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Heilung ist möglich - wir haben es erlebt!
 Moderiert von: pipo  
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VerfasserBericht
Schmetterling13
Member
 

Eingegeben am: 6 Dez 2010
Herkunft:  
Berichte: 19
Status:  Offline
Mana: 
 Geschrieben: 7 Dez 2010 11:14
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Hallo liebe mitbetroffene Frauen,

ich will euch nicht gleich (m)eine lange Geschichte auftischen... sondern euch aus eigener Erfahrung mitteilen, dass HEILUNG MÖGLICH IST! Mein Mann war fast ein Vierteljahrhundert lang pornographiesüchtig, er hat seine Sucht (hinter meinem Rücken) mit in unsere Ehe gebracht, als ich schließlich dahinterkam (ausgelöst u.a. dadurch, dass er keine Lust auf Sex mit mir hatte), war ich am Boden zerstört... und fand mich erst mal in einem dunklen, stickigen Tunnel wieder, ohne Licht am Ende zu sehen. Es ging mir in der Folgezeit seelisch und auch körperlich sehr schlecht, ich bekam schlimme Kopfschmerzen und einen chronischen Durchfall, magerte total ab, hatte Schwindelanfälle, war total "neben dem Gleis"... und vor allem hatte ich niemanden, mit dem ich über dieses Problem reden konnte. Man (frau) stellt sich ja nicht vor die versammelte Gemeinde und verkündet, dass der eigene Mann pornosüchtig ist... (Hut ab vor den (wenigen) mutigen Männern, die das tatsächlich tun!)... und man eine ebenfalls oder ehemals betroffene Frau sucht, bei der man sich mal ausweinen kann! Ich hatte diese Frau nicht... und vielleicht geht es jemanden von euch auch so. Ihr leidet still (oder auch laut) vor euch hin, es zerreisst euch fast, ihr wisst aber (noch) nicht, wohin ihr euch wenden sollt... falls es einer Frau, die diese Zeilen liest, so geht, dann möchte ich dich ermutigen, mich zu kontaktieren. Niemand kann einen in einer Krise steckenden Menschen besser verstehen als jemand, der selbst diese Krise durchlebt und überstanden hat. Und das haben wir, mein Mann und ich! Er ist endlich FREI! Nein, nicht tränen- und kampflos, nicht sanft und mühelos... es war eine schwere Zeit, begleitet von einigen Rückschlägen... aber mit Gottes Hilfe (und NUR damit!) hat er den Ausstieg aus dem Teufelskreis "Pornos + Selbstbefriedigung = Abhängigkeit" geschafft; und dafür bin ich Gott so was von dankbar... und möchte allen betroffenen Frauen Mut machen, nicht zu schnell die Flinte ins Korn zu werfen. Nicht immer lohnt sich der Kampf (das muss der Ehrlichkeit halber auch gesagt werden, denn wir leben nun mal nicht im Paradies) - aber gleich kampflos aufzugeben, ist sicherlich nicht der richtige Weg! Und ohne euch Frauen schaffen es die Männer NIEMALS! IHR seid GOTTES WERKZEUGE! Auch wenn's weh tut (und das tut es); aber der Lohn der Mühe ist groß!

Falls eine von euch in der Südwestecke Deutschlands wohnt (Breisgau), könnte man sich vielleicht sogar mal zu einem Gespräch treffen... denn einander zu schreiben ist zwar bereits eine große Hilfe; aber sich an einen Tisch zu setzen, einander in die Augen zu schauen und sich mal richtig aussprechen (und ausweinen) zu können, ist bestimmt noch hilfreicher...

In diesem Sinne: Traut euch! Und haltet an der Hoffnung fest, dass es einen Ausweg geben kann - selbst nach vielen Jahren der Abhängigkeit. Für JESUS ist NICHTS UNMÖGLICH!

 

 

sasa
Member
 

Eingegeben am: 7 Dez 2010
Herkunft:  
Berichte: 15
Status:  Offline
Mana: 
 Geschrieben: 8 Dez 2010 20:39
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hallo schmetterling,

leider versuche ich bereits zum 4. mal dir eine mail zu schreiben. jedesmal lösche ich  mit irgendeiner taste den ganzen text.

darum jetzt nur einen kurzen kommentar. ich fand deinen beitrag sehr schön und nach tagelanger recherche im internet zu dem thema war deiner sehr sehr schön zu lesen und sehr tröstend. danke für die einladung dir zu schreiben. ich habe keinen computer und kann mir ab und zu mal den  lap top meines sohnes leihen. wenn ich ihm mal wieder habe und wenn meine finger etwas geschickter tippen, will ich versuchen dir noch mal zu schreiben, weil ich mich sehr gerne austauschen würde.

wohne leider in nordeutschland - also für ein persönliches treffen etwas zu weit weg.

also bis dahin

gute nacht

sa

 

Mario
Moderator


Eingegeben am: 7 Jun 2007
Herkunft: Regensburg, Germany
Berichte: 431
Status:  Offline
Mana: 
 Geschrieben: 9 Dez 2010 04:59
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Hallo Sasa,

wenn du einen Laptop benutzt, deaktiviere das Mousepad. Ich kann mir vorstellen, dass du unbewußt beim Schreiben dieses berührt hast und dann den Text dadurch gelöscht. Ist mir auch schon oft passiert und ich weiss, wie ärgerlich das ist.

LG

Mario

Schmetterling13
Member
 

Eingegeben am: 6 Dez 2010
Herkunft:  
Berichte: 19
Status:  Offline
Mana: 
 Geschrieben: 9 Dez 2010 12:58
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Liebe Sa(sa) :),

das ist ja eine ärgerliche Erfahrung, die du da gemacht hast mit dem unabsichtlichen Löschen der Mails... mit Laptops kenne ich mich leider nicht aus, aber Mario hat dir ja einen Tip gegeben, vielleicht lassen sich damit in Zuknuft solche Pannen vermeiden!

Auf alle Fälle habe ich mich sehr darüber gefreut, dass mein Beitrag dir in deiner Situation (wie auch immer die aussehen mag) eine kleine Hilfe und ein Trost war. Dass du am anderen Ende der Republik wohnst, macht zwar ein persönliches Treffen erst mal eher unwahrscheinlich... aber ich denke, auch ein schriftlicher Austausch kann eine echte Hilfe sein. Und dafür spielen ja die dazwischen liegenden Kilometer keine Rolle...

Ich will heute gar nicht so viel schreiben, da ich deine momentane Lebensituation ja (noch) nicht kenne... aber eine Gemeinsamkeit hat mir deine Mail bereits offenbart: Du bist auch Mama. Ich nämlich auch. Hab sogar nicht nur einen, sondern gleich drei "wilde Kerle"... allerdings aus erster Ehe, denn mit meinem zweiten (jetzigen) Mann wäre Kinderkriegen (noch) gar nicht möglich - dazu hat ihn die Pornographie zu sehr verbogen. (Er kann (noch) keinen "richtigen" Sex mit einer "echten" Frau (sprich: mit mir) haben.) Aber auch da hat bereits ein Heilungsprozess begonnen, und ich bin voller Zuversicht, dass Jesus das gute Werk, das er in ihm, in uns, angefangen hat, auch zu Ende führen wird. (Damit meine ich nicht, dass ich noch mehr Kinder haben will - meine drei reichen mir/uns vollauf! Außerdem sind wir beide über 40. Ich meine damit eine gute, schöne, geheilte Sexualität.)

So, liebe Sasa, jetzt bist du dran. Ich freue mich darauf, von dir zu hören und dich und deine/eure Lebenssituation ein bisschen besser kennenzulernen.

Egal wie's dir gerade geht - fühl dich von mir in den Arm genommen und, was noch wichtiger und (über)lebensnotwendiger ist, auch von JESUS! ER IST DA, auch und gerade in den Momenten, in denen wir das überhaupt nicht fühlen... davon hatte ich in meinem Leben auch genug, manchmal dachte ich, ich komme nie mehr raus aus diesem "Loch"... aber Jesus hat mich rausgehoben und dafür bin ich ihm so dankbar.

Herzliche Grüße von ganz unten auf der Deutschlandkarte,

Schmetterling13 :)

 

 

sasa
Member
 

Eingegeben am: 7 Dez 2010
Herkunft:  
Berichte: 15
Status:  Offline
Mana: 
 Geschrieben: 11 Dez 2010 05:29
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lieber mario,

danke  für den tip mit dem mousepat, habe gleich versucht recherchieren, wie man das dektiviert. habe leider nur bahnhof verstanden. will nachher mal meinen sohn fragen, ob er das kann.

 

trotzdem lieben dank für die anteilnahme:D

 

lg

sasa

 

sasa
Member
 

Eingegeben am: 7 Dez 2010
Herkunft:  
Berichte: 15
Status:  Offline
Mana: 
 Geschrieben: 11 Dez 2010 06:41
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lieber schmetterling,

als ich deine antwort gelesen habe, war ich so erfreut gleich eine reaktion erhalten zu haben. will mich jetzt noch mal aufraffen - ohne deaktiviertes mousepat - eine mail zu schreiben-hoffentlich klappt es.

also kurz zu meiner person. ich bin auch über 40. habe aus erster ehe zwei söhne von 16 und 18 jahren. mein mann und ich haben einen gemeinsamen sohn von 8 jahren.

bevor ich mit meiinem mann zusammen kam waren wir bereits über das studium bekannt und wurden im laufe der jahre gute freunde. ich war verheiratet und er hatte eine feste freundin. ich fand ihn von anfang an immer etwas schräg, weil er das thema sex sehr oft zum thema machte. aber er war mir immer sypathisch und ich fühlte mich in seiner gegenwart immer sehr wohl und angenommen. man konnte sich gut mit ihm unterhalten und er war ein guter zuhörer.

im laufe der jahre ging meine ehe kaputt und die beziehung zu seiner freundin auch. wir trafen uns öfter, weil er mir mit dem studium oft half. ich hatte einige sehr nette freunde, die mir unterlagen besorgten, weil ich, wegen der kinder, nicht alle vorlesungen besuchen konnte. ich hatte ihn für eine beziehung nie auf der rechnung, weil wir aus so ganz anderen welten kamen. er ging mir gegenüber auch immer sehr offenen mit seiner sexualität um und erzählte mir, dass er dinge wie partnertausch mit seiner freundin gut fand und sie einige erfahrungen in verschiedenen bereichen in dieser hinsicht gemacht hatten. ich fand das alles ziemlich abenteuerlich und auch ganz witzig. ich komme aus eiinem sehr unkonventionelle elternhaus, wo man sich über die fortsetzung der sexuellen revolution nicht besonders wundert, oder aufregt.

