinne Gottes leben können und an dem wir anderen von unserem Weg erzählen können und somit anderen beistehen aber auch solches Leid verhindern können durch Aufklärung.

 

Du hast noch gefragt, wie mein Mann in diesen Strudel geraten ist. Ganz genau weiss ich es nicht, doch es war in etwa so. Als Kind hat ihn wohl das „Doktor spielen“ mit den Nachbarkinder sehr aufgewühlt und das nicht nur positiv. Aufklärung erhielt er mit 14 Jahren d.h. sein Vater drückte ihm ein Buch in die Hand, das war alles. Als Teenie durfte er wohl lange alleine aufbleiben und sah so Filme im Fernseher. Schliesslich kamen Bilder im Internet dazu. Über die Jahre hat sich der Konsum gesteigert.

 

Unsere Paartherapie dauert mit einem Unterbruch (da wir umgezogen sind und einen neuen Therapeuten suchen mussten) ca. 1 – 1 ½ Jahr. Am Anfang gingen wir jeder zu einer anderen Person, nach unserem Umzug haben wir uns einen gemeinsamen professionellen christlichen Therapeuten gesucht. Dies ist sehr wertvoll, aber es wird mir auch immer wieder bewusst, dass der Pornokonsum nur das Druckventil ist. Mein Mann hat viele offene Fragen und es ist sehr gut, dass wir gemeinsam diese angehen. Das heisst, ich mit meiner Person bin genauso involviert wie er und das ist gut so, denn auch meine Art zu leben und mit Problemen umzugehen ist Teil von unserer Ehe.

Doch das Ganze braucht Zeit und ich werde mir immer mehr bewusst, dass wir ohne Gott nichts tun können. Es läuft immer wieder dahin, dass zu Gott kommen müssen, dürfen – sollen. Nur er kann uns helfen, nur er kann uns weiterbringen und nur er, kann uns helfen so zu leben wie er es sich gedacht hat. Manchmal geht es mir zu langsam und ich möchte, dass er uns sofort verändert. Doch ich denke, dass er uns Zeit lässt mit dem verändern, damit wir Menschen auch mitkommen und dann auch am Tag danach so weiterleben können.

 

Vorletzte Nacht hatten wir wieder mal ein gutes Gespräch. Mein Mann konnte erzählen und dies war für mich einmal mehr sehr aufschlussreich und gut. Oft geschieht das, wenn ich völlig fertig mit allem nur noch weinen kann und bei Gott um Hilfe schreie. So hat er uns wieder einmal ein gutes Gespräch geschenkt. Ich bin mal gespannt wie es weitergeht. Leider kam heute Nachmittag wieder ein Absturz, doch mein Mann konnte es mir gleich heute sagen und musste es nicht lange mit sich rumschleppen. Dies war zwar ein „Dämpfer“, doch es hat mich auch gefreut, dass er mir heute Abend als ich nach Hause kam sofort gebeichtet hat. Es ist für ihn ein Fortschritt, dass er sich nicht von sich selber distanziert und alles ausgeblendet hat was geschehen ist, sondern er hat sich wahrgenommen und konnte der Tatsache in die Augen sehen.  

So, jetzt habe ich aber genügend geschrieben. Ich hoffe, ich überfahre dich mit meinen Gedanken nicht. Ich wünsche mir, dass du für dich immer wieder Zeiten findest, wo du deine Gedanken und Gefühle ordnen kannst. Ich wünsche dir Zeiten in deiner Familie und bei deinem Mann, wo du auftanken kannst und ich wünsche dir Zeiten, in denen du Gott erfahren und erleben kannst.

Liebe Grüsse, Lisa

Uli
Guest
 

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 Geschrieben: 4 Sep 2008 20:59
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Hallo Kathi u. Lisa, über den Workshop "porno-ausweg" habe ich euren Briefwechsel entdeckt. Ich bin seit etwa 30 Jahren mit einem Pastor verheiratet, habe  schon ein Enkelkind und erlebe seit 30 Jahren ein auf und ab was die Sucht meines Mannes angeht.