irgendwann schliefen wir, ich glaube aus reinem zufall, miteinander. zufall in so fernm, weil weder ich in sein, noch er in mein, beuteschemal passten. es war eine überwältigende erfahrung, weil ich bis dahin noch nie in meinem leben so ein fließendes miteinader erlebt hatte. wir saßen uns hinterher ziemlich verdattert gegenüber und waren perplex, dass ausgerechnet wir beide in dieser hinsicht so gut harmonierten. somit wurde aus der guten freundschaft eiie gute freundschaft mit sex und nach einiger zeit verliebten wir uns richtig doll ineinander.

es war eine tolle zeit, weil wir immer noch diese freundschaftliche basis hatten - ich muss sagen, er ist bis heute mein aller beser freund - und wir auch körperlich eine basis hatten. wir machten auch in sexuellen dingen alle möglichen experimente und ich genoss das, weil ich in bestimmten dingen bis dahin nicht viel erfahrungen hatte und nach einer sexuell etwas sprerrigen ehe, diese neuen eidrücke genoss. nach einiger zeit hatte ich jedoch genug für mich an erfahrungen und eindrücken gesammelst und wollte wieder zur "tagesordnung" übergehen, weil ich doch vom grundsatz eine momogame beziehung führen wollte. das problem war nur, als ich dieses deutlich machte und anfing zu sagen, dass ich jetzt auch mal was anderes machen wollte, kippte sofort die stimmung. wenn er vorher liebevoll und zugewand war, wurde er kalt und abweisend. ich verstand das alles nicht und so folgten endlose, zermürbenden diskussionen über das thema sex, treue, ausschjließlichkeit etc.

ich hatte dann immer das gefühl im meinen standpunkt klar gemacht zu haben, aber irgendwie fand ich immer etwas, was mich aufs höchste irritierte. maasenhaft sammlungen von kontaktanzeiten, fotomaterial und was das aller schlimmste war, auch immmer wieder sexuelle kontakte zu anderen frauen. kondome in der tasche mit eiinschlägigen aufdrucken, die auf irgendwelche etablissements schließen ließen etc. es war eine achterbahn der gefühle. ich hatte am ende jedoch immer das gefühl, dass ich ihm mit meine argumenten klar machen konnte, dass dies alles der falsche weg für eine glückliche beziehung ist. er baute seine argumentatioskette auf, indem er versuchte mir klar zu machen, dass meine vorstellung von sexualtiät eine fiktion ist, die sowieso nicht funktioniert. dafür liefert die praxis zu viele beispiele, dass sich tausen menschen etwas vormachen, wenn sie glauben mit einem partner ein leben lang "auszukommen". sonst würde es diese ganze sexindustrie ja gar nicht geben.

es wurde ein jahrelanges ( wir sind jetzt 12 jahre vereiratet ) auf und ab der gefühle. jedesmal, wenn ich dachte du kannst das nicht mehr aushalten, machte mein mann dinge, die mich immer wieder hoffen ließen, dass wir das alles nun hinter uns gelassen hätten. denn ich muss sagen, ich habe nie an meiner liebe zu ihm gezweifelt und ich fühlte mich trotz aller, ich kann sagen, emotionaler hinrichtungen, immer von ihm gliebt. das klingt paradox und jeder würde sage, dass das nicht möglich ist, aber es war - und ist so. vor fünf jahren erreichte diie situation seinen höhepunkt. wir hatte finanziell sehr starke probleme und versuchten mit viel arbeit und kraft aus diesem dilemma heraus zu kommen. es war für nichts zeit, nicht mal für eine flüchtige umarmung. mein schicksal ist es all die jahre gewesen, dass mir immer dinge in die hand gekommen sind, die vieles, nicht alles, haben auffliegen lassen. ich fand eine telefonrechung, in der er im minutentakt, zu allen tages und nachtzeiten eine frau angerufen hatte, die ich auch kannte. es stellte sich heraus, dass er sich in diese frau verliebt hatte, auch wenn er sich nach dieser entdeckung nie wieder mit ihr getroffen haben soll.

 meine welt brach nun endgültig zusammen, da ich dachte wir haben so viel durchzustehen um unser leben zu sichern und kämpfen so sehr, und er hat dabeii gefühle für einen anderen menschen entwickelt. bis dahin war alles immer so anonym, dass ich immer wieder verzeihen konnte, weil ich mir seiner gefüle immer sicher ´war. aber nun war mit das auch noch genommen. ich fing daraufhin an eine einjährige therapie zu machen, die mir tatsächlich geholfen hat mich so zu positioieren, dass ich meinem mann klar machen konnte, entweder mich auschließlich oder gar nicht. nicht dass ich ihn verlassen wollte, sonder ich wollte dass er mich verlässt und so ehrlich zu mir und sich selber ist, dass er die kosequenzen aus seinen gedanken und taten zieht.

die letzten fünf jahre hatte ich tatsächlich, dass gefühl wir haben dieses kapitel überwunden, weil er alles daran gestzt hatte mir tag täglich zu beweisen wieviel ihm an mir und unseren kindern liegt. sowohl im täglichen, als auch in unserer beziehung. ich begann wieder vertrauen zu ihm aufzubauen, denn unseren liebe, aber auch unsere freudschaft war nach wie vor vorhanden. ich muss aber sagen, dass ein rest von all den erfahrugen in meinen klamotten hängen geblieben war. ich konnte, bis heute nicht mehr in einem bett mit ihm schlafen, weil nachts viele negative gefühle ihm gegenüber in mir hoch kamen und ich seinen nähe plötzlich nicht mehr ertrug.

soweit so´gut. seit einiger zeit durchleben wir wieder eine sehr stressige, arbeitsreiche und finanziell angespannte lebensphase und wieder rotieren wir beide. es war wieder für nichts zeit, außer das lebensnotwendigste. nun fand ich beim meinem mann, wieder durch den reinen zufall, beim aufräumen einen zettel mit vielen merkwürdigen namen únd telefonnummern. mit ein bißchen googeln und telefonieren, hatte ich mir ziemlich schnell ein bild gemacht und stelllte meinen mann zu rede. zu meiner überraschung gab er sehr schenll alles zu, was bis dato nie der fall war. er hatte, wie er meinte aus finanzieller not gang bang partys organisiert?! so weit so gut... aber mir war sofort klar, das er dabei auch kräftig mitgemischt hat, und auch das gab er unumwunden zu. also aus finanzieller not sind schon viele auf die schiefe bahn gekommen, aber diese geschichte war die größte verarschung meiner person, die ich je erlebt hatte. ich weiß gar nicht wieviele welten nun zum tausendsten mal in mir zusammen gebrochen sind. der klare menschenverstand sagt mir, nimm deine beine in die hand und lauf so schnell du kannst. aber genau das ist mein problem ich kann es nicht, weil ich ihn immer noch liebe-kling paradox - und ich kein 2. mal eine familie auseinander bringen will.

ich bin in meiner verzweiflung im internet auf das thema sexsucht gestoßen und habe ihm ein ultimatum gestellt nun endgültig eine therapie zu machen, oder alles seiner mutter zu erzählen ( klingt ein bißchen ärmlich - ich weiß ). hinzu kommt, dass er zur zeit in eienr anderen stadt arbeitet und wir nur per telefon und mail kommunizieren. bisher hat er immer ausreden für eine therapie gefunden, weil er meinte wir hätten zur zeit wichigere probleme und keine zeit. er hat mir nun aber versichert, er wird sich umgehend in den nächsten tagen um eine therapie kümmern - mal sehen,...

ich habe schon immer an gott geglaubt, aber in den letzten wochen ist es das einzige was mir noch hilft, meinen tag so zu meistern, dass ich nicht ein schatten meiner selbst geworden bin. ich habe das gefühl, alles verloren zu haben und er ist der einzige dem ich noch vertrauen kann. der glaube hat mir auch die kraft gegeben meinen mann nicht wie sonst mit vorwürfen, hasstiraden und hystherischen attacken zu überfluten. ich habe es geschafft meine gefühle ihm gegenüber zum ausdruck zu bringen, ohne, dass ich etwas runterschlucke, aber auch ohne, dass ich mich vor schmerz, kummer und wut auflösen. dennoch ist es eine ganz schwere situation und ich weiß nicht, was für einen ausgang sie nimmt.

meine letzte hoffnung ist tatsächlich eine therapie. ich habe meinem mann auch viel aus der bible vorgelesen , wo es um ehe und ehebruch geht. er hat es sich alles mit sehr viel ernst und zustimmung angehört, und will darum, wie gesagt auch die therapie machen. als ich ihm jedoch neulich sagte, dass er sich, wenn wir zusammen bleiben wollen, mit dem gedanken abfinden muss, dass er bis an sein lebensende nur mit mir sex haben kann, merkte ich am ende der leitung ein langes, schockiertes schweigen und das gab mir kein gutes gefühl.

so ich weiß gar nicht ob das gut ist so lange in einem  forum zu schreiben, kenn mich damit gar nicht aus. aber ich habe es tatsächlich geschafft, diesen text ohne löschen zu schreiben. ich bitte allerdings zu entschuldigen, dass ich hier ohne punkt und komma mit üblen tip und grammatikfehlern schreibe, aber ich hacke das gerade ohne rücksicht auf verlsuste runter.

also ich würde mich sehr auf eine antwort freuen und verbleibe mit lieben grüße

sasa

 

 

Schmetterling13
Member
 

Eingegeben am: 6 Dez 2010
Herkunft:  
Berichte: 19
Status:  Offline
Mana: 
 Geschrieben: 11 Dez 2010 10:39
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Liebe Sasa,

hab herzlichen Dank für deine offene, ausführliche und schonungslose Schilderung deiner/eurer momentanen und zurückliegenden Lebenssituation. Ich kann mir gut vorstellen, wie dir beim Schreiben zumute gewesen sein mag: Einerseits Erleichterung darüber, sich endlich mal alles von der Seele schreiben zu können (geteiltes Leid ist zwar nicht unbedingt gleich halbes Leid, aber ein kleines bisschen leichter wird die zentnerschwere Last doch, wenn man sie jemandem (vor allem jemandem, der versteht, was man durchmacht) anvertraut hat); andererseits konzentrieren sich aber gerade beim Niederschreiben so vieler, über Jahre erfolgter Ereignisse und Erlebnisse auch Gefühle von Schmerz, Verwirrung, Demütigung und Verzweiflung......

Sasa, ich danke dir für dein großes Vertrauen mir gegenüber, das dadurch zum Ausdruck kommt, dass du mir all' das mitgeteilt hast. Bitte nimm mir ab, dass ich sehr, sehr bewegt und erschüttert über dein Schicksal bin (habe mir deinen Bericht mehrmals durchgelesen und konnte an einigen Stellen die Tränen nicht zurückhalten). Noch vor nicht allzu langer Zeit hätte mich eine solche "Lebensbeichte" völlig umgehauen, ich hätte größtenteils nur "Bahnhof verstanden" und wäre an den Stellen, die ich vielleicht doch verstanden hätte, so geschockt gewesen, dass es "so etwas" überhaupt gibt, dass ich nicht in der Lage gewesen wäre, eine halbwegs plausible Antwort zu formulieren. Aber durch das, was ich mit meinem Mann in den vergangenen zwei Jahren durch- und mitgemacht habe, musste ich im Bereich "fehlgeleitete Sexualität" eine immense Horizonterweiterung erfahren (erleiden - und das mit über 40...), so dass mich deine Schilderungen zwar zutiefst erschüttern, aber nicht mehr schockieren. Bitte nimm mir ab, dass sie bei mir gut aufgehoben sind, um es mal so zu formulieren. Was ich bis vor zwei Jahren weder hätte verstehen noch nachvollziehen können (in meiner ersten Ehe hatte ich zwar eine sehr eintönige, langweilige und (für mich) unbefriedigende Sexualität, so nach dem Motto (aus der Position meines Ex-Mannes geschildert) "schnell rein, in fünf Sekunden zum Ziel, schnell raus, umdrehen, und losschnarchen..."; er liess auch diesbezüglich nicht mit sich reden (schliesslich bekam er ja immer, was er wollte)... aber das war's dann auch schon zum Thema fehlgeleitete (oder einseitige, egozentrische Sexualität), ist mir jetzt, nach den Erfahrungen mit meinem jetzigen Mann, nicht mehr fremd. 


Liebe Sasa, ich kann deshalb deine Gefühlswechselbäder so gut nachempfinden. (Übrigens, ich bin auch zum allerersten Mal in meinem Leben in einem "Forum", kenne mich mit solchen Sachen also genauso wenig aus wie du... womit wir auch in diesem Bereich auf einer gemeinsamen Basis wären.) Ich kann und will dir in dieser ersten Antwortmail auf deine Offenbarung auch keine wohlformulierten Patentrezepte für deine Situation liefern - die gibt es eh' nicht (und wer behauptet, es gäbe sie doch, der hat sich diesbezügliche Informationen lediglich angelesen, aber nie selbst er- und durchlebt). Ich will dir heute einfach mein aus tiefster Seele empfundenes Mitgefühl schenken - mehr habe ich in diesem Moment nicht anzubieten, aber es ist mein Wunsch, dass dir das wenigstens ein klein wenig Trost und Schmerzlinderung verschaffen kann.

Ich will aber nicht verschweigen, dass es in deinen Schilderungen auch ein paar Dinge gibt, die ich - inmitten des Gefühlschaos - als positiv empfinde. Eins davon ist die Tatsache, dass dein Mann und du miteinander reden könnt - das mag sich jetzt vielleicht komisch anhören, sollte es doch in einer Beziehung "normal" sein, dass man miteinander "über alles reden kann" - in der Realität ist es aber leider sehr oft nicht so. Mein Mann war über einen langen Zeitraum hinweg (als ich schon gewisse Ahnungen hatte, dass etwas Gravierendes mit ihm nicht stimmt, dass er hinter meinem Rücken womöglich ein Doppelleben führt usw.) schlichtweg nicht bereit (oder nicht in der Lage?), mit mir darüber zu reden, stattdessen wimmelte er jegliche Gesprächsversuche meinerseits immer brüsk ab oder sagte einfach nur, es sei "überhaupt nix los" mit ihm, er sei eben "kein sexueller Mann", ich solle doch einfach froh sein, dass er mich in Ruhe lässt, andere Frauen würden sich darüber freuen, einen Mann zu haben, der nicht ständig "was von ihnen will" (er wollte überhaupt nie "was von mir"...) und lauter solche mehr als merkwürdigen Ausflüchte... von daher finde ich es bemerkenswert, dass dein Mann dir (ernsthaft) zuhört und Antworten gibt. Klar, das löst die vorhandenen Probleme noch nicht; aber es ist ein erster Ansatz dafür. Und als zweites finde ich es schier unglaublich, dass wir Frauen in der Lage dazu sein können, nach alledem, was uns unsere Männer angetan haben, sie dennoch immer noch zu lieben! Das geht mir so, und dir geht es nicht anders... und ohne unsere Liebe schaffen es unsere Männer auch nicht, aus diesem Teufelskreis heraus zu kommen. Trotzdem brauchen sie darüber hinaus auch noch zusätzliche Hilfe (z.B. in Form von einer Therapie)! Lass deshalb nicht locker, bis dein Mann diese Hilfe tatsächlich in Anspruch nimmt - sonst wird es sehr, sehr schwer werden...

Sasa, ich möchte dich auch ermutigen, all' deinen Schmerz, Frust und Kummer immer wieder vor Gott auszubreiten. IHN kann nichts schocken! ER weiss eh' alles! Aber UNS ist geholfen, wenn wir es immer wieder vor ihm ausbreiten. Und dabei auch nicht vergessen, eigene Schuldanteile zuzugeben. Wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, dann erkennen wir, dass auch wir unseren Teil dazu beigetragen haben, dass es überhaupt so weit kommen konnte. Wir haben Dinge mitgemacht oder mit uns machen lassen, bei denen wir besser gleich hätten sagen sollen - "mit mir nicht!" Aber wir hatten in dem Moment nicht den Mut, nicht die Kraft, nicht die Überzeugung dazu... und so nahm das Verhängnis seinen Lauf... viel zu lange... weil wir nicht viel  früher energisch eingegriffen haben... aus Angst, unsere Männer zu verlieren... oder was weiss ich warum (das frage ich mich heute auch manchmal)... all' das dürfen wir auch vor Jesus ausbreiten und ihn bitten, uns diese Versäumnisse zu vergeben und sie von uns wegzunehmen - und ER TUT DAS! Ich habe das erfahren und du darfst das auch erfahren, liebe Sasa.

Gehst du eigentlich in eine Gemeinde? Ich selbst bin Mitglied in einer "FEG" (Freie Ev. Gemeinde), in der zwar ausser dem Pastorenehepaar niemand von der Vergangenheit meines Mannes weiss (er kommt erst seit ca. einem Jahr auch mit in den Gottesdienst), aber es hat mir trotzdem gerade in der ganz kritischen Zeit sehr geholfen, nicht ganz alleine dazustehen, Gemeinschaft mit anderen Christen haben zu können (auch wenn die Fragen, warum ich denn so schlecht aussehe, ob ich denn auch genug esse (ich bekam vor einem Jahr seelisch/nervlich bedingt einen sechs Wochen anhaltenden Dauerdurchfall und magerte auf 45kg runter), was denn mit mir los sei usw. wenig hilfreich waren und mich eher noch mehr nervten als mir halfen), mich trotz meiner inneren Not aufzuraffen und in den Gottesdienst zu gehen... ich glaube, ich bin von meinem Naturell her ein ziemlich disziplinierter Mensch, diese Eigenschaft hat mir damals geholfen, mich nicht völlig aufzugeben. Ich kann dir deshalb nur empfehlen, Anschluss an eine "lebendige" Gemeinde zu suchen (falls du das nicht bereits hast). Das löst deine Probleme (noch) nicht - aber es ist eine Kraftquelle!

So, liebe Sasa, jetzt muss ich mich mal langsam ums Mittagessen für meine Mannschaft kümmern (ich find's übrigens echt nett, dass du auch drei Jungs hast!)...

Ich freue mich sehr, dass wir beide Kontakt zueinander gefunden haben (DANKE an euch Mitarbeiter/innen von "Loveismore", dass ihr dieses Forum ins Leben gerufen habt!) und glaube nicht, dass das "zufällig" passiert ist, sondern dass der lebendige Gott da seine Finger im Spiel hatte. ER will, dass wir Menschen (Christen) einander ermutigen und dass KEINER alleine bleiben muss mit seinen Sorgen und Problemen!

Ich wünsche dir trotz allem einen schönen, gesegneten 3. Advent mit deiner Familie, Sasa! Ich denke ganz fest an dich und deinen Mann und bete dafür, dass ihr noch mal ganz neu miteinander anfangen könnt. (Bei mir war es übrigens, ähnlich wie bei dir, auch der Gedanke, nicht noch mal eine Familie auseinanderzureissen, der mich davon abhielt, "das Handtuch zu schmeissen"... und heute kann ich sagen - es hat sich gelohnt. Nein, nicht aller Schmerz ist ein für allemal verschwunden, es gibt immer noch Momente, in denen mir "zum Heulen zumute ist" (weil wir halt nach wie vor keine "normale" Sexualität leben (können) und ich mich deshalb manchmal (als Frau) hässlich und minderwertig fühle, obwohl mir inzwischen längst klar ist, dass es nicht an mir liegt, dass mein Mann mit mir "nicht kann", sondern dass es die logische Folge seiner jahrzehntelangen Fehlfixierung ist und ich einfach sehr, sehr viel Geduld mit ihm haben muss); aber ich weiss und vertraue darauf, dass JESUS das gute Werk, das ER in ihm begonnen hat, nicht unvollendet liegen lassen wird, sondern es zur Vollendung bringen wird. (Das steht auch irgendwo im NT, in einem der Briefe von Paulus, ich weiss gerade nicht, wo genau.)

So, jetzt aber genug für heute - fühl dich verstanden, geliebt und herzlich umarmt von

Mari(posa = Schmetterling (auf Spanisch) - ich habe mal einige Jahre in Peru gelebt).