Wir hatten Zeiten, in denen die Sucht ganz massiv zwischen uns stand, gerade haben wir wieder eine Zeit in der es leichter geht. 

Ich habe erlebt, dass ich mich nur an Jesus halten kann und dass ich bei IHM auch keine Show abziehen muss, wie ich es vor den Menschen tun muss.

Ich komme aus einen gläubigen Elternhaus, mein Mann aus einem sehr problembeladen (daraus resultiert auch seine sucht). Als ich Gott einmal fragte, warum er mich mit diesem Mann zusameengbracut hat, bekam ich die Antwort "ich habe dich von Kind auf in deiner Familie mit allem ausgerüstet, was du braucht um diesem Mann die rechte Gehilfin sein zu können. Und ich werde dich durchtragen".

Ob das für euch eine auch eine Antwort sein kann?

Ich finde es toll, dass es Foren wie dieses gibt, vor 30 Jahren war da noch kein drandenken.

 

 

Dieter
Guest
 

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 Geschrieben: 7 Sep 2008 00:10
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Hallo liebe Lisa,
hallo liebe Kathi

Habe Euren Schriftwechsel emotional mit schlagenden Herzen verfolgt.  
Ich bin zwar nur ein Mann, aber ich bin trotzdem tief berührt und würde Euch
zu gern einen Rat oder irgendeine Hilfehinweis geben.
Ich bin selbst 24 Jahre verheiratet, habe zwei erwachsene Kinder und bin Christ seit meinem 14 ten Lebensjahr. Auch ich hatte bzw. habe teilweise noch Probleme mit meiner Sexualität, Internet, Pornobilder und dgl. Doch Jesus hilft mir und die Zeiten, wo es ohne geht, sind teilweise sehr lang (1/4 Jahr, 1/2 Jahr). Ich bin also kein Heiliger, sondern auch ein angefochtener christlicher Mann. Aber im Laufe der Jahre habe ich viele interessante, teilweise kleinen, hilfreichen Entdeckungen gemacht, welche einem helfen, nach Gottes Willen zu leben.
Ich möchte nur ein paar Anmerkungen aus Männersicht machen,  aber mit dem sehnlichen Wunsch nach Jesu Maßstäben in Bezug auf Sexualität zu leben und Euch vielleicht irgendwie auch geistliche Hilfestellung zu geben.
1.) Die Sexualität ist der stärkste Trieb des Menschen
Auch die Bibel sieht diese Realität:1.Kor7V1+2 "Wovon ihr aber geschrieben habt, darauf antworte ich: Es ist gut für den Mann, keine Frau zu berühren.
Aber um Unzucht zu vermeiden, soll jeder seine eigene Frau haben und jede Frau ihren eigenen Mann.
2.) Das Wichtigste ist mir die Sexualität mit meiner Frau im Rahmen meiner Ehe.
In der Bibel gibt es den Ausdruck: "ein Fleisch sein" Dies ist elementar so gemeint.
3.) Es ist ganz wichtig, daß möglichst regelmäßig Sexualität innerhalb der Ehe praktiziert wird (als Hilfe für Mann und Frau sage ich: Sexualität praktizieren mit Liebe und Gefühl aber auch ohne!! Dies ist für Euch Frauen schwer zu verstehen)
1.Kor7 V3 "Der Mann leiste der Frau, was er ihr schuldig ist, desgleichen die Frau dem Mann." V5 "Entziehe sich nicht eins dem andern, es sei eine Zeitlang, wenn beide es wollen, damit ihr zum Beten Ruhe habt; und dann kommt wieder zusammen, damit euch der Satan nicht versucht, weil ihr Euch nicht enthalten könnt."
4.) Sexualität und die Lust ist von Gott für die Ehe gemacht und etwas außerordentlich Schönes. Dieses gilt es von beiden Ehepartnern zu erkennen und zu erforschen. In der Ehe sind fast alle sexuelle Praktiken erlaubt, solange beide daran gefallen haben und es gilt diese zu entdecken und zu leben.
In der Bibel gibt es in diesem Sinne einen Satz, über den ich immer wieder nachdenken muß. Er ist auch ein Stück Geheimnis: 1Kor.7V4 "Die Frau verfügt nicht über ihren Leib, sondern der Mann. Ebenso verfügt der Mann nicht über seinen Leib, sondern die Frau." In einer anderen Übersetzung heißt es sinngemäß: das der Leib der Frau dem Manne gehört und der Leib des Mannes der Frau.
Das mußt man mal wörtlich nehmen, wenn man in der Ehe zusammenkommt.
5.) Die höchste sexuelle Erfüllung ist, wenn die Liebe zum Anderen während des Geschlechtsaktes, das Höchste ist. D. h. wenn jeder versucht sein Bestes zu geben, sodaß der Andere optimal und mehrmals befriedigt wird. Sexualität bis zur Erschöpfung, aber nicht um meiner Befriedigung sondern damit ich meinen Partner überglücklich mache.