 

Letzte Änderung am 11 Dez 2010 10:45 von Schmetterling13

sasa
Member
 

Eingegeben am: 7 Dez 2010
Herkunft:  
Berichte: 15
Status:  Offline
Mana: 
 Geschrieben: 11 Dez 2010 21:43
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liebe mari-schmetterling:D

vielen vielen dank für deinen herzliche und mitfühlende mail. ich danke dir dafür, dass du in der lage bist auszuhalten, was ich alles so in der kürze runtergerasselt habe.

es ist wirklich wahr, dass so eine "lebensgeschichte" in seiner direktheit, einem anderen manchmal ganz schön die schuhe ausziehen kann und es ist erstaunlich, dass man den schmerz den du auch erfahren hast so unmittelbar nachfühlen kann. dein mitgefühl dafür hat mir beim lesen sehr gut getan.

ich finde es ganz erstaunlich, wie du an dieses thema herangehts. weil ich glaube, dass nicht viele auf diese weise mit so einer schwierigen situation umgehen. und es ist, wie du sagt, auch erstaunlich, dass wir frauen, nach allem immer noch lieben können. aber nach all den abschreckenden erlebnissen ist es für mich genaus so erschreckend, wenn es auf diese schwierige lebenssituation menschen gibt, die mit ihrem urteil eine einfache lösung suchen in dem nur alles schwarz und weiß ist.

darum hat mich auch deine mail so angesprochen, weil man entweder diese "verlass das schwein" argumente hört. oder sieht oder diese völlige orientierungslosigkeit und entschlusslosigkeit vorgelebt bekommt, die dann oft auch kein gutes ende nimmt

man spricht ja auch in diesem zusammenhang immer von co-abhängigkeit und du hast ganz recht, dass wir frauen auch unseren teil dazu beigetragen haben indem wir nicht energisch genug waren uns zu behaupten. das ist genauso ein bestandteil für so ein dilemma. ich hatte auch eiinen vater, der zwar nicht so besessen war von auérgewöhnlichen sexuellem rausch, sondern besessen war davon frauen zu erobern und dem rausch der liebe. das hat mich sicherlich genauso falsch geprägt, wie die tochter eines alkoholikers, die wieder einen alkoholiker heiratet.

es ist nett, wenn du meiner geschichte auch ein paar positive aspekte abgewinnst. dann kommt man sich nicht ganz so blöd und unfähig vor. und der aspekt zu reden tut in der regel auch sehr gut. ich weiß, dass mein ersten mann auch streitgespächen aus dem wege gegangen ist, wo es nur ging und ich weiß noch wie ohmächtig ich mich dabei fühlte. es war schlimmer, als der schlimmste streit. aber ich bedaure im nach hinein, dass ich mich davon habe so abwimmerln lassen. aber auch in einem gespräch kann man von seinem partner abgewimmelt werden und man bleibt oft genauso ratlos zurück. wie vor dem gespräch.

leider habe ich auch nocht nicht herausgefunden, wie man es schafft gegen falsche, oder  merkwürdige argument anzukommen, ohne im nach hinein gesagt zu bekommen, es muss ja immer alles so gehen wie du das willst, ohne dabei auszurasten. die meisten (streit)gespräche laufen nach einem ähnlichen muster ab. ich rede und argumentiere eine menge, nachvollziehbarer sachen. vielen stimmt mein mann auch zu, besonders wenn ich versuche ihm meine gefühle zu schildern. es läuft aber jedes mal darauf hinaus, dass er behauptet ich hätte ihn immer nur benutzt, ich würde ihn nicht so akzpetieren wie er eben wirklich ist, ich soll mich mal nicht immer für so richtig halten´und ich wäre immerhin diejenige gewesen, die ihn aus dem ehelichen bett hinausgeschmissen hätte.

was er immer mit diesem benutzt fühlen meint ist mir bis heute nicht klar. wenn ich ihn frage, wann oder wo das genau stattgefgunden haben soll oder auf welche weise hat er darauf keine antwort. das finanzielle kann er nicht meinen, da stehe ich auch´selber für gerade. sexuell bin ich eigentlich nicht so der "benutzer" und seelisch komme ich eigentlich auch ganz gut ohne jemanden aus, den ich aussaugen muss, oder so ähnlich. ihn so zu akzeptiern, mit der gewissheit, dass er die treue mit mir nicht so genau nimmt, stimmt, aber das halte ich auch in gewisser weise für legitim. der rauschmiss aus dem gemeinsamen bett stimmt auch, aber die gründe die dafür stattgefunden haben, haben das leider nach sich gezogen und ich kann diese abneigung in diesem moment auch leider sehr schlecht unterdrücken, weil wohl doch zuviel passiert war bis dahin und leider dann ´ja auch weiterhin passiert ist.

ich werde das gefühl nicht los, das er mir dafür, trotz aller beteuerungen, dass er mich liebt und für immer will, für sein handeln mir immer wieder die verantwortung überreichen will. würde ein dritter diese version hören, der müsste denken, was für ein armer mann. ich danke dir auch noch mal für den hinweis mit der therapie. ich weiß, dass das jetzt die letzte hoffnung ist, die ich noch habe und darauf bestehen muss.  ich habe blos angst, dass er es immer wieder verschiebt- das argument ist dann immer der ach so große zeitmangel und wir darüber immer wieder in streit geraten werden, weil ich darauf bestehe. ich habe auch angst, dass er dort die tatsachen verdreht und der therapeut die richtung falsch einschätzt.

die idee mich einer gemeinde anzuschließen hatte ich auch schon. ich war auch schon auf der webside unserer freien gemeine vor ort. da ich zur zeit alleine den ganzen haushalt mit kindern habe und vollzeit arbeite ist meine letze bastion sport an der frischen luft. ich gehe dann in den wald und bete zwar ziemlich alleine, aber die bewegung und das draußen sein brauche ich zur zeit noch sehr.  ich habe mir aber fest vorgenommen, sobald sich in meiner konstellation etwas ändert mich einer  gemeinde anzuschließen.

ich danke dir sehr für deine schönen worte, auch in diesem christlichen zusammenhang, auch wenn ich nicht besonders bibelfest bin. aber es sind halt immer diese wahrheiten ind diesen sätzen, die eine so beindrucken, weil man das gefühl hat, es hat das alles auch schon einmal gegeben und man ist kein einzelfall.  ich hatte vorhin leider am telefon mit meinem mann ziemlich streit, weil ich das gefühl hatte, dass ich hier vor kummer zergehe und seine sorge zur zeit ist, dass sein fernseher kaputt war und er deshalb soviel zu tun hatte und mir nicht mal schreiben oder anrufen konnte. als ich dann später anrief, ´war mein verständispegel gen null gesunken und ich habe mich dazu hinreißen lassen ihn mit vorwürfen zu behilligen. das ärgert und mach mich in wirklichkeitn nur noch :(er...

ich finde es so lieb von dir, dass du mit gebeten und deinen herzlichen worten soviel wärme verbreites, obwohl man nur die worte lesen kann. das ist für mich selbst in der ferne ein richtiger trost. ich möchte dir natürlich das gleiche mitgefühl, die gleiche anteilnahme versichern und hoffe, dass auch ich ein bißchen dazu beitragen kann, obwohl meine erfahrungen, was den heilungsprozess betrifft, nicht besondes weit bin.

danke auch für die umarmungen. das gleiche möchte ich auch zurückumarmen und freue mich, wenn du mir bald noch weiteres aus deinem leben und deinen erfahrungen berichtest.

liebe grüße sasa

 

 

Schmetterling13
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Eingegeben am: 6 Dez 2010
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 Geschrieben: 12 Dez 2010 16:52
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Liebe Sasa,

ich danke dir erneut für deine ausführliche Mail, die mir wieder ein Stück mehr Einblick gibt in deine Lebensgeschichte und das, was dich im Moment beschäftigt und plagt. Leider kann ich dir im Moment nicht in derselben Ausführlichkeit antworten, obwohl ich das gerne täte... aber meine "Männermannschaft" ist hier versammelt und erwartet demnächst ihr Abendessen ;-) ... (auch so ein Beispiel von "Ich bin selber (mit) schuld daran, dass ich den ganzen Laden hier alleine schmeissen muss - hätte ich die Jungs mal eher mit anpacken lassen, dann wären sie jetzt nicht so faul und würden alles der Mama überlassen..." - aber das ist ja nicht unser Thema!).

Aber eine kurze Antwort will ich dir doch schreiben.

Was dein Mann damit meint, dass du ihn angeblich "benutzt", kann ich auch nicht verstehen. Bist nicht vielmehr du die Benutzte? Und damit will ich jetzt nicht einseitig ihn als den (einzig) "Bösen" hinstellen und dich als diejenige, die alles immer richtig gemacht hat (denn das hat keine(r) von uns); aber immerhin ist er doch dein Ehemann und als solcher sollte für ihn sexuelle Ausschliesslichkeit (Treue) kein Fremdwort sein - oder? Dass er das in der Praxis noch nicht hinkriegt, ist wieder eine andere Sache - aber dass er es vom Prinzip her verstanden hat, davon darf man als Ehefrau eigentlich ausgehen (finde ich - wozu sollte man sonst überhaupt noch heiraten?). Ich vermute, er will damit die Verantwortung für sein (falsches) Handeln auf dich abschieben (z.B. mit dem Argument, dass du ihn ja schliesslich aus dem Ehebett rausgeworfen hast, obwohl das ja gewichtige Gründe hatte), anstatt endlich mal voll und ganz zu er- und bekennen, dass es jetzt in erster Linie an ihm liegt, das Ruder herumzureissen (wenn diese Ehe überhaupt noch eine Chance auf Heilung und Wiederherstellung von Vertrauen, Innigkeit und Vertrautheit haben soll). Aber das fällt nicht nur ihm schwer (Eigenverantwortung für sein Handeln zu übernehmen), sondern scheint eine Schwäche vieler Männer zu sein. Bei meinem Mann war es genauso. Es hat mich viel Kraft und Beharrlichkeit gekostet, überhaupt hinter sein "Geheimnis" zu kommen... er wimmelte mich lange Zeit einfach nur ab, meinte, nicht er, sondern ich habe ein Problem, mit ihm sei doch alles in Ordnung (und das soll eine Frau, deren Mann nicht mit ihr schläft, der ansonsten aber gesund ist, glauben?!)... auch dass mir einfach nicht einleuchten wollte, weshalb mein Mann auch nach der Eheschliessung auf keinen Fall seine (Single-Miet-)Wohnung aufgeben wollte (um Missverständnisse auszuschliessen: Wir führten keine Fernbeziehung - seine Wohnung war nur zwei Dörfer entfernt!), fand er "völlig daneben" und erfand alle möglichen absurden Argumente für das (dauerhafte) Behalten seiner eigenen Wohnung (z.B. "Man(n) wird doch wohl auch nach der Heirat seine Eigenständigkeit behalten dürfen", oder "ich schaue halt gerne öfters spät abends noch Sportsendungen im Fernsehen an und das würde dich doch nur stören..." (von wegen "Sportsendungen"... wie sich später herausstellte, waren es ganz andere "Sendungen"). So ging das über einen längeren Zeitraum hinweg... bis ich in meiner zunehmenden Verwirrung selbst schon fast dachte, dass ich die Verrückte bin (und nicht er)... aber tief im Innern wusste, spürte ich (trotz aller Verwirrung), dass mein Mann in irgendetwas gefangen war, aus dem er aus eigener Kraft nicht herauskommen würde... also sprach ich in doch immer mal wieder (möglichst sanft) darauf an (auch wenn er dann immer ganz kalt und verärgert reagierte)... bis er eines Tages nicht mehr anders konnte, als mir "alles" zu erzählen. Das "alles" setze ich deshalb in Anführungszeichen, weil es ein ziemlich kurzes Outing war (er ist sowieso ein ziemlich schweigsamer Typ), ohne Details, es dauerte keine zehn Minuten... und trotzdem steckten in diesen paar Minuten fast 25 Jahre praktizierte Sexualität... mehr hätte ich ehrlich gesagt in diesem Augenblick wohl gar nicht verkraftet. Zu erfahren, dass der eigene Ehemann seit seiner Jugend harte Pornographie konsumiert und sich dabei selbst befriedigt, und dass das seine einzige Ausübungsform von Sexualität ist, haut einen als Ehefrau doch ganz schön um. Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt noch nie im Leben mit Pornographie zu tun gehabt, wusste nicht mal, was das eigentlich genau ist (ich dachte, das sind Filme mit angetäuschten Sexszenen, bei denen aber das Wesentliche verdeckt ist (weil eh kein echter Sex passiert) - ich hätte mir nie vorstellen können, dass es Menschen gibt, die sich bei echtem Sex zuschauen, ja sogar filmen lassen, und das in absoluter Nahaufnahme an den intimsten Körperstellen... ja, so naiv kann man auch mit über 40 noch sein!). - - - Heute, im Rückblick, sagt mein Mann, dass er froh ist, dass ich so insistent gewesen bin und mich nicht durch seine merkwürdigen Ausflüchte habe anwimmeln lassen... aber bis es zu dieser Erkenntnis kam, war es ein harter Kampf für mich!

- - - Hier wird mittlerweile ziemlich heftig gemeckert, wann es denn "endlich was gibt".... stimmt, ich habe nun doch länger geschrieben als  geplant.... aber nun muss ich echt zum Schluss kommen. Ich werde mir deine Mail heute Abend, wenn die Kids im Bett sind, nochmal in Ruhe durchlesen....

Sasa, ich möchte dir das "Weisse Kreuz" empfehlen - falls du die Organisation nicht bereits kennst. Soviel ich weiss, gibt es gerade im norddeutschen Raum sehr viele Beratungsstellen - mach dich doch mal kundig (auf der Homepage des Weissen Kreuzes kann man seine Postleitzahl eingeben und dann herausfinden, wo die nächstgelegene Beratungsstelle ist). Nicht nur dein Mann braucht Unterstützung - auch DU! Du leidest "wie ein Vieh" unter dieser ganzen Situation (und ich kann das gut verstehen) und brauchst Menschen, mit denen du darüber reden kannst und die dir ganz konkrete Hilfestellung anbieten können (z.B. die Möglichkeit der Teilnahme an einer Gesprächsgruppe mit anderen betroffenen Frauen). Ja, du hast Recht - oft findet man die von dir erwähnte Schwarz-Weiss-Malerei (und damit kann ich auch nichts anfangen, denn kein Mensch ist nur gut oder nur schlecht - wir haben alle beide Komponenten in uns); aber schau dich doch einfach mal um, vielleicht findest du eine Anlaufstelle, und das wäre doch wenigstens ein Anfang! Hierher zu mir kannst du ja leider nicht einfach mal kommen :( ... dazu wohnen wir zu weit auseinander... ich bin ja schon froh, dass wir trotzdem miteinander kommunizieren können und dass dir das gut tut; aber ich wünsche mir für dich, dass du darüber hinaus eine Person deines Vertrauens finden mögest, die dich mal in den Arm nimmt und bei der du dich ungehemmt ausweinen kannst... hast du eine gute Freundin in deiner Nähe, die von euren Problemen weiss? (Ich bin in meinem Leben zu oft umgezogen und habe deshalb viele Freundschaften umständehalber verloren.) Oder schleppst du diese ganze Last mehr oder weniger alleine mit dir herum? Klar, mit Gott können wir immer reden und er hört auch immer zu... das will ich auch gar nicht abwerten (mir hilft das ja tagtäglich, dass ich mit allem zu ihm kommen kann)... aber menschliche Wärme und Verständnis tun eben auch gut!

So, jetzt muss ich aber wirklich aufhören, sonst werde ich hier noch gesteinigt ;) ....

Sasa, ich möchte dich noch mal in den Arm nehmen und dir sagen, dass hier jemand ist, dem du wertvoll und wichtig bist und der an dir und deiner Geschichte dranbleiben wird - egal wie sie ausgeht!

Sei ganz lieb gegrüßt

von Mari :)

 

 

 

sasa
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Eingegeben am: 7 Dez 2010
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 Geschrieben: 12 Dez 2010 20:57
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liebe mari,

hab dank für deine "kurze" antwort. keiner kann so gut, wie ich verstehen wenn drei jungs hunger, oder sonst was haben und man versucht etwas zu machen, was damit nichts zu tun hat, wie hartnäckig daran gearbeitet wird, dass man sich erst mal um deren belange kümmert. obwohl mein ältester sohn zur zeit im ausland ist, ist bis heute, selbst ein entspanntes telefongespräch, immer wieder von unterbrechungen "untermalt". darum wollte ich nur kurz sagen, auch wenn ich mich zur zeit in einer traurigen verfassung befinde, brauchst du dich nicht verpflichtet zu fühlen mir umgehend zu schreiben. das ganze soll ja nicht in noch mehr stress ausarten. die tatsache, dass du überhaupt schreibst ist mir schon hilfe genug. in welchem zeitraum  ist nicht so entscheidend.

darum besonderen dank für deine "kurze" antwort. vielen dank auch für deinen tip mit dem weißen kreuz. ich bin überhaupt auf deine mail gestoßen, weil ich eigentlich auf der suche nach so einer art gruppe für angehörige von sexsüchtigen war. mir ist vollkommen klar, dass ich genauso hilfe brauche. ich hatte auch eine empfehlung und mich dort gemeldet. da bin ich dann aber irgendwie in amerika gelandet und es kam nur eine telefonnummer, für suchende in deutschland, zurück. bin jedoch noch nicht dazu gekommen dort anzurufen.

habe direkt eine mail an eine einrichtung in meiner nähe gesendet und bin mal gespannt, ob es da etwas für micht gibt. ich habe auch eine sehr gute freundin, die zwar nicht alle details unserer geschichte kennt, aber die letzten ereignisse habe ich ihr ganz ohne "zensur" erzählt. leider hat sie wenig zeit. aber selbst die wenigen gespräche haben mir auch sehr gut getan. ich habe heute auch wieder fast 2 stunden mit meinem mann telefoniert und genau dass was du mir zum thema treue, ehe, verantwortung übernehemen und eigenartige schuldzuweisungen geschrieben hast, war auch thema zwischen uns.

er war auch sehr einsichtig und wil sich ernsthaft um eine therapie bemühen. aber ich traue dem frieden noch nicht ganz. denn die stimmung und einsicht ist mal so, mal so... darum ist auch eine weitere maßnahme zur problemlösung für mich die selbsthilfe, weil ich finde, dass die dinge die unsere männer getan haben schon schlimm genug sind, aber ende ist der schmerz, den das in einem auslöst am schlimmsten. die tatsache, dass jemand etwas sagt, was nicht den tatsachen entspricht, ist ja scheinbar unter menschen, eine der schlimmsten schmerzen, die wir einander zufügen können. ich empfinde das wenigsens so. wie du sagst, damit selber fertig zu werden ist ab einem bestimmten punkt, fast nicht mehr zu schaffen. die geschichte von deinem mann empfinde ich darum auch in erster linie als so traurig, weil du so lange im "dunkeln getappt bist" und er dich, obwohl du der mensch bist, der ihm am nächsten steht, nicht "einweihen" oder aufklären konnte.

was er in seiner wohnung dann am ende gemacht hat, ist zwar alles andere als ein gängiges hobby, aber die tatsache, dass du nicht wußtest, was los ist, gepaart mit dieser erkenntniss, dass es einen teil in deinem leben gibt, der mit dir so wenig zu tun hat, wie ein fisch mit der wüste, dass ist schon ein coctail, der einem damit geboten wird, den man mit dem üblichen menschenverstand, meiner meinung nach, nicht bewältigen kann. ich möchte mal verstehen, was in diesen köpfen vorgeht, in denen eine fantasiewelt so eine starke  macht gewinnt, dass sie dass reale leben völlig in den schatten stellt. das werte wie ehrlichkeit und vertrauen vollkommen fallen gelassen werden, obwohl sie sich alle nichts mehr sehnen, als ein leben mit einem menschen dem sie verttrauen können.

es ist auch so trautig, dass im leben unserer männer soviel schief gelaufen sein muss, dass si sich in diese richtung geflüchtet haben und wir jetzt ein  bißchen wie überforderte krankenschwestern, erste hilfe leisten, bis der chefarzt kommt. man kann zwar auch etwas tun kann, aber am ende reichen die eigenen fähigkeiten, um eine glückliche ehe zu führen, scheinbar doch nicht aus. auf der anderen seite habe ich die hoffnung noch nicht aufgegeben, dass auch das eigene wirken eine wirkung hat.

mich würde mal interessieren, ob dein mann heute die gründe für sein verhalten benennen kann, oder ob das eher so eine erzwungene einsicht ist und ob die gründe für die entstehnung gar nicht so eine große rolle spielen sondern, dass es hierbei eher um lösungsmaßnahmen geht? und ich möchte mal wissen, ob es stimmt, dass am ende nur hilft, den süchtigen seiner sicheren umgebung, die mit ihm schweigt, weil das ja auch irgendwie peinlich ist, zu berauben, damit er merkt wo er wirlich gelandet ist.

liebe mari, es ist nun schon spät geworden, und ich könnte stundenlang so weiterschreiben, aber dass sprengt hier noch die speicherkapazität. ich fange auch schon an zu "schielen"

noch mal ganz lieben dank für deine große anteilnahme. und wie gesagt keinen stress mit dem zeitraum einer antwort.

sei auch du herzlich umarmt aus der ferne

deine sasa

 

Schmetterling13
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Eingegeben am: 6 Dez 2010
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 Geschrieben: 13 Dez 2010 06:11
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Liebe Sasa

diesmal kriegst du wirklich nur eine kurze Antwort ;-) ......... denn ich muss gleich zur Arbeit radeln (die liegt glücklicherweise nur ca. zehn Minuten mit dem Rad entfernt).... aber irgendwie war mir heute früh so, als ob ich noch mal hier reinschauen sollte (mache ich sonst nie vor der Arbeit)..... und siehe da....