Summa Sumarum: Trotz allem Leids, aller Verletzung, aller Verzweiflung, welche Ihr durchlebt habt, könnt Ihr nicht darauf warten, daß Eure Männer irgendwann loskommen von Ihrer Sexsucht, um dann mit Ihnen Sexualität zu praktizieren.

Es ist gut, daß Eure Männer die Probleme mit Euch besprechen.
Ihr solltet die Dinge aber nicht dramatisieren (damit wird der Triumph des Bösen nur größer), sondern sofort gemeinsam zu Jesus gehen, Ihm die Sünde bekennen und um Vergebung bitten.

Und dann ist es ganz wichtig (um Euren Männern zu helfen), daß Ihr möglichst bald oder sogar sofort Sexualität miteinander habt und zwar mit Leidenschaft und Lust und ohne Hemmungen.

Dies ist auch eine Strategie des Bösen, Euch ständig Bedenken einzureden.

Wenn Ihr zusammenkommt, dann laßt mal all diese Dinge ganz weit weg.
Lust und Sexualität verträgt in diesem Augenblick keine Problemdebatte.
Das muß in diesem Augenblick aus dem Ehebett raus. Beim Mann kann der kleinste Vorwurf der Frau in diesem Moment zu fehlender Potenz führen und damit sind alle guten Bedingungen für einen lustvollen Sexualverkehr dahin.

In diesem Sinne empfehle ich Euch für eure Männer sexuell anziehend zu sein.
Macht euch schön, macht euch erotisch, macht euch sinnlich, macht euch locker, macht euch frei im Kopf, macht euch lustvoll, macht euch ein bißchen hemmungslos.

Schafft eine ungestörte angenehme, möglichst sinnliche, romantische Umgebung und legt die Hemmungen ab. Gott und Jesus werden sich darüber freuen, denn Ihr erfüllt seinen Willen. Macht Euch frei von dem Gedanken, daß Sexualität generell dreckig ist. Helft auch Euren Männern in diesem Sinne die Hemmungen zu verlieren und Lust zu bekommen.

Jetzt denkt Ihr bestimmt wieder, ihr steht im Wettbewerb mit den Pornofrauen im Internet.  Das ist aber nicht so, weil Ihr für Eure Männer viel, viel mehr seid, als diese Frauen.

Es geht aber darum: Je schöner, erfüllter und besser der gemeinsame Sexualverkehr ist, umso größer ist die Chance, daß Eure Männer von Ihrer sündhaften Sexsucht loskommen.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Die Sünde muß ans Licht. Der Gedankengang die Probleme gemeinsam oder auch alleine mit einem Seelsorger zu besprechen, zu beichten und zugesprochene Sündenvergebung zu erfahren, ist ganz wichtig.
Zuviel Licht ist vielleicht dann auch schwierig. Euren Gemeinden würde ich die ganze Wahrheit erstmal nicht zumuten.