Sasa, Gestern Abend habe ich mir noch mal deine beiden langen Mails durchgelesen (auch die erste, die deine/eure Geschichte beschreibt)....... und es gäbe soooo viel dazu zu sagen. Eigentlich müsste man jeden Abschnitt einzeln behandeln..... aber das würde sowohl mich als auch dich im Moment überfordern (zeitlich, seelisch und emotional). Aber ich will dir wenigstens sagen, dass ich alles sehr sorgfältig durchgelesen und auch in meinem Innern bewegt habe.

Auch zu deiner gestrigen Mail fallen mir auf Anhieb eine Menge Sachen ein, die ich dir dazu sagen möchte..... aber wie gesagt, ich muss gleich losspurten..... bitte verzeih mir (tust du... weiss ich... danke!)

Ich möchte dich aber in der Hinsicht bestärken, dass du aktiv werden musst - dein Mann ist dazu anscheinend (noch) nicht in der Lage. Und "einfach nur abwarten", bis sich vielleicht "von alleine" mal was ändert, ist eine müssige, zwecklose Sache... die einen nur noch mehr zermürbt und schliesslich schier auffrisst. Lass nicht locker beim Weissen Kreuz - es muss doch eine Stelle in deiner Nähe geben. (Wohnst du in einer Stadt oder auf dem Land?) Und auch wenn ich dich in deiner Sehnsucht nach Bewegung in der Natur gut verstehen kann (ich bin auch so ein Typ, der sich gerne draussen aufhält und es einfach braucht, mich an der frischen Luft zu bewegen... nur habe ich den Vorteil, dass ich schon mal jeden Tag meine kleine "Fahrradtour" zur Arbeit und wieder zurück habe), so möchte ich dich doch ermutigen, nicht erst abzuwarten, bis sich deine "Konstellation" ändert, um mal in die FEG an deinem Wohnort zu gehen... es wird sich erst etwas ändern, wenn du das in die Wege leitest. Und eine (gute!) Gemeinde tut wirklich gut... es muss ja nicht gleich mehrmals in der Woche sein - der sonntägliche Gottesdienst wäre ja für den Anfang schon mal genug.

Noch kurz zu deiner Frage, ob mein Mann benennen kann, weshalb er in diese Sucht geraten ist: Er redet nach wie vor nicht viel und nicht gerne über die Anfänge. (Er ist sowieso ein schweigsamer Mensch, ganz allgemein gesprochen. Wahrscheinlich hat ihn die jahrzehntelange Sucht noch viel schweigsamer gemacht als er vom Typ her eh schon immer war... denn er war ja über viele Jahre hinweg mehr auf die Damen auf dem Bildschirm und auf sich selbst fixiert, als auf "richtige" Menschen/Frauen - auch während er Partnerschaften mit echten Frauen hatte - siehe unsere eigene Geschichte.) Meine Vermutung ist, dass er als Kind viel zu wenig Zuwendung erfahren hat. Er stammt aus der ehemaligen DDR, seine Eltern waren beide immer voll berufstätig, da blieb nicht viel Zeit für Zärtlichkeiten, Umarmungen, Kuscheln... und das hat ihm wohl sehr gefehlt (eigentlich ist er ein richtiger "Kuscheltyp", aber muss diese Seite an sich erst nach und nach wieder entdecken bzw. hervorkehren) und ihn dann in seiner Jugendzeit massiv in die Selbstbefriedigung getrieben, zuerst "nur" mit Heftchen (sowas gab es auch in der DDR, wie ich inzwischen weiss), später dann mit pornographischen Filmen (die aufgrund des Gewöhnungseffekts im Laufe der Jahre immer härter wurden). Da er ein eher schüchterner Typ war, fiel es ihm sowieso nicht leicht, auf Mädchen zuzugehen... und diese auf sich selbst konzentrierten "Aktivitäten" machten ihn nur noch mehr zum scheuen Einzelgänger. Er hatte zwar alle paar Jahre mal eine Freundin (eine Partnerschaft hielt sogar sechs Jahre - als die Frau dann aber dahinterkam, was er hinter ihrem Rücken so alles trieb, warf sie ihn in ihrem Schock noch am selben Tag aus der gemeinsamen Wohnung raus), aber seine "anderen Beschäftigungen" unterbrach er deshalb nie und mit dem Sex klappte es mit seinen Freundinnen "nie so richtig", wie er sich ausdrückt... bis es eines Tages überhaupt nicht mehr klappte. (In der Situation lernten wir uns kennen, als er überhaupt keine Lust (oder keine Fähigkeit?) mehr hatte, mit einer "richtigen" Frau zu schlafen.) Es war also eine Sucht, die sich von jung an mehr und mehr entwickelt hat (weil sie ja immer genährt wurde) und ihn schliesslich voll und ganz im Griff hatte. Und ich hatte davon nicht die geringste Ahnung... weil ich gar nicht wusste, dass es so etwas gibt. Ich halte mich zwar nicht für eine dumme Frau, auch nicht für eine ungebildete... aber es gibt anscheinend Lebensbereiche, da war ich schlicht und einfach völlig uninformiert. (Na ja, das hat sich jetzt ja geändert, musste sich ändern...) Ach ja, da fällt mir noch ein, dass sein älterer Bruder wohl auch eine entscheidende Rolle gespielt hat in den Anfängen der Suchtentwicklung meines Mannes; er belieferte ihn wohl mit Heftchen (obwohl der kleine Bruder damals erst 11,12 Jahre alt war) und brachte ihm die Ansicht bei, dass das "für Jungs völlig normal" sei... fatalerweise ist dieser Bruder lebenslang alleine geblieben (er ist inzwischen Ende 40), hatte nie eine feste Freundin, ist bis heute ein auffallend verklemmter, "verkorkster" Mann, der einem echt leid tun kann... aber um den habe ich mich ja nicht auch noch zu kümmern (er lebt eh in Berlin, also weit weg), ich habe mit seinem kleinen Bruder genug zu tun!

Ich und meine "kurzen Mails" ;) ... jetzt geh ich halt ohne Frühstück (bzw. nimm mir was mit).

Ich möchte dir zum Abschluss noch einen Bibelvers "überreichen", der heute morgen in den "Losungen" stand (das ist ein kleines Büchlein mit je einem Vers aus dem AT und einem aus dem NT für jeden Tag): Es ist eine Aufforderung an uns (Frauen, in dem Fall), die wir bereits mit Gott leben, wie wir leben sollen (ohne Anspruch an Perfektion, also keine Sorge, wenn es mal "nicht klappt" mit der Untadeligkeit):

"Wir warten auf einen neuen Himmel und eine neue Erde, (...) in denen Gerechtigkeit wohnt. Darum, während ihr darauf wartet, seid darum bemüht, dass ihr vor IHM (Jesus) unbefleckt und untadelig im Frieden befunden werdet." (2. Petrusbrief 3, 13-14)

In diesem Sinne: Halte an der Hoffnung fest, liebe Sasa. Eines Tages wird es Gerechtigkeit geben - und ich denke, wir müssen nicht tatenlos darauf warten, dass das erst im Himmel so sein wird! Nein, wir dürfen, sollen, uns auch jetzt schon darum bemühen!

So, jetzt muss ich aber wirklich losdüsen........

Alles Liebe, sei herzlich umarmt,

deine Mari

 

 

Schmetterling13
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Eingegeben am: 6 Dez 2010
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 Geschrieben: 13 Dez 2010 14:59
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Hallo liebe Sasa,

ich bin's noch mal (kurz :D)...... wollte dir gerade eine Postkarte hier einscannen (mit dem drittletzten Zeichen rechts oben auf der beigen Leiste, wo "Bild einfügen" erscheint, wenn man mit der Maus dranfährt), aber entweder kapiere ich (mal wieder) nicht, wie's geht, oder es geht wirklich nicht....... schade.......

Na, dann schicke ich dir eben zwei "Sprüche", die ich heute Morgen in meinem "Bibelleseheftchen" (das ist so ein Begleitheft zum täglichen Bibellesen) las:

Es ist nicht auszudenken, was Gott aus den Bruchstücken unseres Lebens machen kann, wenn wir sie ihm ganz überlassen." (Blaise Pascal)

"Durch den Glauben werden wir fähig sein, aus dem Berg der Verzweiflung einen Stein der Hoffnung zu hauen." (nach Martin Luther King)

Sasa, ich wünsche dir so sehr, dass du Gott die Bruchstücke deines Lebens ganz überlassen kannst - und dadurch bzw. durch den Glauben an IHN in der Lage sein wirst, aus deinem persönlichen Verzweiflungsberg einen Hoffnungsstein zu hauen!

So, ich muss mal wieder..... wir führen in unserer Gemeinde am Heiligen Abend ein "Weihnachtsmusical" (= die Weihnachtsgeschichte in moderner, musikalisch-theatralischer Form) auf, das machen wir jedes Jahr und es ist immer eine tolle Sache. Zwei meiner Jungs und ich machen auch wieder mit... d.h. wir müssen jetzt zur Probe (immer montags & mittwochs). Insgesamt gilt es, 12 Lieder mit jeweils 3-5 Strophen auswendig zu lernen (denn es würde nicht schön aussehen, wenn die Sänger auf der Bühne Liedblätter in den Händen hielten).... uff.... ist also (neben der Freude) auch ein ziemliches Stück Arbeit. Aber so ist das ja mit (fast) allem im Leben: Was ein gutes Ergebnis bringen soll, geht eben nicht ohne Einsatz und Arbeit... das gilt ja auch für die Ehe (und zwar für jede Ehe, nicht nur für so "besondere" Ehen wie unsere beiden!).

Sag mal, wo hält sich denn dein ältester Sohn gerade auf? Macht er ein Auslandsschuljahr? Oder arbeitet er im Ausland? (Sorry für die Neugier, ist mehr als das, nämlich echtes Interesse - ich bin mit 19 auch für ein Jahr ins Ausland gegangen (als au-pair-Mädchen nach London), war eigentlich so was wie eine Flucht (aus einem sehr harten, beengenden, verständnislosen Elternhaus); später folgten noch viele weitere Auslandsjahre in verschiedenen Ländern... aber das ist lange her - inzwischen bin ich fast "sesshaft" geworden (ist mit mehreren Kindern ja auch besser, obwohl uns demnächst wieder mal ein Umzug bevorsteht...)

Ich mache mich dann mal auf den Weg.

Sei ganz herzlich gegrüßt (und mach dir auch keinen Stress mit dem Antworten - ich bewundere dich sowieso, wie du das alles schaffst - Vollzeitjob + Kinder + Haushalt + Ehe (...); ich arbeite "nur" 60% und mir fehlt trotzdem oft genügend Zeit (na ja, man muss vielleicht dazusagen, dass ich in der Gemeinde ziemlich engagiert bin, siehe oben + noch ein paar andere Aufgaben...),

deine Mari

 

sasa
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Eingegeben am: 7 Dez 2010
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Mana: 
 Geschrieben: 14 Dez 2010 03:28
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...jeztz habe ich dir geschrieben und alles gelöscht:(

hatte eine schlaflose nacht, wollte dir unbedingt antowrten und nun ist die zeit um - muss aufstehen.

danke für deine wahren worte und den trost den du damit gibst:)

was den auslandsaufenthalt betrifft, kann ich dir gerne infos geben. vielleicht an eine email oder so.  sonst sprengt das hier noch die speicherkapazitäten diese forums....:D

ganz liebe grüße

deine sasa

 

Schmetterling13
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Eingegeben am: 6 Dez 2010
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 Geschrieben: 14 Dez 2010 11:43
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Liebe Sasa,

es tut mir richtig weh zu lesen, dass wieder mal die Arbeit von (schlaflosen Nacht-)Stunden in einer Sekunde gelöscht wurde... ach, diese Computer. Sind ja schon recht nützliche Dinge... aber sie haben eben auch ihre Tücken :( ...

Ja, diese schlaflosen Nächte. Das kenne ich auch zur Genüge. Im vergangenen Sommer (2009), nachdem wir geheiratet hatten und meine vage Hoffnung, dass nun "alles gut werden würde", in 1000 Stücke zerbrach, konnte ich (am Stück) sechs Wochen lang nicht schlafen. Nein, nicht schlecht schlafen, sondern überhaupt nicht... so etwas war mir (in dieser Länge) bis dahin noch nie passiert; ich wusste nicht mal, dass man das überhaupt überleben kann... aber es war tatsächlich so: Ich konnte sechs Wochen lang jede Nacht jeden Viertelstundengongschlag der örtlichen Kirchenuhr hören... es war zum Verrücktwerden (das wurde ich während dieser Zeit auch fast). Wie ich mich während bzw. gegen Ende dieses Zeitraums gefühlt und wie ich ausgesehen habe, kannst du dir vielleicht vorstellen... auf alle Fälle nicht "wie das blühende Leben". Ich war so unbeschreiblich fertig (innerlich u. äußerlich), dass ich von unzähligen Leuten (in der Gemeinde, am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft usw.) darauf angesprochen wurde, was um Himmels Willen denn nur mit mir los sei - da ich frisch verheiratet war, erwartete natürlich alle Welt, dass ich glücklich und strahlend aussah... und ich konnte niemandem erklären, weshalb das nicht so war. Ich wusste während dieses ganzen Zeitraums ja selbst noch nicht, was mein Mann eigentlich genau "trieb"... das einzige, was ich kapierte, war, dass er keinen Sex mit mir wollte, obwohl wir doch jetzt verheiratet waren. (Dass wir vor der Heirat keinen Sex hatten, lag daran, dass ich Christ bin und ziemlich zu Anfang unserer Beziehung mal mit ihm darüber gesprochen hatte, dass ich die Ehe für "den besten Ort" halte, um Sex miteinander zu haben, und er sofort, ohne den geringsten Widerspruch (obwohl er zum damaligen Zeitpunkt noch nichts mit Gott am Hut hatte), zugestimmt hatte... da hätte mir eigentlich sofort ein Licht aufgehen sollen (welcher "normale" Mann verzichtet "einfach so" auf Sex mit seiner Partnerin?)... leider geschah das jedoch nicht. Ich wunderte mich zwar, interpretierte sein "Verständnis" aber so, dass er eben "ein besonders rücksichtsvoller Mann" sein muss, der mich so gern hat, dass er "auf mich wartet"... (Wie wir Frauen uns doch oft die Realität "schönbiegen", anstatt ihr frontal ins Auge zu blicken - kennst du das auch?) - - - Erst nachdem die Wahrheit endlich ans Licht gekommen war, konnte ich nach und nach wieder (ein bisschen) schlafen. (War auch bitter nötig, lange hätte ich das nicht mehr überlebt; ich hatte immer häufiger Schwindel- und Ohnmachtsanfälle, sogar draußen auf der Straße und bei der Arbeit... au weia. Und ich konnte ja niemandem eine Erklärung dafür abgeben, außer "ich habe zur Zeit eben ziemlich große Sorgen..." - wie blöd das aus dem Mund einer frisch verheirateten Frau klingt, kannst du dir ja denken.

Gott sei Dank ist diese Zeit (hoffentlich endgültig) vorbei und ich kann wieder einigermaßen normal schlafen (und mich in der Öffentlichkeit wieder "normal" bewegen, ohne andauernd Angst haben zu müssen, dass ich gleich wieder umkippe). Ab und zu habe ich auch heute noch eine schlaflose Nacht... aber ich vermute, das geht vielen Frauen (und auch Männern) so, nicht nur Menschen mit unserer Problematik.

Liebe Sasa, ich möchte dir einfach noch mal sagen, dass ich dich für eine sehr starke, außergewöhnlich belastbare Frau halte. Ich habe mir heute Morgen ganz ganz früh (das ist meine "Schwäche" seit Kindertagen, dass ich oft extrem früh aufwache und dann nicht mehr einschlafen kann), als alle hier noch in tiefem Schlummer lagen, deine Mails noch mal konzentriert durchgelesen (es steckt sooo viel drin... das muss man mehrmals lesen, um alle Details aufnehmen zu können). Wenige Frauen, die so viel mitgemacht haben, sind immer noch mit ihren Männern zusammen - die allermeisten hätten längst Reissaus genommen (oder ihre Männer rausgeschmissen)... was man ihnen ja auch nicht verdenken kann. (Du hattest ja auch schon Gedanken in diese Richtung.) Aber DU bist noch DA! Trotz aller Demütigungen und Schmerzen, trotz des inneren Zerbruchs.... wow. Das zeigt mir zum einen, dass du (wie bereits erwähnt) eine sehr starke Frau bist, und zum anderen, dass auch die Liebe zu deinem Mann eine sehr starke Liebe sein muss. Sonst wäre sie längst zerbrochen. Trotzdem muss etwas geschehen, auch die stärkste Frau "ist nur ein Mensch", ich bin auch kein Schwächling, musste in meinem Leben auch sehr viel aushalten und bin mehrmals bis an den absoluten Rand meiner Belastbarkeit gekommen... aber was zuviel ist, ist zuviel. Ich bin so froh, dass du bereits konkrete Schritte eingeleitet hast und hoffe, dass du bereits Antwort erhalten hast oder bald bekommen wirst.

Ich möchte dir auch noch ein Buch empfehlen, das hier bei "LOVEISMORE" angeboten wird: Ich habe es zwar selbst noch nicht komplett gelesen, aber Auszüge davon... und habe den Eindruck, dass die Situation dieses Ehepaars eurer Situation ziemlich nahe kommt. Das Buch heißt "Mein Weg zur Heilung", der Autor heißt Mike Genung, und die Kurzbeschreibung lautet: "Genungs Lebensbericht über seinen Weg aus der Sexsucht bietet Hoffnung und Hilfestellung für alle, die entweder selbst oder in ihrem persönlichen Umfeld mit Problemen der inneren Gebundenheit konfrontiert sind. Indem er die tiefe Not dahinter aufzeigt, und zeigt, wie Gott selbst dieser Not mit seiner Liebe, Annahme und Gnade begegnen kann, bietet er einen Ausweg, der nicht an der Oberfläche stehen bleibt, sondern zu den Wurzeln des Problems vordringt."

Außerdem ist mir noch was eingefallen, was dir vielleicht auch ein Stück weiterhelfen könnte. Kennst du die Sendung "Hof mit Himmel"? Das ist eine "Interviewsendung" mit Gästen, die alle eine einschneidende Lebenswende erlebt haben (z.B. Befreiung von  Süchten). und darüber berichten. Wir haben zur Zeit keinen Fernseher (aus offensichtlichen Gründen...), schauen uns aber ab und zu einen Beitrag im Internet an. Auf der Website des ERF (Evangeliumsrundfunk), unter "TV", findest du "Hof mit Himmel" und darunter eine (lange) Liste aller in den vergangenen Jahren gesendeter Beiträge. Auf Seite 12 ist ein Beitrag, in dem Phil Pöschl, der Initiator dieser Organisation (LOVEISMORE), und Rolf Trauernicht, der Direktor des Weissen Kreuzes, zu "unserem" Thema Stellung beziehen... es ist der Beitrag vom 06.09.2008. Vielleicht hast du mal eine halbe Stunde Zeit (länger dauern die Beiträge nicht) und kannst dir das anhören. Es löst unser Problem nicht - aber es zeigt, dass wir nicht alleine sind damit, und dass es die Chance auf Heilung gibt!

Was mich noch interessieren würde: Wie weit entfernt arbeitet denn dein Mann zur Zeit? Und wie oft (oder wie selten) kommt er nach Hause? Ist natürlich keine besonders günstige Konstellation, um das Problem anzupacken... aber sollte auch kein Aufschiebegrund sein! Du leidest schon viel zu lange "tatenlos"!

So, liebe Sasa, jetzt muss ich mich wieder meinen "häuslichen Pflichten" zuwenden... mach' ich eigentlich gerne (aber braucht halt auch alles seine Zeit).

Da ich es nicht hinkriege, hier Anhänge dranzuheften (vielleicht geht das auch gar nicht?), kann ich dir auch gerne mal meine Email-Adresse schicken, für die Infos bzgl. deines Sohnes oder was wir uns sonst noch so schicken möchten (vielleicht mal ein Foto?).

Ich denke ganz ganz viel an dich und bringe dich und deine Lebenslage auch immer wieder vor unseren Papa im Himmel. "Das Gebet verändert nicht alles - aber ohne Gebet verändert sich nichts!"