So, jetzt ist es 1 Uhr nachts und ich wollte um 22:30 Uhr schon im Bett liegen. Eigentlich bin ich nur zufällig hier in das Forum gekommen.

Ich wünsche Euch Gottes starken Trost, seine Liebe und Zuwendung.
Ich wünsche mir von Herzen, daß alle Eure Wunden heilen.
Ich wünsche Euch erfüllte, gute, christliche Ehen.
Ich werde dafür beten und demnächst nochmal ins Forum schauen.

Bis dann !!


nasiräer
Member


Eingegeben am: 14 Aug 2008
Herkunft: Berlin, Germany
Berichte: 259
Status:  Offline
Mana: 
 Geschrieben: 7 Sep 2008 10:29
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Hallo euch,

da würd ich dem Dieter mal zustimmen in dem einen Punkt (aber nicht grade in seiner Herangehensweise - "Sexualität bis zur Erschöpfung"):

da, wo der Mann sich (sonst) bei einem Porno einen runterholt, ihm mal zu begegnen, mit ihm seine Lust, sein Verlangen zu teilen, ihn da kennenzulernen, seine Gefühle, seinen Drang, sein Unbefriedigtsein und seine Sucht nach Befriedigung zu verstehen, mitfühlen und mit ihm sexuell zu erfahren, das könnte die Sache schon 'in Luft auflösen', weil er dann dich hat, bis in die Tiefe seiner Gefühle.

Ich als Mann sehne mich jedenfalls nach so einer Frau, die mit mir in meine Empfindsamkeit geht und dass ich damit nicht alleine bin.


lieben Gruß,
nasi

Uli
Guest
 

Eingegeben am: 
Herkunft:  
Berichte: 
Status:  Offline
Mana: 
 Geschrieben: 7 Sep 2008 19:15
 Nennen  Antworten 
Hallo Dieter u. Nasiräer, danke fuer eure Beitraege. Es ist gut und hilfreich, die Seite der Maenner zu hoeren.

Für uns als Ehefrauen von süchtigen Männern ist es eine Spannung (so erlebe es ich auf jeden Fall) unsere Männer zu achten und zu eheren und ihnen auch in der Sexualtät Respekt entgegenzubringen wie es in euren Beiträgen anklingt, aber andererseits 1. unsere Würde als Frau bzw. 2. die Würde unserer Familie nicht zu verlieren.

Ich moecht das kurz skizzieren:

Unter 1. verstehe ich, das ich z. B. keine sexuellen Praktiken dulden muss, die mir körperliche Schmerzen zufuegen.

2. das mochte ich an einem Beispiel aus unserem Familienleben verdeutlichen: unsere Teeenietochter weigerte sich im Urlaub an einem Stadtbummel teilzunehmen weil "Vati Frauen nachstarrt und vor peinlichen Schaufenstern stehenbleibt".

 

Oder wie seht ihr das?

Liebe Grüsse

Uli

 

nasiräer
Member


Eingegeben am: 14 Aug 2008
Herkunft: Berlin, Germany
Berichte: 259
Status:  Offline
Mana: 
 Geschrieben: 7 Sep 2008 19:24
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Hallo Uli,

Du hast Recht, natürlich müssen die genannten Sachen und noch mehr ernst genommen werden und beachtet.
Es gibt eine Ethik im Sexuellen und natürlich in der Familie, den Kindern gegenüber.

Ich meine, man kann sich schon sehr nahe kommen im Sexuellen in fast allen denkbaren Bereichen, aber eine Sensibilität und ethische Reinheit im Umgang ist für mich Voraussetzung für ein liebevolles Begegnen - im Gegensatz zu 'was-mit-sich-machen-lassen' oder machen sollen, was man nicht mag.


Gott segne Dich /Euch

nasi


 Uhrzeit 23:44
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