Sei herzlich umarmt!

Deine Mari :) (hab gerade gemerkt, dass man hier auch farbig schreiben kann)

 

Letzte Änderung am 14 Dez 2010 11:48 von Schmetterling13

sasa
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Eingegeben am: 7 Dez 2010
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 Geschrieben: 15 Dez 2010 20:44
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liebe mari,

tatsächlich man kann hier farbig schreiben...na da erobern sich ja zwei technisch nicht mit großer  begabung gesegnete "user" den technischen errungenschaften des world wide webs:D

nun habe ich wegen meines letzten fehlgeschlagenen mailversuches, schon so viele gedanken gehabt, die ich dir schreiben wollte, aber in deinen weitern mails ist schon wieder soviel input, dass ich gar nicht weiß wo ich anfangen soll.

die geschichte von der heirat mit deimem mann ist wirklich unendlich trautig. mal abgesehen von dem eindimensionalen sexlebens deines mannes und deiner möglichen naivität, was es alles so gibt, ist doch wirklich erstaunlich, wie eine sucht, egal welcher art, über die jahre entstehen kann. und es ist so ertaunlich, dass sie so verherendes zwischen den menschen anrichten kann. ob es nun alkohl, drogen oder eben sexsucht ist. der kern dabei ist doch irgendwie, dass menschen dadurch nicht in der lage sind, den menschen, denen sie nahe stehen und die sie lieben, das zu geben, was man als grundlage für ein zusammenleben benötigt. ich finde es wirklich enorm, wie du es geschafft hast aus diesem seelischen und körperlichen schmerz herauszukommen, ohne das du und deine mann euch  in deinem zustand noch mehr voneinander entfernt habt.

es ist auch so erstaunlich, dass in jeder sucht immer soviel scham und schuld steckt. man geht tatsächlich soweit, dass man mit seinem schmerz so isoliert ist, dass man körperlich schaden davon nehmen kann. und jeder der von süchtigen schon mal was gehört hat - und wenn es "nur" nikotinsucht ist, weiß man wie schwer es ist davon loszukommen. mir macht das mitlerweile richtig angst. das man glaubt, man darf zB als frisch verheiratete frau kein unglück in dieser phase erleben. die scham darüber dass wir etwas anderes erleben, als wir geplant haben, oder andere uns gewünschgt haben ist ja auch unendich groß.

ich habe in meiner not neulich im internet eine email an eine adresse geschickt, dessen sendung ich manchmal im fernsehen schaue. ich habe den namen immer nicht im kopf, aber es ist eine frau, die von gott und sich selber erzählt. es ist mir fast ein bißchen unangenehm, aber ich habe dahin geschrieben, weil ich in diesem ersten schock in der bibel hektisch herumgeblättert hatte, aber nichts gefunden hatte, was mir hilft. ich habe heute tatsächlich eine sehr persönliche antwort bekommen. die frau, die mir geschrieben ha, hat mir, um es kurz zu fassen, mir empfohlen,meinem mann nur noch diese letzte chance, in form einer therapie, zu geben. dadurch muss aber auch eine erhebliche wandlung von ihm ausgehen. Wenn das nicht passiert, soll ich mich, auch wenn es weh tut, aus dieser beziehung lösen, weil es eine schmerzvolle beziehung ist.

ich habe das erse mal tatsächlich darüber nachgedacht, ob an dieser stelle wirlich schluss séin sollte, denn es beunruhigt mich, dass  mein mann  mir nun seit fünf tagen versichert, dass er sich mit einem therapeuten in verbindung setzten will, aber mich eben angerufen hat und es wieder nicht geschafft hat. er hat zur zeit einen befristeten job und dadurch steht er sehr unter druck, alles richtig zu machen. und alles was neu ist ist auch ohne routine. selbst ein überfälliger zahnarztbesuch ist schon überfällig. als er mich heute anrief und mir sagte, er habe es wieder nicht geschafftt ( er hatte einmal dort auf den AB gesprochen ) bin ich völlig ausgeflippt.

 ich habe ihm zum vorwurf gemacht, dass ihm scheinbar gar nicht klar ist in welch einer verfassung ich mich befinde und dass er den ernst der lage immer noch nicht erkannt habe. sobald ich im ton lauter oder schärfer werde, wird er pampig und kalt in seinem ton und er möchte das gespräch sofort beenden. er war gerade auf dem weg zu einem gemeinsamen freund von uns und ist, während meines kreischanfalls, in dessen wohnung gegangen. als ich das mitbekam war das gespräch na dadurch beendet. er hatte also einen möglichkeit gefunden mich dadurch abzuschütteln.

also ich kann nachts nicht schlafen, bin zerschmettert, und fröstel hier vor mich hin. muss meinen job machen, die kinder versogen... na ja wem sag ich das...und er schafft es nicht mal drei minuten zu opfern um zu versuchen irgendeinen therapeuten oder sonst was zu erreichen. ich fange langsam an zu glauben, dass er mich vielleicht gar nicht so liebt, wie ich ihn liebe und er sich am allermeisten selber bei allem leid tut. nun sind wir auch noch cal 7 autosunden voneinander entfernt und aufgrund der befristeten stelle, ist es auch zu teuer jedes wochenende nach hause zu kommen. er kommt erst an weihnachten, wenn hier auch keine freie minute ist mal in ruhe das thema zu beackern.

ich bin nach diesem telefonat das erste mal richtig hoffnungslos und fange an mich zu fragen, ob wir es tatsächlich schaffen können. ich hatte mir einfach etwas mehr einsatz und engagement erhofft. ich hatte gehofft, dass er ein echte zeichen setzt, dass es in eine andere richtung geht. davon merke ich aber immer noch nichts.

gestern hat mich eine frau vom weißen kreuz zurückgerufen und mit mir eine termin zu einem gespräch am 04.12.10 zu vereinbaren. darauf freue ich mich schon sehr. eine selbsthilfe gruppe gibt es aber nicht. ist aber angedacht. ich wohne hier in einer kleinstadt ca. 25000 einwohner. also so eine mischung aus dorf und ministadt. das angebot ist ganz vielfältig. deinen tip mit der gemeinde werde ich auch noch einmal nachgehen. momentan schmerzt mich aber auch besonders, dass ich, wie du das gefühl habe, niemand darf davon erfahrnen. es gibt einige menschen, denen ich mich anvertrauen kann, aber zb die kinder oder so leben ja völlig ausgeklammert, von diesem zustand. und sie sind so glücklich so wie es jetzt ist und ich will ihnen das einfach nicht noch einmal nehem.

du sagst, jede andere frau hätte ihren mann schon rausgeschmissen. ich muss dazu sagen, dass meine familie , besonders meine mutter gegen diese ehe war, dass wir fast fünf jahre nicht miteinander gesprochen haben und die kinder darin sehr involviert warenl. es war so ein schlimmer krieg, der auch finazielelle auswirkungen hatte.Meine mutter hatte ein bißchen "Wind" von den "fähigkeiten" meines mannes bekommen und  sie dachte ich befinde mich in dem geistigen zustand von totaler verneblung und abhängikeit zu diesem schrecklichen kerl. unseren ganze familie ist dadruch in zwei lager gefallen und ein entspanntes miteinander ist bis heute schwer möglich. meiner mutter´, mit der der kontakt, zumindest zu mir, wieder gut hergestellt. aber so ein kleines outing, über  meine momentane situaion würd natürlich den spruch nach sich ziehen: siehst du das habe ich doch immer gesagt....na toll, das hilft mir nur kein bißchen weiter...

ich glaube , das dies mit ein grund ist, dass ich es weder mir, aber besonders meinen kindern noch einmal zumuiten möchte, dass sie miterleben, dass wieder zwei menschen die sie lieben, auseinander gehen. mein mann ist zwar kein vater ersatzt für die kinder - sie haben eine lieben vater - aber er gibt sich von herzen mühe ihnen ein guter freund zu sein und ihnen zu hause eine ort der sicherheit zu bieten. außerdem schafftt er es keinen unterschied zwischen dem eigenen und den nicht eigenen kindern zu machen. das rechne ich ihm ganz hoch an. und die kinder sind, wie gesagt, glücklich (natürlich nicht immer - also nicht immer eitel sonnenschein) aber sie haben jetzt auch, nach vielen turbulenten jahren. endlich ruhe zu hause gefunden.

ich bringe es nicht über das herz ihnen das zu entreißen. wenn ich das  gefühl hätte sie würden unter der siuzation auch leiden würde mir das wahrscheinlich leichter fallen. ich habe meinem mann gestern  gesagt, ich werde ihn immer lieben auch wenn wir nicht mehr zusammen bleiben können. vielleicht bin ich doch an einem punkt an dem alles zuviel geworden ist. und wie gesagt, der einsatz meines mannes, haut mich nicht gerade vom hocker.wir haben auch finanziell in den letzten jahren viel gekämpft und sind momentan so ein kleines bißchen über dem Berg. ich hätte auch gar keine kraft mehr diesen finaziellen schaden, den eine trennung mit sich bringt, wieder aufzufangen.

also egal in welche richtung ich blícke - keine scheint eine lösung bereit zu haben. ich habe jetzt einen kleinen exkurs gemacht, aber von deinen schilderungen habe ich den eindruck du hast einen guten ton und  eine gute art gefunden zu deinem mann einen zugang zu bekommen. auch wenn er etws zugeknöpft ist, scheinst du ihn ja mit deiner wur und entäuschung total überfrachtet zu haben, ohne dich selber zu verleugnen. ich habe angst davor, dass ich das nicht schaffe, weil es immer wider momente gibt da hasse ich ihn für all das was er gemacht hat so sehr. In solchen momenten, wie eben, bricht das richtig aus und ich merke, dass ich dann den zugang zu seinem herzen verliere.

als wir uns kennenlernten hatten wir bereits auch schon solche phasen und jetzt sind wir eigentlich genau  wieder da wo wir angefangen hatten.

liebe mari, es ist so lieb, wie ausführlich du mir schreibst. es ist wiklich eine wohltat, gerade im moment wo mein herz richtig weh tut. also nicht nur im übertragenden sinne.

wie kann ich dir eigentlich meine email adresse zukommen lassen, ohne das die ganze welt die hier einsehen kann? geht das eigentlich? mein gott wieder keien ahnung von der technik. meine kinder würden sich für mich schämen;)

es ist jetzt schon spät und ich will mal versuchen, wenigstens ein paar stunden zu schlafen

 

ich danke dir für deinen beistand

deine sasa in farbig:D

 

 


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